Versmolder rastet aus - und beschimpft Richter und Anwälte

Ein 46-Jähriger Versmolder kassiert einen Strafbefehl, weil er das Hausverbot eines Supermarktes ignorierte. Und reagiert darauf vor Geicht mit wütenden Tiraden

Heiko Kluge

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Judge gavel, Paragraph sign symbol (© Sebastian Duda - Fotolia)

Versmold/Bad Laer.Der Mann hatte Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, am Ende der Gerichtsverhandlung dann aber doch widerwillig die Geldstrafe von 800 Euro akzeptiert.

Der Ladendetektiv des Marktes an der Glandorfer Straße in Bad Laer hatte den Mann im August 2018 beobachtet. Er hegte den Verdacht, dass der heute 46-Jährige eine Flasche mit Körpercreme gestohlen habe und bat ihn in sein Büro. Da der Mann sehr aufgebracht und aggressiv aufgetreten sei, habe er die Polizei gerufen, so der Detektiv.

Die Creme ließ sich nicht bei dem Beschuldigten finden – sie tauchte einen Tag später im Markt in einem Regal mit Marmeladen auf. Dennoch habe er dem Mann Hausverbot erteilt, so der Zeuge. Und das auch im Beisein der Polizei. Dennoch sei der Mann wenig später erneut in dem Geschäft aufgetaucht und habe ihn beschimpft, so der Ladendetektiv. „Alles falsch", wetterte der 46-Jährige gegen die Feststellungen, die zu dem Strafbefehl und der Geldstrafe wegen Hausfriedensbruch geführt hatten.

Polizist schilderte die Situation ganz anders

Er behauptete, nur kurz mit den Polizisten auf dem Parkplatz des Marktes gewesen zu sein, weil die seinen Wagen hätten sehen wollen. Unmittelbar darauf sei er zurück ins Geschäft, um seine Einkäufe zu bezahlen – und erst dann sei das Hausverbot erteilt worden. Er habe seitdem den Laden nicht mehr betreten.

Schon während der Zeugenaussage des Ladendetektivs, die dieser Schilderung völlig widersprach, war der 46-Jährige sichtlich aufgebracht. Die Aussage eines Polizeibeamten konnte den Mann auch nicht beruhigen. Denn der bestätigte, dass der Ladendetektiv das Hausverbot bereits in seinem Beisein verhängt habe. Die Polizei sei wenig später erneut gerufen worden, weil der Mann wieder in dem Supermarkt erschienen sei, worauf sie ihn des Platzes verwiesen hätte.

Als der Richter vorschlug, der Mann möge über eine Rücknahme des Einspruchs nachdenken, bekamen auch Richter und Staatsanwalt den geballten Unmut des uneinsichtigen Mannes ab. Die Verteidigerin des aufgebrachten 46-Jährigen bat um eine kurze Unterbrechung, um sich mit ihrem Mandanten zu beraten. Im Anschluss erklärte sie, der Mann wolle den Einspruch gegen den Strafbefehl nun doch zurücknehmen. Der Staatsanwalt und auch das Gericht stimmten dem Antrag schließlich zu. „Das ist ein Geschenk des Himmels für Sie", gab der Staatsanwalt dem erbosten Mann mit auf den Weg. Er habe der Rücknahme nur deswegen zugestimmt, „um sinnlose Arbeit zu vermeiden".

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