Mord in Neuss: Anklage wohl in zwei Monaten

Tödliche Schüsse: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf laufen noch

Tasja Klusmeyer

Tödliche Schüsse in Neuss: Vor diesem Blumenladen soll der 31-Jährige seine Ex-Freundin aus Versmold erschossen haben. - © Blaulicht Aktuell Solingen
Tödliche Schüsse in Neuss: Vor diesem Blumenladen soll der 31-Jährige seine Ex-Freundin aus Versmold erschossen haben. (© Blaulicht Aktuell Solingen)

Versmold/Neuss. Vor knapp zwei Monaten wurde eine junge Frau aus Versmold in Neuss von ihrem Ex-Freund erschossen. Die Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaft Düsseldorf sind bisher noch nicht abgeschlossen. Wie Staatsanwalt Stefan Peters auf Nachfrage des Haller Kreisblattes mitteilt, arbeite sich inzwischen die Verteidigung in den Fall ein. Einen neuen Sachstand indes gibt es nicht.

Zur Anklageerhebung könnte es, so Stefan Peters, in etwa zwei Monaten kommen. Ein Zeitfenster, das bei einem Tötungsdelikt durchaus üblich sei. Der Beginn der Hauptverhandlung sei für Herbst realistisch.

Wie mehrfach berichtet, war die 27-jährige Versmolderin am 26. April nach einem Streit auf offener Straße von ihrem Ex-Freund mit einer Waffe angegriffen worden. Sie flüchtete in einen Blumenladen, wo weitere Schüsse fielen. Die junge Frau erlag wenig später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Der Täter begab sich offenbar in suizidaler Absicht auf naheliegende Bahngleise, wo er von einem Zug überrollt wurde. Er überlebte schwer verletzt. Am 3. Mai erließ ein Richter Haftbefehl wegen Mordes. Der Mann schweigt zu den Vorwürfen.

Ex-Freund war Kandidat bei DSDS

Einen Tag vor der Trauerfeier in Versmold machte die Bild-Zeitung öffentlich, dass der 31-Jährige aus Meerbusch einmal Kandidat bei der Casting-Show »Deutschland sucht den Superstar« gewesen sein soll. Er schaffte es in den Recall, stieg dann aber aus. „Als smarter Hobbymusiker" war der junge Mann 2008 im Zuge der Berichterstattung beschrieben worden.

Die Versmolderin lernte andere Seiten kennen. Das Aus der Beziehung wollte der 31-Jährige offenbar nicht akzeptieren; er soll der 27-Jährigen gegenüber gewalttätig geworden sein, die Frau hatte offenbar Angst vor ihrem Ex. Das Amtsgericht Neuss verhängte aufgrund der Streitigkeiten ein Kontaktverbot, das dem Meerbuscher eine Annäherung an seine Ex-Freundin untersagte. Das war am 3. April. Am 26. April fielen die tödlichen Schüsse.

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