Gefährliche Raupen: Spielplatz-Sperrungen im Altkreis

Der Eichenprozessionsspinner verbreitet sich dieses Jahr besonders stark. Die Brennhaare der Raupen sind für Menschen gefährlich. Versmold und Steinhagen haben jetzt reagiert

Tasja Klusmeyer

Vorsicht!: Am Loxtener Schulspielplatz weist ein Schild auf die Gefahr hin. - © Marion Bulla
Vorsicht!: Am Loxtener Schulspielplatz weist ein Schild auf die Gefahr hin. (© Marion Bulla)

Versmold. Ein Teil des Spielgeländes an der Loxtener Grundschule ist mit rot-weißem Flatterband umgeben. Auf einem Schild wird dort auf die Gefahr hingewiesen: "Vorsicht! Eichenprozessionsspinner". Die Stadt reagiert damit auf den Raupen-Fund und sperrte die Spielfläche Ende der Woche aus Sicherheitsgründen. "Eine Schädlingsbekämpfungsfirma ist beauftragt, sich darum zu kümmern", heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus.

Das ist nicht der einzige Fall aus dem Altkreis. In der vergangenen Woche waren auf dem Außenspielgelände an der Brockhagener Grundschule an einer Eiche mehrere Raupen entdeckt worden. Auch hier entschied man sich für die Sperrung und brachte Hinweisschilder an. Eine Fachfirma wurde mit der Beseitigung beauftragt.

Vermutlich werden Loxten und Brockhagen nicht die einzigen Fälle in der Region bleiben. Bundesweit häufen sich zurzeit die Schlagzeilen. Laut Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gibt es dieses Jahr eine größere Population des Eichenprozessionsspinners als im Vorjahr. Zurückzuführen ist dies auf die Witterung der vergangenen Monate.

Von Juckreiz bis Atemnot

Bloß nicht berühren: An einer Eiche in Loxten sind die Raupen mit den gefährlichen Haaren entdeckt worden. - © Marion Bulla
Bloß nicht berühren: An einer Eiche in Loxten sind die Raupen mit den gefährlichen Haaren entdeckt worden. (© Marion Bulla)

Für die Menschen, so die SDW auf ihrer Homepage, sei der direkte Kontakt mit den Raupen gefährlich. Die Brennhaare enthalten das Eiweiß Thaumetopein, das Oberhaut und Schleimhäute reizt. Es können Juckreiz, Entzündungen und im schlimmsten Fall Asthma auftreten. Mit jedem Entwicklungsstadium der Larven steige die Gesundheitsgefahr.

Die SDW warnt davor, Raupen oder ihre Nester zu berühren. Schon bei Verdacht eines Gifthaarkontaktes empfiehlt sie, umgehend die Kleidung zu wechseln, sie bei mindestens 60 Grad zu waschen, Haare und Augen zu reinigen. Bei Hautreaktionen sollte ein Hautarzt aufgesucht, bei Atemnot der Rettungsdienst alarmiert werden.

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