Insgesamt 553.000 Euro: Weiteres Geld für TWE-Bahnstrecke auf Versmolder Gebiet

Verkehr: Das Land unterstützt die Sanierung der Gleisanlage. Es wird Wert auf Recycling gelegt. Die Investitionen sind vor allem für die Fleischstadt eine gute Nachricht, einige Unternehmer dürfen weiter aufatmen

Marc Uthmann

Investition in die Schiene: Auf Versmolder Gebiet sollen die Gleise im Bereich der Wiesenstraße erneuert werden. Foto: Marc Uthmann - © Marc Uthmann
Investition in die Schiene: Auf Versmolder Gebiet sollen die Gleise im Bereich der Wiesenstraße erneuert werden. Foto: Marc Uthmann (© Marc Uthmann)

Kreis Gütersloh. Die Teutoburger Wald Eisenbahn (TWE) bekommt für die Sanierung ihrer Gleisanlagen weitere Unterstützung von Bund und Land. Verkehrsminister Wüst überreichte jetzt in Gütersloh fünf Förderbescheide über insgesamt 553.000 Euro.

Mit den Fördermitteln von Bund und Land und einem Eigenanteil von nur zehn Prozent wird die TWE die Gleisanlagen auf fünf Teilabschnitten ihrer Güterstrecke zwischen Versmold und Hövelhof erneuern. Dabei wird großer Wert auf Recycling gelegt: Die alten, nicht mehr zu nutzenden Holzschwellen werden gegen noch brauchbare alte Betonschwellen ausgetauscht. Das vorhandene Schienenmaterial kann wiederverwendet werden. Auch der alte Schotter wird gesiebt, gereinigt und mit neuem Material ergänzt.

Vier Abschnitte liegen zwischen Harsewinkel und Versmold. Im Versmolder Stadtgebiet soll ein 450 Meter langes Teilstück im Bereich der Wiesenstraße erneuert werden. Weitere drei Abschnitte mit einer Gesamtlänge von etwa 3.100 Metern liegen auf Harsewinkler Gebiet.

Bereits im vergangenen November wurde gebuddelt

Bereits im vergangenen November hatte die TWE in die Strecke investiert – in Höhe des ehemaligen Bahnhofs Niedick an der Vorbruchstraße wurden auf einem 1.000 Meter langen Teilstück 1.500 Schwellen ausgetauscht (das HK berichtete). Dass es jetzt schon weitergeht, ist nicht zuletzt der aktuell günstigen Förderkulisse geschuldet. Seit 2018 hat das Land Fördermittel von 633.000 Euro an die TWE ausgezahlt. Vom Bund flossen rund 792.000 Euro. Insgesamt hat die TWE damit bereits etwas mehr als 1,4 Millionen Euro Fördermittel erhalten.

Auf einer Strecke, die für die Region eine hohe logistische Bedeutung hat: Allein am Bahnhof Versmold hat die TWE im vergangenen Jahr umgerechnet Güter in der Größenordnung von 1.600 Lkw-Ladungen umgeschlagen. Zu den Hauptkunden gehören die Firma Transgas und Brünighaus in Versmold, die Spedition Kemena und der Landmaschinenhersteller Claas in Harsewinkel.

Versmolds Bürgermeister Michael Meyer-Hermann hatte immer wieder betont, wie wichtig der Schienenverkehr für seine Stadt als Wirtschaftsstandort sei. Da sich ja auch in Richtung Norden etwas auf der Strecke tut (siehe Kasten), können die Versmolder Unternehmen mehr und mehr aufatmen: Die für ihre Versorgung so wichtige Strecke wird fit für die Zukunft gemacht. Eine durchgängig modernisierte Verbindung zwischen Ibbenbüren und Hövelhof könnte zusätzliches Geschäft auf der Schiene generieren, hoffen die Verantwortlichen.

„Wir bringen Industrie- und Gewerbegebiete an die Schiene und verlagern so mehr Güter von der Straße auf die Bahn", betonte Verkehrsminister Hendrik Wüst. Für die TWE und die Kunden sei die letzte Meile von besonderer Bedeutung. „Nur so kann die Verkehrswende in Richtung Schiene in der Fläche gelingen."

Henrik Wilkening, Geschäftsführer der Teutoburger Wald Eisenbahn GmbH, freute sich über die Förderung: „Der Güterverkehr wird in den kommenden Jahren weiter stark wachsen. Neue Transportlösungen auf der Schiene sind auch für die Region Ostwestwalen-Lippe eine große Chance." Wichtig sei, dass die regionale Eisenbahninfrastruktur erhalten bleibe und ausgebaut werde. „In Verbindung mit der Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Strecke der TWE ist dies ein wichtiger Beitrag für die Sicherung der regionalen Schieneninfrastruktur", so Wilkening.

Pläne für den Personenverkehr laufen parallel weiter

Wie mehrfach berichtet gibt es Pläne, zwischen Harsewinkel und Verl wieder Passagiere zu transportieren. Ein Gutachten hatte bescheinigt, dass der Betrieb einer solchen Strecke rentabel ausfallen könne. Die Versammlung des Verbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hatte daraufhin beschlossen, die Reaktivierungsmaßnahme über den Regionalrat in Detmold beim Land zur Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan anzumelden. Läuft alles optimal, könnten 2023 die ersten Personenzüge rollen.

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