Im Medikamentenrausch: Prozess gegen Hagener wird vertagt

Amtsgericht: Im Prozess gegen einen 41-jährigen Mann fehlt immer noch ein Zeuge. Der Angeklagte soll in Versmold dreimal aufgefallen sein.

Herbert Gontek

Diebstahl, Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis - die Liste der Vorwürfe gegen einen 41-Jährigen ist lang. - © Fotolia
Diebstahl, Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis - die Liste der Vorwürfe gegen einen 41-Jährigen ist lang. (© Fotolia)

Versmold. Diebstahl, Körperverletzung und Fahren ohne Fahrerlaubnis – dafür musste sich ein 41-jähriger Mann aus Hagen nun erneut verantworten. Alle drei Taten geschahen zwischen Februar und September im Versmolder Stadtgebiet zum Teil unter Einfluss von Rauschmitteln. Der Mann steht unter Bewährung, ihm droht aus alten Verfahren ein Jahr Gefängnis, wenn ihm auferlegte Sozialstunden nicht bis August abgeleistet sind. Die zu absolvieren, hatte er allerdings schon vorbereitet.

Zunächst ging es um das Fahren ohne Fahrerlaubnis. Mit einem Kleinkrad und unter Einfluss von Drogen wurde er angehalten. Er gab vor Gericht an, dass er nicht gewusst habe, keine Fahrerlaubnis mehr zu besitzen. Die war ihm vom Straßenverkehrsamt Osnabrück wegen Drogenkonsum im Straßenverkehr entzogen worden. Die Entscheidung sei ihm aber noch nicht zugestellt worden.

Den Diebstahl aus dem Keller einer Pizzeria gestand er. Der Wert der gestohlenen Sachen wurde mit 200 Euro beziffert, höher sei der Schaden an den Türen, erinnerte sich der 48-jährige Gastwirt. Auch die dritte Sache gestand der Mann ein. Er hatte am Versmolder Busbahnhof einem 18-Jährigen ins Gesicht geschlagen, weil der angeblich einem Kind ein Feuerzeug unter die Nase gehalten haben soll. Eine Frau, Verwandte des Kindes, soll ihn zu der Tat angestachelt haben, das wurde gestern von einer Zeugin bestätigt.

Ein Anklagepunkt wird nicht weiter verfolgt

In der Verhandlung wurde deutlich, dass der Mann in hohem Maße medikamentenabhängig ist. Im Spätherbst hat er nach Darstellung seiner Verlobten einen Selbstmordversuch mit einer Überdosis Betäubungsmittel genommen. Durch die schnelle Hilfe einer Rettungswagenbesatzung konnte er gerettet werden.

Das Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis wurde eingestellt, weil dem Mann nicht nachgewiesen werden konnte, dass er zum Tatzeitpunkt schon von dem Fahrverbot wusste. Gestern sagte er, sein Ziel sei es, drogenfrei zu bleiben. Sein Bewährungshelfer attestierte ihm in den vergangenen Wochen eine gute Mitarbeit, aber er brauche einen Rahmen mit vernünftiger Tagesstruktur.

Sein Rechtsanwalt Torsten Rock erklärte: „Wir haben hier keinen klassischen Drogi." Weil trotz der Bemühungen der Polizei ein zur Vorführung ausgeschriebener Mittäter von der Polizei nicht festgenommen werden konnte, wurde die Verhandlung erneut vertagt.

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