Emotionale Diskussion um Erweiterung des Gewerbegebiets

Die geplante Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebiets bringt viele Menschen auf die Beine. Zur offenen Fraktionssitzung zum Thema kamen 80 Interessierte.

Silke Derkum-Homburg

Auf einer der beiden schraffierten Flächen, könnte das Interkommunale Gewerbegebiet Borgholzhausen-Versmold sich ausdehnen. - © Ulrich Fälker
Auf einer der beiden schraffierten Flächen, könnte das Interkommunale Gewerbegebiet Borgholzhausen-Versmold sich ausdehnen. (© Ulrich Fälker)

Versmold-Bockhorst. Vorausschauend hatte die CDU die Sitzung vom Bockhorster Kotten ins örtliche Gemeindehaus verlegt, um dem Andrang gerecht zu werden. Die 15 Fraktionsmitglieder der Christdemokraten empfingen am Montagabend etwa 65 interessierte Bürger. Es begann eine zweistündige „sehr intensive" Diskussion, wie Ulrich Wesolowski, Fraktionsvorsitzender der CDU, dem HK im Nachgang berichtete. „Der Austausch wurde teilweise sehr emotional geführt, aber sehr respektvoll", sagte er.

Vor allem Anlieger der ins Auge gefassten Erweiterungsflächen, die sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen haben, brachten ihre Argumente vor. „Wir haben Verständnis für ihre Situation. Als Betroffener sieht man so etwas natürlich anders", so Wesolowski.

Als Stadtvertreter sei man aber verpflichtet, das Ganze zu sehen und dazu gehöre unter anderem, dafür zu sorgen, dass Versmold in 25 Jahren auch noch genügend Arbeitsplätze habe, stellte er die Sicht seiner Fraktion dar. Und dazu sei ein dritter Bauabschnitt des Interkommunalen Gewerbegebietes unumgänglich. „Denn in Versmold gibt es sonst keine Flächen. Wir haben in der Stadt nur noch 3.000 Quadratmeter frei für Gewerbe, das ist fast nichts."

Planungen stehen erst am Anfang

Die Gegner der Erweiterung verwiesen auch am Montag auf den Flächenfraß. Ihre Forderung sei, überhaupt keine weiteren Gewerbegebiete mehr auszuweisen, fasste Wesolowski das Anliegen der Gegenpartei zusammen. Aber man dürfe das Ganze nicht so schwarz-weiß sehen. „Wenn man gar kein Gewerbe mehr ansiedelt, dann müsste ja Mecklenburg-Vorpommern ein Paradies sein, aber da ziehen alle Leute weg", machte Wesolowski die Notwendigkeit von Gewerbe deutlich. „Außerdem stehen wir doch erst am Anfang. Wir müssen sehen, dass am Ende alle zufrieden sind." Für dieses Ziel habe man zum Beispiel bereits das Suchgebiet verkleinert.

Das scheint der Gegenseite nicht zu reichen. Dem am Montag vorgebrachten Argument, dass es zum Beispiel genügend freie Gewerbeflächen in Rheda gebe, kann die CDU nicht folgen. „Unternehmen, die hier ihre Strukturen haben und deren Mitarbeiter hier wohnen, ziehen nicht ohne weiteres nach Rheda um, so Wesolowski. Die Erweiterung stehe im Zusammenhang mit der Regionalplanung für 2035. „Ich werde dann nicht mehr im Stadtrat sitzen, aber unsere Aufgabe ist es, langfristige Perspektiven zu schaffen."

Der Stadtrat tagt am Donnerstag, 16. Mai, um 17.30 Uhr im Rathaus und berät über das Thema.

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