Wegen Baustelle: Versmolder Einzelhändler rufen um Hilfe

Die Geschäftsleute sorgen sich seit Baustellenbeginn um ihren Umsatz – seit Montag hat sich die Situation verschärft. Die Kaufleute der Münsterstraße richten einen Appell an Stadt und Kunden.

Tasja Klusmeyer

Zeigen Präsenz und beziehen Position: Die Geschäftsleute der zurzeit abgeschnittenen Münsterstraße Clarissa Vogt (M 1, von links), Rosi Dieckmann-Rose (Rosis Schenken und Genießen), Elizabeta Gaik (Sonnenapotheke), Manuela Moll (Tui Reisebüro), Silke Hasankale (Mega N.H.), Andrea Roesler (M 10), Annette Scholz (Gerry Weber) und Steffen Gundlach (Foto Gundlach) müssen das Beste aus der Baustellensituation machen. Dabei hoffen sie auf Unterstützung der Stadt und der Kundschaft. - © Tasja Klusmeyer
Zeigen Präsenz und beziehen Position: Die Geschäftsleute der zurzeit abgeschnittenen Münsterstraße Clarissa Vogt (M 1, von links), Rosi Dieckmann-Rose (Rosis Schenken und Genießen), Elizabeta Gaik (Sonnenapotheke), Manuela Moll (Tui Reisebüro), Silke Hasankale (Mega N.H.), Andrea Roesler (M 10), Annette Scholz (Gerry Weber) und Steffen Gundlach (Foto Gundlach) müssen das Beste aus der Baustellensituation machen. Dabei hoffen sie auf Unterstützung der Stadt und der Kundschaft. (© Tasja Klusmeyer)

Versmold. Schon die Einbahnstraßenregelung im Bereich Münsterstraße, Altstadtstraße machte sich in den Kassen der Geschäftsleute bemerkbar. Von deutlichen Umsatzrückgängen berichteten mehrere Inhaber zuletzt. Durch die Vollsperrung des Baustellenabschnittes, die seit Montag gilt, fühlen sie sich noch mehr gebeutelt.

Gemeinsam haben sich betroffene Inhaber und Mitarbeiter ans Haller Kreisblatt gewandt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. „Wir sind für unsere Kunden da und möchten das auch in Zukunft sein", sagt Rosi Dieckmann-Rose von »Rosis Schenken und Genießen«.

Diese Botschaft scheint bisher nicht in den Köpfen aller Versmolder und der Menschen aus der Umgebung angekommen zu sein. Viele meiden offenbar die Baustellensituation und orientieren sich anders. „Wenn das bisschen schon die Kunden fernhält, was wird dann noch passieren?", fragt Elizabeta Gaik mit Blick auf mehrere Jahre Innenstadtumgestaltung. Die Leiterin der Sonnenapotheke gehört zu jenen, die von den aktuellen Baumaßnahmen am stärksten betroffen sind.

Kritik an eingeschränkter Fußwegeverbindung

Auch deshalb, weil es in ihrer Branche vor Ort Wettbewerb gibt und andere Apotheken durch ihre Erreichbarkeit im Vorteil sind. Ältere oder kranke Menschen seien oft darauf angewiesen, zum Einlösen eines Rezeptes direkt bis zur Apotheke fahren zu können. Mit der Vollsperrung sei selbst die fußläufige Anbindung zurzeit stark eingeschränkt. Mit besonderen Aktionen sowie dem Medikamenten-Bringdienst versucht die Apotheke darauf zu reagieren. Andere lassen sich ebenso etwas einfallen und bieten beispielsweise Baustellen-Rabatte. „Sehr deutlich" sei die Situation dennoch bei Umsatz und Auftragslage spürbar, sagt Gaik. „Wenn nicht gerade Kolleginnen Urlaub hätten, müsste ich welche nach Hause schicken."

Weniger Laufkundschaft merken auch andere entlang der Münsterstraße. Vor allem aber, das betont Silke Hasankale vom Modegeschäft Mega N.H., blieben auswärtige Kunden fern. Sie hörten beispielsweise im Radio, dass die Münsterstraße gesperrt sei und führen deshalb erst gar nicht Richtung Versmold. Dabei, so die Geschäftsleute, seien eigentlich alle Läden zu erreichen – nur eben nicht immer so komfortabel wie gewohnt.

So ist die Münsterstraße von der Ravensberger Straße aus bis zur Baustelle für Anlieger und damit auch für Kunden frei. Sie ist lediglich Sackgasse. Das Durchfahrt-verboten-Schild aber schrecke ab. „Für viele ist nicht zu erkennen, wie sie die Geschäfte erreichen können", beklagt Silke Hasankale. In diesem Punkt sieht sie auch die Stadt in der Pflicht, besser darauf hinzuweisen.

Jetzt ist die Stadtverwaltung gefragt

Eine weitere Forderung richtet sich an die Stadtverwaltung. Seit Montag können Fußgänger nur noch einseitig die Baustelle passieren und müssen Umwege über den Rathausvorplatz in Kauf nehmen. Die wichtige Verbindung zwischen Buchhandlung Krüger und der Geschäftswelt der Münsterstraße ist abgebunden. Die Kaufleute fordern eine Wiederherstellung. „Das wäre ein schönes Zugeständnis in die richtige Richtung", sagt Rosi Dieckmann-Rose.

Ebenso erwarten die Kaufleute von der Stadt, sich für einen zügigen Baufortschritt einzusetzen, damit die Beeinträchtigungen so gering wie möglich ausfallen. Schon in der vergangenen Woche bei der Bürgerveranstaltung gab es Kritik am Vorankommen. Da war noch nicht die Rede von einer elftägigen Sperrung. „Damit hatten wir nicht gerechnet", sagt Andrea Roesler vom Modehaus M 10 hinsichtlich der Vollsperrung bis zum 23. Mai, von der sich viele überrumpelt fühlen.

Mit vereinten Kräften wollen sich die Händler der Situation stellen und denken über verschiedene Aktionen nach. Ihr Appell richtet sich auch an die Kunden, „uns die Treue zu halten", sagt ElizabetaGaik. Sonst, so die Händler, habe Versmold zwar in einigen Jahren eine neu gepflasterte Innenstadt, aber leere Schaufensterfronten.

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