Überwältigende Anteilnahme: Mordopfer beigesetzt

Trauer in Versmold: Familie und Freunde verabschieden sich von Constanze K. Unterdessen werden Details über den mutmaßlichen Täter öffentlich

Nicole Donath

Überwältigende Anteilnahme: Die Familie, Freunde, Arbeitskollegen und alle, die Constanze nahestanden, nahmen am Samstagmittag Abschied. Zwei Wochen zuvor war die junge Frau gewaltsam getötet worden. - © Haller Kreisblatt
Überwältigende Anteilnahme: Die Familie, Freunde, Arbeitskollegen und alle, die Constanze nahestanden, nahmen am Samstagmittag Abschied. Zwei Wochen zuvor war die junge Frau gewaltsam getötet worden. (© Haller Kreisblatt)

Versmold. Unter überwältigender Anteilnahme ist Constanze K. am Samstag in ihrer Heimatstadt Versmold beigesetzt worden. Die Plätze in der St.-Petri-Kirche waren am Mittag nahezu allesamt besetzt, Familie und Freunde der 27-Jährigen, Handballer, Arbeitskollegen und einfach alle, die "Conny" nahestanden, in ihrer grenzenlosen Trauer und Fassungslosigkeit fest vereint. Sie zündeten Kerzen an und stellten sie neben den Sarg und sangen ihre christlichen Lieblingslieder.

Ein Pastor aus der Gemeinde Mönchengladbach, in der die junge Frau zuletzt gelebt hatte, spendete zwei Wochen nach ihrem gewaltsamen Tod den Eltern und der übrigen Trauergemeinde Trost und Zuversicht. In sehr persönlichen Worten erinnerte er an das soziale und kirchliche Engagement von Constanze und betonte zugleich, wie viele Spuren sie mit ihrer besonderen Art hinterlassen habe. Am Ende versicherte er noch, dass dieser Tod kein Abschied sei - und sagte stattdessen auf Wiedersehen. Im Anschluss an den Gottesdienst kamen die Trauernden im Gemeindehaus zusammen und gaben sich dort gegenseitig Kraft.

Unterdessen berichten mittlerweile zahlreiche Medien mit Bezug auf einen Artikel von BILD, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter und Ex-Freund von Constanze um ein bekanntes TV-Gesicht handeln soll. Demzufolge soll der Mann 2008 bei der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) teilgenommen haben. Nach dem Recall hätte für die Fans bereits festgestanden, dass es "der smarte Hobbymusiker aus Meerbusch" weit bringen würde. Dann verließ er die Sendung allerdings freiwillig. "Ohne seine geliebte Gitarre" habe er sich auf der Bühne "unwohl" gefühlt, berichtete der Express damals. Außerdem hätte ihm missfallen, dass er nicht seine eigenen Lieder hätte singen dürfen, sondern stattdessen bekannte Popsongs performen sollte. Neben seiner Teilnahme bei DSDS soll der mutmaßliche Täter in Düsseldorf Jura studiert und bei einer Telekommunikationsfirma gearbeitet haben. Eine offizielle Bestätigung für diese Angaben gibt es bislang nicht.

Nachdem der 31-Jährige am Freitagmorgen, 26. April, Constanze K. durch vier Schüsse vor einem Blumenladen in Neuss so schwer verletzt hatte, dass sie kurz darauf an den Folgen starb, war er geflüchtet und hatte sich auf nahe gelegene Bahngleise begeben – offenbar in der Absicht, sich selber das Leben zu nehmen. Dort war er von einem herannahenden Zug erfasst worden, ihm wurden beide Beine abgetrennt. Bis heute wird er in einem Justizkrankenhaus behandelt, nachdem ein Haftrichter am Nachmittag des 3. Mai Haftbefehl gegen ihn erlassen hat. Der Vorwurf lautet auf Mord.

Zu den möglichen Hintergründen der Tat bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft, dass der mutmaßliche Täter und das spätere Opfer ein Paar waren (das HK berichtete). Vor einigen Monaten sei dann die Trennung erfolgt. Am 3. April dieses Jahres hatte das Amtsgericht Neuss auf Antrag der 27-Jährigen eine einstweilige Anordnung erlassen. Daraus geht unter anderem hervor, dass der 31-Jährige jegliche Kontaktaufnahmen zu der jungen Frau, die vor zwei Jahren ins Rheinland gezogen war, zu unterlassen hat und sich ihr nicht nähern darf. Wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei im Rhein-Kreis Neuss mitteilten, macht der mutmaßliche Täter bislang allerdings keine Angaben zum Tatvorwurf. Die Ermittlungen dauern an.

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