Schulskandal in Versmolds Partnerstadt Dobczyce

Grundschulleiterin im Fokus: Die polnische Stadt mit 15.000 Einwohnern ist zurzeit landesweit in den Medien. Es geht um arabische Schriftzeichen, Austauschstudenten und eine drohende Entlassung

Silke Derkum-Homburg

Diskussionsstoff: An der Grundschule Nummer eins im polnischen Dobczyce rumort es im Moment gewaltig. - © Silke Derkum-Homburg
Diskussionsstoff: An der Grundschule Nummer eins im polnischen Dobczyce rumort es im Moment gewaltig. (© Silke Derkum-Homburg)

Versmold. Seit fünf Jahren kommen junge Leute über die internationale Studentenorganisation Aiesec an die Grundschule Nummer eins in Dobczyce. Englischsprachige Studenten aus Indien oder China haben bereits Praktika an der Schule gemacht und den Kindern in Workshops ihre Kultur nahegebracht. Im Oktober 2018 waren es nun zwei Studenten aus Algerien, die zwei Wochen lang als Freiwillige an der Schule arbeiten wollten. Doch ihr Aufenthalt wurde von der Schulrätin nach drei Tagen beendet

Der Grund: Es gab Beschwerden, unter anderem, weil die Studenten den Kindern gezeigt hatten, wie man ihre Namen auf Arabisch schreibt. Laut polnischen Medienberichten warf die Schulbehörde der Schulleiterin Aleksandra Sutkowska vor, die „geistige und körperliche Sicherheit" der Schüler dadurch nicht mehr zu gewährleisten. Im Dezember wurde sie dann von Bürgermeister Tomasz Sus offiziell von ihren Aufgaben als Schulleiterin entbunden. Im Februar nun musste sich die Schulleiterin sogar vor dem Disziplinarausschuss der Bezirksregierung verantworten. Viele Eltern aus Dobczyce stellten sich hinter sie, plädierten für eine offene Gesellschaft und betonten, dass die Kenntnis anderer Kulturen für ihre Kinder bereichernd sei. Eine Stellungnahme aus Dobczyce war bislang nicht zu bekommen.

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