Richtfest: Nordfrost setzt zum Endspurt an

Expansionskurs: 236 Tage nach Baubeginn feiern die Firmeneigentümer Richtfest des riesigen Erweiterungsbaus und suchen weitere drei Hektar Bauland, um sich in Versmold noch mehr zu vergrößern

Silke Derkum-Homburg

Tradition: 250 Mitarbeiter und geladene Gäste hörten in der riesigen Halle dem Richtspruch der Zimmermänner zu. Foto: Silke Derkum-Homburg - © Silke Derkum-Homburg, HK
Tradition: 250 Mitarbeiter und geladene Gäste hörten in der riesigen Halle dem Richtspruch der Zimmermänner zu. Foto: Silke Derkum-Homburg (© Silke Derkum-Homburg, HK)

Versmold. Trotz der gigantischen Ausmaße der neuen Lagerhalle und der 250 Gäste beim Richtfest ging es am Donnerstag, 7. März, familiär zu. Nordfrost ist ein Familienunternehmen betonten die Eigentümer, die persönlich zur Einweihung vom Hauptsitz in Schortens nach Versmold gekommen waren. Firmengründer Horst Bartels, seine Tochter Britta Heine und Sohn Falk Bartels, allesamt geschäftsführende Gesellschafter, begrüßten nicht nur alle Gäste persönlich, sondern auch „unsere guten Mitarbeiter", wie Horst Bartels in seiner Rede betonte.

Eigentlich sei ihm der Bau zu teuer gewesen, plauderte Bartels augenzwinkernd aus dem Nähkästchen. Aber sein Standortleiter in Versmold, Klaus Schmidt, habe ihm Druck gemacht. Damit es in Versmold vernünftig weitergehe, bestehe er auf den Bau. „Da konnte ich nicht anders", sagt Bartels lachend und ist stolz auf das 23 Millionen teure Gebäude, in dem 50 weitere Arbeitsplätze die Zahl der Mitarbeiter und Leiharbeitnehmer auf 180 erhöhen.

Neben 15.000 neuen Palettenstellplätzen (Gesamtkapazität 35.000) gibt es acht neue Froster, in denen täglich 300 Tonnen Frischware eingefroren werden. Mit dem 1.200 Quadratmeter großen Hygienebereich vergrößert sich die Kapazität für die Lebensmittelbearbeitung wesentlich. Frischfleisch von mehreren Kunden wird dort schockgefrostet, verpackt und gelagert. Und auch Kommissionierung übernimmt das Unternehmen für seine Kunden, zu denen unter anderem Aldi gehört.

Im Juni soll der Neubau vollendet sein. „Dann dauert es noch 14 Tage, bis wir die Kälte auf Minus 22 bis 24 Grad hochgefahren haben und den Betrieb aufnehmen können", erklärt Bartels. Die Energie für diesen Temperaturwechsel produziert das Unternehmen künftig selbst. Drei Erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke sorgen für Unabhängigkeit vom öffentlichen Energienetz. Per Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung wird die Abwärme der BHKW umweltschonend in Kälte verwandelt.

Mit dem 10.000 Quadratmeter großen Anbau ist das Grundstück Im Industriegelände, das Nordfrost 2001 übernommen hatte, ausgefüllt. „Leider", wie Horst Bartels betont. Denn das Unternehmen, das 2019 an seinen 40 Standorten einen Jahresumsatz von 480 Millionen Euro anpeilt, hat noch mehr vor und will von Versmold aus neben dem Tiefkühlbereich auch auf dem Frischemarkt aktiv werden. „Wir brauchen noch drei Hektar Fläche, um hier in der Nähe bauen zu können", sagt Bartels und wendet sich an Bürgermeister Michael Meyer-Hermann. „Wenn Sie noch etwas haben, reservieren Sie es bitte für uns; wir kommen dann bald auf sie zu."

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