13 Jahre nach dem Brand: Wohnkomplex an der Münsterstraße in Planung

Im Sommer 2006 gingen an der Münsterstraße ein Chinarestaurant und ein Fahrradladen in Flammen auf. Seitdem liegt die Fläche neben dem Wirus-Areal brach. Nun gibt es ein konkretes Vorhaben

Tasja Klusmeyer

Hier wird gebaut. - © Tasja Klusmeyer, HK
Hier wird gebaut. (© Tasja Klusmeyer, HK)

Versmold. Vereinzelt parken dort Fahrzeuge, mal wird das Grundstück in zweiter Reihe der Münsterstraße als Durchfahrt genutzt. Eine richtige Funktion hat die Fläche zwischen Knetterhauser Straße und dem Ladenkomplex am Minikreisel, wo die Filialisten Takko und Schuhpark Geschäftsräume haben, derzeit nicht. Das will die Eigentümerin ändern. Sie wagt einen erneuten Anlauf für eine Nachnutzung und möchte auf dem Areal ein Wohnobjekt realisieren. Dafür braucht es zunächst eine Bebauungsplanänderung.

Der Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss hat dafür jüngst das Verfahren auf den Weg gebracht oder – besser formuliert – es wieder aufgenommen. Bereits vor knapp vier Jahren beschäftigte sich die Politik mit einer möglichen Nachnutzung für das Areal, auf dem bis zum 19. Juli 2006 ein Geschäfts- und Gastronomiekomplex stand. Flammen zerstörten Fahrradladen und Restaurant komplett. Damals sollte ein angehender, 18-jähriger Feuerwehrmann einen Müllcontainer in Brand gesteckt haben; die Flammen griffen aufs Gebäude über und richteten verheerenden Schaden an.

Seitdem liegt die Fläche am Rand der Innenstadt brach. Planungsziel war und ist nun wieder die Umwandlung des dort festgesetzten Gewerbegebietes in ein Mischgebiet. 2015 war von Wohnnutzung kombiniert mit nichtstörendem Gewerbe wie Büro oder Praxen die Rede. Die ursprüngliche Idee, weiteren Einzelhandel oder eine Seniorenwohnanlage anzusiedeln, waren nach Angaben der Eigentümerin zuvor gescheitert.

„Gut, dass sich dort etwas bewegt"

Nachdem die Politik im Juni 2015 ein positives Signal für Wohnbebauung gesendet hatte, waren die Pläne seitens der Eigentümerin nicht weiter verfolgt worden. Das Verfahren zur Bebauungsplanänderung wurde ausgesetzt.

Nun gibt es ein neues Bebauungskonzept eines Investors, der auf dem 1.400 Quadratmeter großen Grundstück Mehrfamilienhausbebauung, optional in Kombination mit Büroflächen im Erdgeschoss, umsetzen möchte. Zugelassen werden soll maximal zweigeschossige, offene Bauweise, die sich an den umliegenden Bestand anpasst.

Die Form der Flächenmobilisierung wird von der Politik unterstützt. Einstimmig gab der Fachausschuss jetzt sein Okay zum weiteren Verfahren, das in beschleunigter Form erfolgen kann und dessen Kosten die Antragstellerin tragen wird. Stimmt auch der Stadtrat am 7. März zu, kann die Vorentwurfsplanung in die Öffentlichkeitsbeteiligung gehen. „Gut, dass sich dort etwas bewegt", befand Patrick Schlüter von der SPD.

Im weiteren Verfahren, so die Verwaltung, wird ein besonderes Augenmerk auf die Zufahrts- und Nachbarschaftssituation gelegt werden müssen. Der geplante Gebäudestandort liegt im Nahbereich der östlich angrenzenden Einzelhandelsflächen. Die Anlieferung müsse über das Baugrundstück erfolgen, so die Stadt in der Sitzungsvorlage. Unter Umständen sei deshalb ein Schallgutachten erforderlich.

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