Statistik 2018: Nachwuchs und Neubürger bringen Stabilität für Versmold

Vor zwei Jahren erreichte Versmold einen absoluten Spitzenwert bei der Einwohnerzahl. Seitdem werden es weniger Fleischstädter

Tasja Klusmeyer

Das Jahr 2018 in Zahlen: Versmold ist minimal geschrumpft. Die Veränderungen aber fallen kaum ins Gewicht. Nach wie vor hoch ist die Geburtenrate. Die Zahl der Eheschließungen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 98 Paare gaben sich vor Ort das Jawort, 89 waren es 2017. - © Sandra Neumann
Das Jahr 2018 in Zahlen: Versmold ist minimal geschrumpft. Die Veränderungen aber fallen kaum ins Gewicht. Nach wie vor hoch ist die Geburtenrate. Die Zahl der Eheschließungen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 98 Paare gaben sich vor Ort das Jawort, 89 waren es 2017. (© Sandra Neumann)

Versmold. Die Zuzüge aus dem Ausland haben in den Jahren 2015 und 2016 die Einwohnerzahl nach oben schnellen lassen. Beinahe wäre die 22.000er-Marke geknackt worden. Inzwischen ist man von diesem Wert wieder etwas entfernt. Zum 31. Dezember 2018 waren 21.709 Einwohner gemeldet – das sind 126 weniger als beim Rekord 2016 und gut 30 weniger als 2017. Fachbereichsleiter Thomas Tappe erklärt diese Entwicklung mit den normalen Schwankungen. „Eine leichte Bewegung nach unten, keine dramatischen Werte", sagt er.

Zusammen mit Bürgermeister Michael Meyer-Hermann präsentierte Thomas Tappe jetzt die Jahresstatistik. Große Ausreißer oder andere Besonderheiten kann die Verwaltungsspitze darin nicht erkennen. Das leichte Minus bei den Einwohnerzahlen liegt zum einen im Negativsaldo der Außen-Wanderung begründet. 1.165 Zuzügen stehen 1.179 Wegzüge gegenüber. Mit Blick auf die Zuwanderung von Flüchtlingen sagt Thomas Tappe: „Die Situation hat sich deutlich entspannt." Inzwischen sei hier das Niveau vor 2015 erreicht.

Rumänien löst Polen als Spitzenreiter ab

Erfreulich ist aus Sicht der Verwaltung der natürliche Saldo in der Bevölkerungsentwicklung. Nach wie vor sterben in Versmold mehr Menschen, als dass Babys geboren werden. Die Differenz ist allerdings gering. 195 Geburten gab es 2018. „Wir kratzen an der 200er-Marke." Demgegenüber stehen 215 Sterbefälle (Vorjahr: 241).

Die zuletzt konstant hohe Geburtenrate hat einen positiven Nebeneffekt. „Versmold ist jünger geworden", sagt Thomas Tappe. Der Altersschnitt aller Einwohner ist von 45 Jahre auf 44 Lenze gesunken. Besonders stark sind nach wie vor die 60er-Jahrgänge vertreten. In der Fleischstadt lässt es sich offenbar aber auch gut alt werden. Zwei Versmolderinnen feiern, eine gute Gesundheit vorausgesetzt, 2019 ihren 100. Geburtstag. Die älteste Frau der Stadt wird gar 106; der älteste Mann immerhin 99.

Die Zahlen der Verwaltung treffen zudem Aussagen über die unterschiedlichen Nationalitäten. 86 verschiedene Herkunftsländer hat Thomas Tappe gezählt. Lange Zeit machten die Polen die größte ausländische Bevölkerungsgruppe aus. Sie wurden 2018 abgelöst durch Menschen aus Rumänien. 475 sind in Versmold gemeldet; viele von ihnen sind Arbeitsmigranten. Dabei handelt es sich nicht mehr nur um kurzzeitige Beschäftigungsverhältnisse von Werkvertragarbeitnehmern. Zunehmend, so Bürgermeister Michael Meyer-Hermann zu einem kreisweiten Trend, suchten die Personen hier eine dauerhafte Perspektive und würden Familien nachholen. Drittstärkste Bevölkerungsgruppe sind die Spanier (228).

Stadt profitiert von Nachbarkommunen

Nicht immer haben die Menschen, die nach Versmold ziehen, einen weiten Weg. Die Stadt profitiert auch von Nachbarkommunen. Der Wanderungssaldo mit Borgholzhausen, Harsewinkel und Warendorf beispielsweise war im vergangenen Jahr positiv. Nach Halle oder Bad Laer hingegen sind 2018 mehr Versmolder gezogen als andersherum.

Innerhalb der Stadt werden ebenso fleißig Umzugskartons gepackt: genau 1.072 Mal im vergangenen Jahr. „Es ist Bewegung auf dem Wohnungsmarkt", sagt Thomas Tappe. Und die dürfte, so Bürgermeister Michael Meyer-Hermann, in diesem Jahr bedingt durch viele Bauaktivitäten vor Ort zunehmen. Und möglicherweise steigt damit auch wieder die Einwohnerzahl. Aber darüber wird die Statistik in zwölf Monaten Aussagen treffen.

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