VersmoldNeue Anlaufstelle für Brustkrebspatienten in Versmold

Vor vier Jahren bekam Manuela Paul die Diagnose Brustkrebs. Unter dem Dach des Vereins »Mamazone« gründet sie nun eine Selbsthilfegruppe. Dafür erfährt sie viel Anerkennung

Tasja Klusmeyer

Bitte eintreten: Mit ihrem Vorhaben rennt Manuela Paul (rechts) offene Türen ein – nicht nur bei Kerstin Walter vom Haus der Familie, die unterstützend zur Seite steht. - © Tasja Klusmeyer, HK
Bitte eintreten: Mit ihrem Vorhaben rennt Manuela Paul (rechts) offene Türen ein – nicht nur bei Kerstin Walter vom Haus der Familie, die unterstützend zur Seite steht. © Tasja Klusmeyer, HK

Versmold. Ende des Jahres erzählte Manuela Paul ihre Krankengeschichte dem Haller Kreisblattum auf ihre Vorhaben aufmerksam zu machen und um anderen Betroffenen Mut zu machen. „Ich habe so viel Positives gewonnen. Das möchte ich gerne weitergeben“, sagte die Versmolderin damals. Nach der Veröffentlichung habe täglich ihr Telefon geklingelt. „Die Resonanz war wahnsinnig positiv“, schildert Manuela Paul.

Viele Betroffene hätten sich gemeldet und die Offenheit im Umgang mit der Krankheit gelobt. Das Feedback bestätigt die 52-Jährige in dem, was sie vorhat. Als stellvertretende Regionalleiterin des bundesweit tägigen Vereins Mamazone gründet sie eine Selbsthilfegruppe. Erster Termin ist am Samstag, 26. Januar. Der Bedarf vor Ort und in der Region sei groß. „Die meisten haben darauf gewartet.“

Mit großer Willenskraft hat sie selbst der Krankheit den Kampf angesagt und dadurch – bei allen schweren Momenten – neue Lebensenergie gewonnen. Von diesen Erfahrungen sollen andere profitieren. Manuela Paul möchte mit erkrankten Frauen und Männern ins Gespräch kommen und neue Informationsmöglichkeiten bieten. Das können Vorträge von Medizinern oder anderen Fachleuten sein.

Sie stieß auf offene Ohren

Die Idee einer Selbsthilfegruppe vor Ort kam ihr bereits vor zwei Jahren. „Ich wusste aber überhaupt nicht, wie ich es anpacken sollte.“ Unter dem Dach von Mamazone hatte Manuela Paul inzwischen die Rückendeckung für ihr Vorhaben und nahm Kontakt zum Versmolder Haus der Familie auf. Dort stieß sie auf offene Ohren. „Das Angebot ist eine Bereicherung fürs Haus“, sagt Leiterin Kerstin Walter. Drei weitere Selbsthilfegruppen treffen sich dort.

Die Gruppen können kostenfrei die Räume nutzen; außerdem unterstützt die städtische Einrichtung bei der Bewerbung von Veranstaltungen und kann bei Bedarf auf ihren Etat beispielsweise für Referenten zurückgreifen. Im Abend- und Wochenendbereich gäbe es noch Kapazitäten für ähnliche Vorhaben, sagt Kerstin Walter.

Für Manuela Paul ist das Haus der Familie mit seinem geschützten Rahmen die passende Adresse für eine Selbsthilfegruppe. Sich im öffentlichen Raum beispielsweise in der Gastronomie zu treffen, wäre für sie nicht infrage gekommen. „Betroffene Frauen sind oft in sich gekehrt.“ Und in den eigenen vier Wänden könnte man schnell an die Kapazitätsgrenze stoßen.

Zum ersten Kennenlernen trifft sich die Selbsthilfegruppe am Samstag, 26. Januar, von 10 bis 12 Uhr im Haus der Familie, Altstadtstraße 4. Informationen sind bei Manuela Paul unter Tel. (0 54 23) 4 35 21 oder Kerstin Walter, Tel. (0 54 23) 93 02 08, erhältlich.