Versmolder Kaufleute ziehen Bilanz

Die Versmolder Kaufleute ziehen ein ganz unterschiedliches Fazit. Einige Einzelhändler sind ziemlich zufrieden, andere hätten sich mehr und die Kunden vor allem früher gewünscht

Marion Bulla

Kann sich nicht beklagen: Margaretha Zent, Teamleiterin in der Parfümerie Schuback, zieht für das Weihnachtsgeschäft ein sehr positives Fazit. - © Marion Bulla
Kann sich nicht beklagen: Margaretha Zent, Teamleiterin in der Parfümerie Schuback, zieht für das Weihnachtsgeschäft ein sehr positives Fazit. (© Marion Bulla)

Versmold. Die Adventszeit ist für viele Ladeninhaber die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Da geht so manch ein Geschenk über die Theke und das freut die heimische Geschäftswelt. So wie Volker Rummler vom gleichnamigen Medienhaus. In seinem Laden, der seit Ende November an der Münsterstraße 45 beheimatet ist, laufen vor allem Fernseher. Mitarbeiter Andreas Maier, der die Geräte ausliefert, hat alle Hände voll zu tun. „Die Fernseher schenken sich die Kunden meistens selbst. Für den Nachwuchs gibt es dann Bluetooth-Geräte, Kopfhörer oder Handyzubehör“, berichtet Rummler. Er ist zufrieden. „Das Geschäft läuft gut. Auch die Haushaltskleingeräte werden verschenkt“, ergänzt Mitarbeiterin Marita Susewind.

Gut gelaufen: „Unser Geschäft läuft bombastisch“, freuen sich Rosi Dieckmann-Rose (links) und Yvette Rauh. - © Marion Bulla
Gut gelaufen: „Unser Geschäft läuft bombastisch“, freuen sich Rosi Dieckmann-Rose (links) und Yvette Rauh. (© Marion Bulla)

Ebenso zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft ist Rosi Dieckmann-Rose. Ihr kleiner Laden »Rosis Schenken & Genießen« boomt derzeit. „Wenn es jetzt nicht läuft, wann dann?“, fragt sie gut gelaunt. Seit zwei Wochen laufen ihr die Kunden die Bude ein. „Wir kommen mit dem Verpacken gar nicht nach.“

Ganz so positiv sieht es bei Roland Bredow nicht aus. Klar, Schmuck wird jetzt viel gekauft, aber er hat festgestellt, dass das Geschäft erst jetzt anzieht. „Vorige Woche war es noch eher überschaubar. Erst seit ein paar Tagen ballt es sich hier und man kann von einem echten Weihnachtsgeschäft sprechen“, sagt Bredow. Bei ihm gehen in erster Linie Uhren und Ringe über die Ladentheke. „Das »Bling Bling« der Vorjahre ist passé. Jetzt sind mehr schlichtere Schmuckstücke im Trend“, so Bredow.

Modebranche hat mit mildem Winter zu kämpfen

Das Weihnachtsgeschäft an sich kann Roland Bredow noch nicht beurteilen. Er ist Mitglied im Vorstand der Interessengemeinschaft Einkaufsstadt Versmold (IGEV) und kann jedoch sagen, dass die Einkaufsgutscheine des Gewinnspiels »Schwein gehabt« mehr als gut laufen. „Die Resonanz darauf hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht“, berichtet Bredow. Auf das Öffnen in der Mittagszeit reagieren die Kunden allerdings eher verhalten.

„Das Weihnachtsgeschäft ist zwar da, aber man fragt sich: Ist das die Ruhe vor dem Sturm?“, findet auch Valentina Esau vom Modegeschäft M 1, dass die Konsumfreude der Kunden in diesem Jahr ein wenig später einsetzt. Ihre Branche hat in erster Linie mit dem allzu milden Winter zu kämpfen. Schals und dicke Mäntel bleiben da liegen.

Dass Parfümerien gute Geschäfte machen, wenn es ums Schenken geht, ist allgemein bekannt. So ist es derzeit in der Parfümerie Schuback auch immer ziemlich voll. Wo sonst eigentlich hauptsächlich Frauen einkaufen, sind es zurzeit nun die Herren der Schöpfung.

„Wir haben derzeit 75 Prozent Männer als Kunden. Viele haben mit dem Handy das Lieblingsparfüm ihrer Partnerin abfotografiert und kaufen es dann bei uns. Eine tolle Sache. So liegt am Ende auf jeden Fall das richtige unter dem Weihnachtsbaum“, sagt Teamleiterin Margaretha Zent und freut sich über die Schläue der Kunden. Der Renner hier: »Chanel No5«.

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