Brückensanierung wird teurer als erwartet

Doppelter Ersatz? Die Bauwerke Wippelpatt und Jägerstraße weisen erhebliche Schäden auf. Nun prüft die Stadt, ob tatsächlich beide benötigt werden

Tasja Klusmeyer

Wird diese Brücke noch gebraucht? Der Übergang Wippelpatt muss saniert werden. Die Stadt prüft, ob sich das überhaupt lohnt oder es Alternativen gibt. - © Stadt Versmold
Wird diese Brücke noch gebraucht? Der Übergang Wippelpatt muss saniert werden. Die Stadt prüft, ob sich das überhaupt lohnt oder es Alternativen gibt. (© Stadt Versmold)

Versmold. Die Zahl der täglichen Nutzer ist vermutlich überschaubar. Diejenigen, die die Brücken passieren, aber sind dringend auf sie angewiesen. In erster Linie sind das fünf Landwirte, die ihre Flächen im Bruch erreichen müssen. Zwei Wege werden zurzeit vornehmlich genutzt: über die Brücken Wippelpatt und Jägerstraße.

Beide Bauwerke haben 2016 die Zustandsnoten 3,4 und 3,5 erhalten. „Bei einer 4,0 müssten wir absperren“, informierte Rathausmitarbeiterin Sandra Szczypior im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung die Politik. „Es wird Zeit“, sagte sie in Hinblick auf die geplante Sanierung.

Bereits im Sommer hatte sich der Ausschuss mit den beiden Vorhaben befasst und einer Erhöhung der Mittel, die erstmalig 2017 in den Haushalt eingestellt worden waren, zugestimmt. Kosten: 200.000 Euro pro Brücke. Inzwischen ist für die Jägerstraße die Ausführungsplanung weitgehend abgeschlossen. Und sie hat ergeben, dass eine andere Ausführungsart erforderlich sein und die Stadt deshalb mit dem Ansatz nicht auskommen wird.

Allein 300.000 Euro an der Jägerstraße

Allein für die Erneuerung des Bauwerkes an der Jägerstraße sind 300.000 Euro erforderlich. Um wirtschaftliche Preise zu erzielen, will die Stadt bereits zum jetzigen Zeitpunkt die Maßnahme öffentlich ausschreiben. Die Sanierung soll im Sommer 2019 erfolgen.

Gedeckt werden soll die Mehrausgabe im kommenden Haushaltsjahr zunächst durch die Mittel, die für die zweite Brücke zur Verfügung stehen. Ohnehin könnten – wegen der erforderlichen Erreichbarkeit – nicht beide Maßnahmen gleichzeitig erfolgen.

Ob die Brücke Wippelpatt tatsächlich saniert werden soll, oder ob man sie perspektivisch für den Fahrzeugverkehr aufgeben könnte, das soll in der Zwischenzeit weiter geprüft werden. Diese Möglichkeit hatte die Stadt bereits mit den betroffenen Landwirten erörtert – bisher ohne einen Konsens erzielen zu können.

Durch den Wegfall einer Brücke würden sich neue Wegeverbindungen ergeben. „Wir wollen möglichst vermeiden, dass der landwirtschaftliche Verkehr durch Oesterweger Wohnbereiche fließt“, nannte Fachbereichsleiter Dirk Niggemann einen Knackpunkt. Bei den Alternativstrecken im Außenbereich hingegen müsse die Befahrung mit großen Maschinen möglich sein. Dafür müssten bei Bedarf Kurvenbereiche bautechnisch verändert werden, was wiederum von Eigentumsverhältnissen abhängig ist.

All das sind Punkte, die die Stadt nun weiter prüfen wird. Sollte eine Aufgabe der Brücke Wippelpatt nicht möglich sein, müsste die Politik weitere Mittel bereitstellen.

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