Schließung der Hundewiese - Hundebesitzer sind enttäuscht

Der Kreis und die Stadt haben die Schließung angeordnet. Die Privatinitiative stand offenbar nicht im Einklang mit dem Flächennutzungsplan

Silke Derkum-Homburg

Aus der Traum: Nach den Reaktionen vieler Hundebesitzer zu urteilen, ist der Bedarf für eine Hundewiese in Versmold groß. Offenbar hätten viele dieses private Angebot gerne genutzt. - © Silke Derkum-Homburg
Aus der Traum: Nach den Reaktionen vieler Hundebesitzer zu urteilen, ist der Bedarf für eine Hundewiese in Versmold groß. Offenbar hätten viele dieses private Angebot gerne genutzt. (© Silke Derkum-Homburg)

Versmold-Peckeloh. Die geschlossene Hundewiese in Peckeloh erhitzt die Gemüter. Fast 70 Kommentare haben sich seit dem Bericht im Haller Kreisblatt unter den Artikelveröffentlichungen im Internet angesammelt. Der Tenor der meisten: Enttäuschung und Wut auf die vermeintlich Verantwortlichen.

Zuständig für die Schließung ist der Kreis Gütersloh. Am 15. November habe es eine Beschwerde der Stadt Versmold beim Kreis gegeben, heißt es auf Anfrage des Haller Kreisblatts. Der Grund dafür sei gewesen, dass die Hundewiese an der Stränger Straße dem Flächennutzungsplan und dem Baugesetzbuch widerspreche.

Dabei hatte die Stadt selber nur wenige Tage vor der eigenen Beschwerde die Hundewiese auf ihrer Facebookseite vorgestellt und die private Initiative gelobt. Fünf Tage später sei dann ein Kontrolleur des Kreises vor Ort gewesen und habe sich die Gegebenheiten angesehen. Das Ergebnis dieser Besichtigung seien zwei Punkte gewesen, die nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprachen, erläutert eine Mitarbeiterin der Pressestelle des Kreises.

Hundewiese nur in einem Industriegebiet möglich

Zum einen der oben erwähnte Verstoß gegen Flächennutzungs- und Baugesetzbuch. Denn zur Wiese gehören auch ein Parkplatz und Aufbauten, die als Bauwerke zu sehen seien. Das Bauen im Außenbereich ist aber nur unter ganz besonderen Umständen erlaubt.

Zum anderen geht es um den nicht eingehaltenen Emissionsschutz. Grundsätzlich sei der Betrieb einer Hundewiese zu laut und planungsrechtlich nicht möglich, wenn die Nachbarn so dicht daran wohnten, wie im vorliegenden Fall, erklärt die Kreissprecherin.

Das bestätigt auch Dirk Niggemann, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt, der im Versmolder Rathaus für die Hundewiese zuständig ist. Aufgrund des Lärms, den die Hunde und auch die nach ihnen rufenden Besitzer machten, sei eine solche Anlage nur in einem Industriegebiet möglich. Der Schutzanspruch der Wohnbevölkerung gehe vor, sagt Niggemann und betont, dass die Stadt sich erst an den Kreis gewandt habe, nachdem es eine Anwohnerbeschwerde gegeben habe.

Anders sei der Lärmschutz beispielsweise bei Kindergärten zu bewerten, erklärt Niggemann auf Nachfrage. Diese seien sozialadäquat und daher trotz Lärm auch in Wohngebieten erlaubt.

Bürger fordern Initiative der Stadt

Im Peckeloher Fall sei die Entscheidung über die Schließung am vergangenen Donnerstag kreisintern gefallen. Am Freitag habe die Stadt Versmold die Eigentümer der Wiese darüber unterrichtet und kurz danach auch die Werbung für die Wiese von der städtischen Facebookseite genommen.

Die Versmolder SPD hatte vergangene Woche im Planungsausschuss einen Antrag auf Ausweisung einer Hundewiese auf einem städtischen Grundstück am Ostendorfs Hof gestellt. Doch der Stadt gehörten davon nur 600 Quadratmeter, so dass der Antrag damit hinfällig gewesen sei, sagt Niggemann. Viele der Hundebesitzer, die sich in Onlinekommentaren geäußert haben, fordern nun – teils unter Verweis auf die Hundesteuer – von der Stadt eine Initiative für eine Hundewiese in Versmold. Man habe bereits die städtischen Flächen geprüft, sagt Dirk Niggemann, aber keine geeignete gefunden.

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