Erste Stolpersteine sollen am 11. Dezember verlegt werden

Projekt Stolpersteine: Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Nun sind die Versmolder gefordert.

Marc Uthmann

Wird die Steine verlegen: Gunter Demnig. - © Anke Schneider, HK
Wird die Steine verlegen: Gunter Demnig. (© Anke Schneider, HK)

Versmold. Neun erste Steine sollen am Dienstag, 11. Dezember, verlegt werden. Kleine Steine mit einer großen Botschaft. Auf ihnen befinden sich die Namen Versmolder Bürgern, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Nur aufgrund ihres jüdischen Glaubens. Künftig sollen kleine Stellen im Pflaster an das Schicksal von Nathan Lefmann, Leo und Lina Spiegel (Gestermannstraße 9), Luise Bergfeld und Simon Blein (Ravensberger Straße 17) sowie Julie, Bernhard, Selma und Alma Alena Steinfeld (Wiesenstraße 11) erinnern.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig startet an jenem Dienstag ab 13.30 Uhr – beginnend mit der Gestermannstraße. „Wir wollen für diesen Tag eine maximale Öffentlichkeit herstellen“, warb Stadtarchivar Rolf Westheider im Jugend-, Kultur- und Schulausschuss noch einmal für das Projekt. „Möglicherweise werden Nachfahren der Familie Steinfeld dabei sein“, berichtete der Historiker weiter. Es habe zuletzt eine E-Mail-Korrespondenz mit Verwandten aus Australien dazu gegeben.

CJD-Schulpfarrer Rüdiger Schwulst hat sich mit einer Arbeitsgruppe ebenfalls auf den Tag vorbereitet – die Schüler werden bei der Verlegung einen Beitrag leisten. „Die Stolpersteine sollen die Opfer der Judenverfolgung zurück an den Ort ihres Lebens bringen“, sagte Westheider und fügte das Zitat eines Schülers an, der bei der Verlegung in Rheda-Wiedenbrück dabei war: „Man stolpert über diese Steine nicht mit den Füßen, sondern mit dem Kopf und mit dem Herzen.“

Es ist möglich, für 120 Euro die Patenschaft für einen Stein zu übernehmen. „Und zwar nicht, weil die Stadt die Kosten nicht übernehmen will, sondern weil es eine schöne Geste ist“, erklärte Westheider und stieß in der Politik sofort auf große Resonanz. SPD, Grüne, CDU und UWG kündigten direkt an, eine Patenschaft übernehmen zu wollen, ebenso wie die stellvertretende Bürgermeisterin Ulrike Poetter und Familie Märländer aus Hesselteich.

Rolf Westheider könnte sich vorstellen, im Zwei-Jahres-Rhythmus Stolpersteine zu verlegen. „Dann bliebe genug Zeit, weitere Lebensgeschichten zu recherchieren. Das Projekt sei ein wichtiges Zeichen „in außergewöhnlichen politischen Zeiten wie diesen“.

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