31-Jähriger durch Messerstich in den Kopf schwer verletzt

Marc Uthmann

Tatort: Die Unterkunft am Brüggenkamp. - © Andreas Eickhoff
Tatort: Die Unterkunft am Brüggenkamp. (© Andreas Eickhoff)

Versmold. Mit schlimmen Folgen für einen 31-jährigen Bewohner ist am Montagabend ein Streit in der städtischen Flüchtlingsunterkunft am Brüggenkamp eskaliert. Ein 38-jähriger Mann, der ebenfalls in der Unterkunft wohnt, stach dem Opfer mit einem Messer in den Kopf.

Um 18.17 Uhr hatten Zeugen der Polizei die verletzte Person in der Unterkunft gemeldet, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Kreispolizeibehörde und Staatsanwaltschaft. „Dabei handelte es sich um andere Bewohner, die auch die Erstversorgung des Opfers geleistet haben", erklärte Polizeisprecherin Katharina Felsch auf Anfrage des Haller Kreisblattes.

Opfer schwebt nicht 
in Lebensgefahr

Die Beamten trafen vor Ort auf einen stark blutenden und am Boden liegenden 31-jähriger Mann. Er wurde durch Rettungskräfte sofort nach Osnabrück ins Krankenhaus gebracht. In Lebensgefahr schwebt das Opfer nicht, so die Sprecherin. Doch nicht zuletzt aufgrund der Schwere der Verletzungen ermittele man wegen versuchten Totschlags.

Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass es zwischen den beiden Männern in der Gemeinschaftsküche sowie auf dem Flur der Unterkunft offenbar zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung gekommen kam. Der Streit schaukelte sich demnach hoch, bis der 38-jähriger Mann ein Messer nahm und mindestens einmal auf den Kopf des 31-jährigen Mannes einstach.

Woran sich der Streit entzündete, darüber hatte die Polizei am Dienstag zunächst noch keine Erkenntnisse. „Hinweise auf den Einfluss von Alkohol gibt es bisher nicht", sagte Katharina Felsch.

Die Kriminalpolizei sicherte vor Ort Spuren am Geschädigten, am Beschuldigten und in der Unterkunft. Der 38-jährige mutmaßliche Täter wurde direkt festgenommen, ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags gegen den Mann eingeleitet. Er sollte noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Aktuell leben in der Unterkunft 59 Menschen aus zehn verschiedenen Ländern, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte. „Der nähere Hintergrund der Auseinandersetzung ist uns bisher noch nicht bekannt", hieß es aus dem Versmolder Rathaus. Bisher habe man bestmöglich darauf geachtet, dass Menschen, bei denen sich ein mögliches Konfliktpotenzial ergeben könnte, nicht in einer Unterkunft zusammen leben. „Darauf werden wir selbstverständlich auch zukünftig weiter achten."

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