Von Schlager bis Rock: So war das Versmolder Stadtfestival

Silke Derkum-Homburg,Melanie Wigger

Castingband: Lisa, Rebecca, Louiza und Anna sind Deutschlands erste Schlager-Girlgroup und treten unter dem Bandnamen »Lichtblick« auf. Die jungen Frauen können nicht nur singen – sie tanzen auch mit einer einstudierten Choreographie. - © Melanie Wigger
Castingband: Lisa, Rebecca, Louiza und Anna sind Deutschlands erste Schlager-Girlgroup und treten unter dem Bandnamen »Lichtblick« auf. Die jungen Frauen können nicht nur singen – sie tanzen auch mit einer einstudierten Choreographie. (© Melanie Wigger)

Versmold. Der Freitagabend gehört traditionell den Versmoldern. Und die lassen sich nicht lange bitten. Ab 20 Uhr spielt der Alleinunterhalter Kalli Koppold im Biergartenzelt am Schweinebrunnen. Er sitzt an einer Mischung aus Hammond-Orgel und DJ-Pult, singt von »Zwei kleinen Italienern« und der »Die immer lacht« und schon nach kurzer Zeit kommen die Ersten auf die Tanzfläche – und bis Mitternacht bleibt sie gefüllt. Sitzen, reden, trinken, Leute treffen und feiern – das Biergartenkonzept auf dem Marktplatz hat sich längst etabliert.

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Ein wenig schwerer haben es da die Vollblutmusiker von »Rockvalley«, die auf der großen Bühne am Rathaus spielen. Sie bieten besten Cover-Rock und eine temperamentvolle Show. Doch die durchaus zahlreich erschienenen Zuhörer tun sich anfangs etwas schwer damit, den großen Platz vor der Bühne zu füllen und halten sich lieber – mitwippend und singend – an den Bierständen und am Rand des Platzes auf. „Wir sehen euch nicht, seid ihr noch da?", fragen die Musiker. Mit Erfolg. Am Ende wird auch auf dem Rathausplatz begeistert getanzt.

So war das Versmolder Stadtfestival

Mit Girlpower wird das Samstagabend-Programm am Rathaus eröffnet. Viele Familien tummeln sich auf dem Platz, nachdem der Moderator auch die Besucher in den hinteren Reihe motiviert, dicht an die Bühne zu rücken, um den Top Act möglichst nah zu erleben: Deutschlands erste Schlager-Girlgroup »Lichtblick« verführt spontan so manchen Konzertbesucher zum Klatschen, Arme heben und Mitwippen. Die Sängerinnen selbst geben auf der Bühne Vollgas. Nicht nur stimmlich, sondern vor allem choreographisch. Jede Bewegung sitzt. Dabei hatte die zusammengecastete Band erst vor wenigen Monaten ihre Premiere.

Dass ihre Songs schnell zum Mitsingen verführen, hängt möglicherweise damit zusammen, dass hinter der vierköpfigen Band die »Atemlos«-Texterin Kristina Bach steckt. Sie hat Rebecca, Anna, Louiza und Lisa Ende 2016 ausgewählt.

Während der Top-Act noch auf der Bühne steht, geht es am Schweinebrunnen schon weiter: Das Rockabilly-Fieber bricht aus. Die »Hotwheels« verführen den ein oder anderen Fifties-Fan zum Mittanzen, während es sich die meisten Zuhörer an den Tischen unterm Zelt gemütlich machen und von dort aus entspannt der Mischung aus Kontrabass, E-Gitarre und Schlagzeug zu altbekannten Coversongs lauschen. Auch die Brunnenschweine, die mit unter das Zelt durften, hören zu.

Ein paar Regentropfen um kurz vor neun! Falscher Alarm, denn auch das dritte Konzert vor dem Rathaus kann beginnen. Linda Freeland betritt die Bühne. Obwohl sich das Publikum bis dahin schon deutlich ausgedünnt hat, lässt sich die Soul-Diva nicht davon abhalten, mit ihrem Hüftschwung und ihrer kraftvollen Stimme die Besucher an den Getränkeständen und Imbissbuden zu unterhalten.

Kein Wunder, denn die US-amerikanische Sängerin und Wahl-Frankfurterin stammt aus einer richtigen Musikerfamilie und produziert bereits seit 20 Jahren Hits, mit denen sie es mehrfach in die deutschen Top-40-Charts schaffte.

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