Das Ende einer Storchen-Lovestory

Melanie Wigger

Störche im Versmolder Bruch - © Ludger Steinbrede
Störche im Versmolder Bruch (© Ludger Steinbrede)

Versmold . Keine Störche! Bei meinen letzten Touren durchs Bruch war das Nest leer. Dass die Sommer-Lovestory ein Ende nimmt, zeichnet sich seit einigen Wochen ab. Mehrfach gingen Anrufe ein – über das erste Flügel-Training, über die erste Landung samt Rückkehr ins Nest und über den ersten Familienausflug im Bruch. Eine Tour der vier erlebte ich sogar live und kam deshalb später zur Arbeit (das war’s wert).

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Nicht nur ich, sondern auch viele Leser hielten fleißig Wache auf dem Beobachtungsposten. Zwischen den Fotoshootings mit dem wohl beliebtesten Versmolder Tiermotiv hatte so mancher sogar noch Zeit, sich von mir, der Storchenreporterin, ausfragen zu lassen. Großer Dank an all meine Nestbekanntschaften, dass sie mich immer wieder auf den neuesten Stand gebracht haben, wenn ich mal ein paar Tage nicht selbst nach dem Rechten sehen konnte. Und ein noch größerer Dank an alle, die mir Bilder geschickt haben. Es sind so viele, dass leider nicht alle auf diese Seite passen.

Das Ende einer Storchen-Lovestory

Die schwarz-weißen Küken haben auch Werner Franz bewegt. Der ehemalige Leiter des Hegerings Versmold hat das Projekt vor sieben Jahren vorangetrieben: „Ich bin schon als Kind immer in das Bruch gegangen und habe immer gewusst, hier gehört ein Storch hin." Die Jäger des Hegerings trafen sich im September 2011 im Bruch, um diese Idee zu verwirklichen. Das Nestplateau ließen sie in Rietberg anfertigen. Unternehmer Stephan Potthoff-Wenner spendete 600 Euro für das Projekt. Den elf Meter langen Mast organisierten einige Landwirte. Mit einem Teleskoplader richtete Landschaftsgärtner Klaus Meyer das Nest auf. „Ich bin stolz, dass wir das hingekriegt haben", sagt Franz. Auf ein weiteres Nest im Bruch wolle man jedoch verzichten. Dafür sei der Appetit dieser Tiere doch zu ausgeprägt.

Dass es nun Zeit zum Abschiednehmen ist, mache Franz nichts aus: „Sollen sie sich ruhig schon auf den Weg nach Spanien machen. Dieses Jahr gibt es hier wegen der Hitze nicht mehr viel zu fressen. Sie sind gut gewachsen und werden es schon schaffen. Ich wünsche ihnen viel Glück und alles Gute." Dem schließe ich mich an und sage: Auf Wiedersehen, meine schwarz-weißen Freunde!

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