Das sind die Top Acts des Versmolder Stadtfestivals

Tasja Klusmeyer

Archivbild von 2017: The Hotwheels am Marktplatz in Versmold - © Tasja Klusmeyer
Archivbild von 2017: The Hotwheels am Marktplatz in Versmold (© Tasja Klusmeyer)
Peter Sochart, Mario Haberkamp, Roland Bredow, Ines Nagel und Reiner Stodieck. - © Tasja Klusmeyer
Peter Sochart, Mario Haberkamp, Roland Bredow, Ines Nagel und Reiner Stodieck. (© Tasja Klusmeyer)

Versmold. Vor zwei Jahren lieferten die Dorfrocker – drei Brüder in Lederhosen – dem Versmolder Publikum eine gute Show. Diesmal sind es vier junge Damen, die zu den Highlights im Programm zählen. Entdeckt von Musikproduzentin Kristina Bach, die unter anderem den Hit »Atemlos« für Helene Fischer geschrieben hat, gilt das Quartett als Lichtblick am Schlagerhimmel und als erste Schlager-Girlgroup des Landes. Fernsehmoderatorin Carmen Nebel kündigte in ihrer Sendung im März echte „Girlpower" an. Anna, Louiza, Rebecca und Lisa lieferten diese und sind seit dem TV-Auftritt auf der Musikkarriereleiter steil nach oben geklettert.

Gut, dass zu diesem Zeitpunkt der Vertrag mit »Lichtblick« für den Stadtfestival-Auftritt bereits unter Dach und Fach war. „Heute könnten wir sie nicht mehr bezahlen", sagt Reiner Stodieck. Der erfahrene Eventmanager griff zu, als sich die Girlgroup noch im Aufbau befand. Mit dieser Schlager-Show dürfte ein Teil der Versmolder Partypublikums jedenfalls bestens versorgt sein. Lichtblick steht am Samstagabend auf der Nagel-Group-Bühne.

Freunde von Rock, Pop und Soul sind bei der Zusammenstellung des Programms aus etwa 2000 Bewerbungen ebenso nicht vergessen worden. Bühnenerfahrung und Medienpräsenz – und davon nicht zu wenig – können auch die anderen Künstler vorweisen. Zum Beispiel »The Buttshakers« aus Frankreich, die den Auftakt ins Musikprogramm am Freitag, 24. August, bilden. 2015 zeichnete der WDR-Rockpalast ein Konzert mit der vierköpfigen Band auf, die ein Genre vertritt, das in den vergangenen Stadtfestival weniger vertreten war: Soul.

Die Franzosen überlassen die Bühne am Rathaus nach gut einer Stunde vier Musikern aus Rostock. Als NDR/MDR-Tourband, in Clubs und bei Open-Airs hat sich Rockvalley um Frontfrau Saskia Denkmann einen Namen gemacht. Rockmusik ist ihr Ding.

"Er hat die Scheune gerockt und die Leute auf die Stühle gebracht"

Einige Meter weiter am Schweinebrunnen gehört die Bühne am Freitag einem Mann aus der Pfalz. Eine Gruppe aus Versmold erlebte den Musiker und Entertainer Kalli Koppold vor einiger Zeit – und war begeistert. Zu ihnen gehörte Dirk Ludewig, bis vor kurzem Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft Einkaufsstadt Versmold (IGEV), die das Stadtfestival veranstaltet. Zusammen mit Weinhändlerin Lissy Josephs war die Reisegruppe zu Gast beim Hauswinzer in Bockenheim. „Er hat die Scheune gerockt und die Leute auf die Stühle gebracht", schildert Ludewig. Nun soll Kalli Koppold mit bekannten Hits und Evergreens sowie Wortwitz das Publikum im überdachten Biergarten am Marktplatz unterhalten.

Starke Frauenstimmen erobern die Nagel-Group-Bühne am Samstag. Lichtblick übergibt das Mikrofon einer international erfahrenen und erfolgreichen Künstlerin: Linda Freeland. Statt Schlager gibts dann Soul, Funk und R&B mit einem Schuss Disco. „Sie ist jemand, der es sich leisten kann, Whitney Houston zu singen", sagt Stodieck über die Künstlerin.

Am Samstagabend sehen und hören die Versmolder zudem Bekanntes aus dem Vorjahr. »The Hotwheels« sind erneut am Schweinebrunnen mit ihrem Rockabilly-Sound zu Gast – die einzigen Wiederholungstäter im Programm. „Die geringe Anzahl an Bandwiederholungen zeichnet Versmold aus", sagt Reiner Stodieck.

Mit Entertainer Andy Clapp hat die IGEV seit längerer Zeit mal wieder für Sonntagnachmittag einen Programmpunkt auf der Bühne geplant. Auf dem Marktplatz präsentiert er Zauberer, Jonglage und Comedy.

„Wir wollen keinen Einheitsbrei"

Zur Philosophie der Stadtfestival-Macher gehört die bunte Mischung, die von Jahr zu Jahr variiert. „Wir wollen keinen Einheitsbrei", sagt Reiner Stodieck zu den ganz unterschiedlichen Künstlern, die Versmold schon erlebt hat. Er gibt Musikern eine Bühne, von deren Qualität er überzeugt ist. Allein ums Partymachen gehe es nicht. Die IGEV trifft damit nicht immer jeden Geschmack und muss sich auch schon mal Kritik gefallen lassen. Im vergangenen Jahr waren die Bands und Musikrichtungen vielen zu speziell. Sie beklagten zu wenig Volksfestcharakter.

Diesmal dürfte das Musikpaket ausreichend davon bereithalten. „Das Programm wechselt immer mal wieder und hat eben auch damit zu tun, welche Acts wir verpflichten können", erklärt Stodieck. Vom Bühnenprogramm in zwei Wochen ist er überzeugt. „Diese Qualität und musikalische Vielfalt gab es noch nie. Mehr geht nicht." Etwas Vergleichbares für den Besucher zum Nulltarif fände man im Altkreis nicht.

Die Planungen sind diesmal von zwei Faktoren erschwert worden. Bis vor wenigen Wochen musste die IGEV davon ausgehen, wegen der für diesen Sommer geplanten Baustelle am Rathaus eine Alternative zum bewährten Bühnenstandort finden zu müssen. Inzwischen steht fest, dass die Platzumgestaltung erst 2019 umgesetzt wird. Das letzte Augustwochenende wird also eine Art Abschiedsfete vom bisherigen Veranstaltungsgelände. Außerdem ist die Kaufmannschaft nach dem Ausscheiden Jürgen Kleines zurzeit ohne Vorsitzenden und musste Aufgaben umverteilen. „Wir sind ein eingespieltes Team", sagt Ines Nagel. „Und wir machen es gerne", ergänzt Mario Haberkamp.

So bekommen die Versmolder vom 24. bis 26. August ein gewohnt volles Programm geboten.

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