Risken öffnet Hartmannshof in Loxten für "Bird-Bags" und mehr

Silke Derkum-Homburg

Malerisch: Der ehemalige Hof Knemeyer ist unter seinem ursprünglichen Namen Hartmannshof den Sommer über eine Pilgerstätte für Kunstfreunde. - © Silke Derkum-Homburg, HK
Malerisch: Der ehemalige Hof Knemeyer ist unter seinem ursprünglichen Namen Hartmannshof den Sommer über eine Pilgerstätte für Kunstfreunde. (© Silke Derkum-Homburg, HK)

Versmold-Loxten . Auch wenn es keine Kunstwerke zu sehen gäbe, wäre der Hartmannshof – in Loxten besser bekannt als der ehemalige Hof Knemeyer – einen Besuch wert. Das 1822 errichtete Fachwerkensemble mit der imposanten Einfahrt ist in den vergangenen Jahren aufwendig restauriert worden. Hohe Bäume, plätschernde Brunnen, gackernde Hühner und mehrere bewohnte Storchenhorste geben dem Besucher ein Heile-Welt-Gefühl.

Kreativ: Typenhebel einer mechanischen Schreibmaschine hat Georg Wittwer zum Federkleid von Vögeln umgestaltet. Die Initialen in den Augen des linken Vogels sind dabei nicht ganz zufällig gewählt. - © Silke Derkum-Homburg, HK
Kreativ: Typenhebel einer mechanischen Schreibmaschine hat Georg Wittwer zum Federkleid von Vögeln umgestaltet. Die Initialen in den Augen des linken Vogels sind dabei nicht ganz zufällig gewählt. (© Silke Derkum-Homburg, HK)

In dieser Atmosphäre präsentiert die Heinrich-W.-Risken-Stiftung »Kunst im Kotten « – und jeder, der sich dafür interessiert, ist auf dem Hof willkommen. Im ehemaligen Schweinestall, einem Nebengebäude, sind 26 Arbeiten von Maggy Kaiser zu sehen. Die 1922 in Mulhouse geborene und inzwischen im Elsass lebende Französin ist eine von drei Künstlern, deren Lebenswerk sich im Besitz der Stiftung befindet. In deren Archiv lagern mehrere tausend Kunstwerke, vornehmlich von Maggy Kaiser, Helga Rensing und Gunther Keusen , dessen Bilder im vergangenen Jahr bei der Premiere der »Kunst im Kotten «-Reihe zu sehen waren.

Maggy Kaiser, deren Werk 2016 bereits in einer Einzelausstellung in der Kunsthalle Bielefeld zu sehen war, hat sich der abstrakten Formensprache verschrieben. An den Wänden des Ausstellungsraumes sind Beispiele aus all ihren Schaffensperioden zu sehen, angefangen in den 1950er-Jahren bis in die 2000er. Die Entwicklung ist dabei deutlich zu erkennen.

Abstrakt: Ein ganzer Ausstellungssaal, der frühere Schweinestall, ist dem Werk von Maggy Kaiser gewidmet. Zu sehen ist ein Querschnitt ihrer Kunst von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart. - © Silke Derkum-Homburg, HK
Abstrakt: Ein ganzer Ausstellungssaal, der frühere Schweinestall, ist dem Werk von Maggy Kaiser gewidmet. Zu sehen ist ein Querschnitt ihrer Kunst von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart. (© Silke Derkum-Homburg, HK)

Im ehemaligen Kuhstall des Hofes stehen die Werke von Georg Wittwer . Vor rund 30 Jahren habe er Heinrich Risken bei dessen Besuch an der Düsseldorfer Kunstakademie kennengelernt, berichtet Wittwer . Die Verbundenheit zu dem Kunstmäzen spiegelt sich auch in einem der Werke wider, in das Wittwer Riskens Initialen eingebaut hat.

Der 59-jährige Wittwer ist Objektkünstler und seit seiner Jugend „ein manischer Sammler von weggeworfenen Dingen", wie ihn Kunsthistorikerin Annegret Rittmann in der Einführung zur Ausstellung beschreibt. Bei den 40 geladenen Gästen der Preview zur Ausstellung kommen vor allem die „Bird-Bags" gut an. Vögel, deren Körper aus mit Beton ausgegossenen Handtaschen besteht, während Hals, Kopf, Beine und Füße aus Metallschrott gefertigt sind. Verziert wird das Ganze mit Dekomaterial, das Georg Wittwer in Ein-Euro-Shops kauft. Die dort angebotenen Dinge seien ja schließlich auch oft Schrott, erklärt er seine Herangehensweise.

Gut gelaunt: Künstler Georg Wittwer war bei der Eröffnung der Ausstellung vor Ort und erklärte gerne seine Kunst. Besonders oft musste er die Frage nach den Schuhen der Vögel beantworten. - © Silke Derkum-Homburg, HK
Gut gelaunt: Künstler Georg Wittwer war bei der Eröffnung der Ausstellung vor Ort und erklärte gerne seine Kunst. Besonders oft musste er die Frage nach den Schuhen der Vögel beantworten. (© Silke Derkum-Homburg, HK)

Für die Besucher der Preview bedeuten die Vögel auf jeden Fall eine Menge Spaß. Es wird gerätselt, woher denn die Miniaturschuhe stammen, die Wittwer den Vögeln angezogen hat. Auch die, verrät er, findet man in Ein-Euro-Shops. In den USA werden darin Hochzeitsringe überreicht. Eine Tradition, die sich hierzulande nicht durchsetzen konnte. Aber die Schuhe, sagt Wittwer , seien einfach genial.

Info
Besichtigung nach Anmeldung

Die Ausstellung ist am Alten Salzweg 34 bis zum 30. September zu sehen.

Gruppenführungen bis zu 20 Personen sind freitags bis sonntags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr möglich; Preis: 80 Euro.

Besichtigungen ohne Führung werden samstags angeboten.

Für beides ist eine Terminabsprache nötig unter Tel. (0 54 24) 29 92 45.

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