Wurstkartell: Reinert kann sich nicht an Absprachen erinnern

Silke Derkum-Homburg

Fleischwarenhersteller Reinert - © Foto: Jan Herrmann
Fleischwarenhersteller Reinert (© Foto: Jan Herrmann)

Versmold. Rund sieben Stunden stand Hans-Ewald Reinert in der vergangenen Woche im Zeugenstand vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Im Prozess um das sogenannte Wurstkartell wurde der geschäftsführende Gesellschafter des Versmolder Wurstherstellers H. & E. Reinert vor allem dazu befragt, ob sich der ehemalige Wiltmann-Chef Wolfgang Ingold an Absprachen mit anderen Wurstproduzenten beteiligt habe.

Zeuge: Hans- Ewald Reinert. - © Philipp Kreutzer, HK
Zeuge: Hans- Ewald Reinert. (© Philipp Kreutzer, HK)

Wie die Lebensmittel-Zeitung berichtet, habe Reinerts Vernehmung keine eindeutige Antwort darauf ergeben. „Ich kann mich nicht daran erinnern, mit Herrn Dr. Ingold Preise abgesprochen zu haben", wird Reinert zitiert. Man habe sich in einem guten geschäftlichen Kontakt immer mal wieder über Rohstoffpreise, Marktentwicklungen und Marktstrategien ausgetauscht, heißt es weiter. Ende Mai soll die Vernehmung fortgesetzt werden.

Mit dem Prozess, der im Dezember begonnen hat und inzwischen über 23 Verhandlungstage geht, wehrt sich der Peckeloher Wursthersteller Wiltmann, wie mehrfach berichtet, gegen die Anschuldigungen des Bundeskartellamtes. Das hatte nach mehrjährigen Ermittlungen Bußgeldbescheide in Höhe von 338 Millionen Euro gegen 22 Unternehmen verschickt.

Kläger: Wolfgang Ingold. - © Foto: Marc Uthmann
Kläger: Wolfgang Ingold. (© Foto: Marc Uthmann)

Nachdem sich zunächst ein Großteil der Firmen energisch verbal gegen die Bescheide gewehrt hat, haben inzwischen alle Unternehmen gezahlt – einzige Ausnahme ist die Firma Wiltmann. Wolfgang Ingold will seine Unschuld gerichtlich bestätigt wissen. Im Mai 2016 hatte auch Hans-Ewald Reinert den Bußgeldbescheid akzeptiert, betonte aber, dass dies kein Schuldeingeständnis sei.

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