Nagel GmbH setzt auf Wachstum

Das Unternehmen ist gut auf Kurs

Tasja Klusmeyer

Mit Perspektive: Der Stammsitz der Rolf Nagel GmbH an der Bismarckstraße bekommt schon bald einen weiteren Anbau. - © Foto: Rolf Nagel GmbH
Mit Perspektive: Der Stammsitz der Rolf Nagel GmbH an der Bismarckstraße bekommt schon bald einen weiteren Anbau. (© Foto: Rolf Nagel GmbH)

Versmold-Peckeloh. Die Produktpalette wird immer umfangreicher – der Platz entsprechend knapper. Bereits vor drei Jahren wurde kräftig investiert. Für mehr als drei Millionen Euro sind neue Hallen an der Bismarckstraße und damit mehr Lagerkapazität entstanden. Zurzeit verschafft sich die inzwischen 300 Mitarbeiter starke Rolf Nagel GmbH weitere Luft bei der Logistik. Die Zahl der Rampen, an denen Produkte an- und ausgeliefert werden, steigt von zehn auf 19. Die Wartezeit für den Fuhrpark soll dadurch reduziert, eine bessere Abwicklung der Aufträge ermöglicht werden. Darüber hinaus wird in diesem Zuge der Hof zwecks besserer An- und Abfahrt vergrößert.

„Unsere große Stärke ist die Frische“

Es gibt gut was zu tun: Andreas Nagel (links) und sein Bruder Edgar Nagel bauen das Familienunternehmen kontinuierlich aus. Zurzeit entstehen neue Verladetore. - © Foto: Tasja Klusmeyer
Es gibt gut was zu tun: Andreas Nagel (links) und sein Bruder Edgar Nagel bauen das Familienunternehmen kontinuierlich aus. Zurzeit entstehen neue Verladetore. (© Foto: Tasja Klusmeyer)

Eine Million Euro kostet das aktuelle Bauprojekt. Die gleiche Summe wollen die beiden Geschäftsführer – die Brüder Andreas und Edgar Nagel, die das Unternehmen in zweiter Generation führen – im kommenden Jahr in den Bau einer weiteren Halle stecken. Die räumliche Erweiterung wird für den stark wachsenden Produktbereich Zubehör benötigt. Vor zehn Jahren hat der Peckeloher Großhändler sein Sortiment um Hamburgerboxen, Pommesgabeln, Packpapier, Verpackung für Salat und Co. erweitert.

Begonnen mit Fleisch- und Wurstwaren liefert Nagel inzwischen „alles, was der Metzger braucht“ und hat damit seine Nische gefunden. In den Lagerhallen an der Bismarckstraße befinden sich etwa 14?000 Artikel von Käsespezialitäten über Salate bis hin zu Salaten und Feinkost. „Alles, was der Kunde will, besorgen wir“, sagt Andreas Nagel. Mit dem großen Sortiment an Metzgereithekenbedienungsware sei man einzigartig in Deutschland und gut aufgestellt, um sich im schrumpfenden Markt zu behaupten. „Wir sind Mengenbündler für unsere Kunden.“

Gut 12000 Fleischereifachbetriebe gibt es in Deutschland. Ein Drittel von ihnen beziehen laut Andreas Nagel Produkte über seinen Großhandel. „Die Fleischer werden auf Dauer nicht mehr“, sagt er. Im Preiskampf mit den Discountern müsste sich der Metzger von nebenan durch außergewöhnliche Produkte absetzen. Eben jene hat die Nagel GmbH im Angebot – rund um die Uhr, alles aus einer Hand. „Unsere große Stärke ist die Frische“, sagt der Geschäftsführer.

Info

Mehr Umsatz, mehr Kunden - Zahlen aus dem Unternehmen

400
Fleischereifachgeschäfte werden vom Peckeloher Großhändler beliefert. Es sollen mehr werden.

130

Millionen Euro beträgt der Jahresumsatz und ist damit zuletzt jährlich um sieben bis acht Prozent gestiegen.

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Blick zurück

• 1960 gründete Rolf Nagel seinen kleinen Betrieb; drei Jahre später stieg Udo Strathkötter ein.

• Ende der 60er-Jahre wurden erste Mitarbeiter eingestellt. Eine Lagerhalle wurde errichtet.

• 1993 reichte der Platz nicht mehr und der Neubau am heutigen Standort wurde bezogen.

• Seit 2012 führen Andreas und Edgar Nagel die Geschäfte.

Im zentralen Lager in Peckeloh kommen sämtliche Waren an, werden kommissioniert und gehen von dort aus mit der eigenen Lkw-Flotte auf den weiteren Weg. Zwischenstopp legen sie in einem der sieben Umschlaglager zwischen Bremen und Würzburg ein, um von dort aus zum Kunden transportiert zu werden. Die Nagel-Fahrer, etwa 100 insgesamt, haben alle ihre festen Touren und sind nach Feierabend wieder Zuhause. In diesem System begründet, liegt auch die Tatsache, dass das dichte Nagel-Netz im Süden deutlich luftiger wird und die Bayern-Landkarte gar weiße Flecken aufzeigt. Bei weiteren Distanzen müsste das Unternehmen ein neues Konzept fahren.

Stattdessen fokussiert man sich lieber auf den Ausbau des Vorhandenen. Sollen Sortiment, Kundenstamm und Umsatz weiter wachsen, braucht es Platz und Personal. Zum einen ist der Verwaltungstrakt längst an seine Grenze gekommen; Innendienstler arbeiten schon heute in angemieteter Bürofläche. Zum anderen wird es mit der einen neuen Halle im kommenden Jahr wahrscheinlich nicht getan sein. Andreas und Edgar Nagel haben vorgesorgt und sich ein städtisches Grundstück in direkter Nachbarschaft gesichert. Die Zeichen stehen auf Expansion.

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