Schüler gründen Bienengold-Genossenschaft

Pollmeier

Bienengold-Gründung - © Uwe Pollmeier
Bienengold-Gründung (© Uwe Pollmeier)

Versmold. Wenn ein paar Sekundarschüler eine Firma mit rund 150.000 Mitarbeitern gründen, staunt auch der Bundestagsabgeordnete und Wirtschaftsexperte Ralph Brinkhaus nicht schlecht. „Eine erstaunliche Zahl. Da wären einige Großunternehmen neidisch", sagt Brinkhaus. Der im Rietberger Ortsteil Mastholte aufgewachsene Politiker kommt während der Feierstunde in der Mensa regelrecht ins Schwärmen. Keine Wunder, schließlich handelt es sich bei den zahlreichen Angestellten um Bienen, die den Stoff für die neu gegründete Schülergenossenschaft Bienengold liefern.

Entstanden ist die kleine Firma aus der vor vier Jahren gegründeten Bienenräuber AG im Ganztagsangebot der Sekundarschule. „Klein gestartet wurde das Angebot anfangs etwas belächelt", erinnert sich Schulleiter Klaus Blenk. Ob das überhaupt Schule sei, habe man sich anfangs gefragt, aber im Laufe der Zeit sei daraus ein sehr nachhaltiges Projekt geworden. „Ich bin schwer beeindruckt von dem, was sich hier innerhalb so kurzer Zeit getan hat", sagt Blenk.

Im Sommer hat bereits die Gründungsversammlung der zweiten Schülergenossenschaft im Altkreis stattgefunden, nun wurde die offizielle Feier nachgeholt. Die Schüler vermarkten ihre Imkereiprodukte ab sofort selbst. Sie verkaufen sie in der Schule, aber auch auf Festen wie etwa dem Weihnachtsmarkt. Alles läuft ab, wie in einer richtigen kleinen Firma. In Sachen Buchhaltung greift die Volksbank Versmold den Schülern unter die Arme. Sie hat das Projekt von Anfang an finanziell begleitet und ist nun der Partner im Projektalltag.

„Dieses Gemeinschaftsprojekt stärkt den sozialen Zusammenhalt", lobt auch Bürgermeister Meyer-Hermann die neue Bienengold eSG. Ein großes Lob ging auch an Friedrich-Wilhelm Brinkmann und Josef Rohlmann. Die beiden Imker betreuen in ihrer Freizeit das Projekt und haben die Schüler für die summenden Insekten und deren süße Produkte begeistern können.

Brinkmann besetzt nun den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden, während Schüler Marcel Mikic zum Genossenschaftsvorsitzenden gewählt wurde. Ziel der Genossenschaft ist, so stellen die Schüler klar, nicht die Erzielung von Gewinnen. Vielmehr ginge es um die Förderung der Handlungskompetenz und das Erlangen von Qualifikationen, die für ein späteres Berufsleben entscheidend sein könnten.

Denn leider werde, so stellt auch Brinkhaus in seiner Ansprache klar, Wirtschaft nicht als Schulfach angeboten, was ein Defizit sei. Allerdings seien die praktischen Erfahrungen, die die Schüler in der eSG sammeln, sogar noch höher einzuschätzen. „Es gibt nichts Faszinierenderes als den Markt. Unternehmerisches Engagement bringt uns weiter. Man muss aber auch mal was riskieren und sich auch mal eine blutige Nase abholen", sagt der Bundestagsabgeordnete.

Der Verkauf von Honigprodukten soll zukünftig intensiviert werden. Neben Honig in verschiedenen Glasgrößen und Kerzen sollen zukünftig auch Honigseifen sowie Honigweine und Honigliköre angeboten werden.

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