Neuer Standort der Polizei rückt näher

Sicherheit vor Ort

Tasja Klusmeyer

Immer einsatzbereit: Nuray Budak (von links), Gerrit Blank, Sebastian Kobus, Ingo Maschke, Chris Gehring, Michael Kreß und Reinhold Schöning gehören zum Team der Versmolder Polizeiwache. Polizeidirektor Karsten Fehring und der städtische Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Matthies sagen Wachleiter Jürgen Lustina und seinem Team Danke für die geleistete Arbeit. - © Tasja Klusmeyer, HK
Immer einsatzbereit: Nuray Budak (von links), Gerrit Blank, Sebastian Kobus, Ingo Maschke, Chris Gehring, Michael Kreß und Reinhold Schöning gehören zum Team der Versmolder Polizeiwache. Polizeidirektor Karsten Fehring und der städtische Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Matthies sagen Wachleiter Jürgen Lustina und seinem Team Danke für die geleistete Arbeit. (© Tasja Klusmeyer, HK)

Versmold. Das Signal, das Landrat Sven-Georg Adenauer als Chef der Kreispolizeibehörde gestern bei seinem jährlichen Weihnachtsbesuch an das Versmolder Team der Wache sandte, war eindeutig. „Ich möchte, dass die Wache in Versmold bleibt." Wo es sie künftig geben wird, steht indes noch nicht fest.

Geschenkübergabe am Rettungswagen: Thomas Kuhlbusch, Leiter Fachbereich Gesundheit beim Kreis (von links), Jens Vahle, Simon Bartholomäus, Andreas Braend, Dr. Wolfgang Schwentker vom Kreis, Bürgermeister Michael Meyer-Hermann, Landrat Sven-Georg Adenauer und Tim Nelißen.

von links: Thomas Kuhlbusch, Jens Vahle, ???, Andreas Braend, Dr. Wolfgang Schwentker, Michael Meyer-Hermann, Landrat Sven-Georg Adenauer und Tim NelißenGeschenkübergabe am Rettungswagen: Thomas Kuhlbusch, Leiter Fachbereich Gesundheit beim Kreis (von links), Jens Vahle, Simon Bartholomäus, Andreas Braend, Dr. Wolfgang Schwentker vom Kreis, Bürgermeister Michael Meyer-Hermann, Landrat Sven-Georg Adenauer und Tim Nelißen. - © Foto: Tasja Klusmeyer
Geschenkübergabe am Rettungswagen: Thomas Kuhlbusch, Leiter Fachbereich Gesundheit beim Kreis (von links), Jens Vahle, Simon Bartholomäus, Andreas Braend, Dr. Wolfgang Schwentker vom Kreis, Bürgermeister Michael Meyer-Hermann, Landrat Sven-Georg Adenauer und Tim Nelißen.
von links: Thomas Kuhlbusch, Jens Vahle, ???, Andreas Braend, Dr. Wolfgang Schwentker, Michael Meyer-Hermann, Landrat Sven-Georg Adenauer und Tim NelißenGeschenkübergabe am Rettungswagen: Thomas Kuhlbusch, Leiter Fachbereich Gesundheit beim Kreis (von links), Jens Vahle, Simon Bartholomäus, Andreas Braend, Dr. Wolfgang Schwentker vom Kreis, Bürgermeister Michael Meyer-Hermann, Landrat Sven-Georg Adenauer und Tim Nelißen. (© Foto: Tasja Klusmeyer)

Dass das Gebäude an der Bachstraße nicht auf ewig Sitz der Polizeiwache sein würde, ist an sich nichts Neues. Die Substanz ist nicht mehr die beste. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW will keine großen Investitionen an der Stelle mehr tätigen. Stadt und Kreis befinden sich auf der Suche nach Alternativen. Wie berichtet, ist in diesem Zusammenhang das Areal des ehemaligen Hotels Froböse ins Auge gefasst worden. Dort können aber offenbar die Anforderungen an eine neue Wache nicht umgesetzt werden. Abschließende Gespräche mit dem neuen Eigentümer des Grundstücks an der Gestermannstraße soll es Ende Januar geben.

Schon jetzt deutet sich für Stadt und Kreis augenscheinlich eine andere Lösung an. „Wir sind auf gutem Weg", sagt Adenauer zu den aktuellen Gesprächen zu möglichen Alternativstandorten. Mehr konnten und wollten Landrat Adenauer und Bürgermeister Michael Meyer-Hermann nicht preisgeben. „Wir wollen aber alsbald eine Lösung präsentieren", kündigt Versmolds Verwaltungschef optimistisch an. Eine Wache vor Ort ist aus seiner Sicht für das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger wichtig.

„Der Rettungswagen ist kein Krankentaxi"

Die 21 Mitarbeiter im Wachdienst sowie die beiden Bezirksdienstbeamten sind in diesem Jahr von Januar bis Oktober 1865 Mal zu Einsätzen gerufen worden. Das ist ein Plus von 260 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Fahrraddiebstähle und Unfallfluchten beschäftigen die Polizei vermehrt. Nach wie vor passieren vor Ort und in der Region außerdem viele Verkehrsunfälle. „Wir haben genug zu tun", sagt Jürgen Lustina, Leiter der Wache.

Insgesamt aber ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Straftaten in Versmold – genauso wie im Kreis Gütersloh insgesamt – zurückgegangen. Landrat Adenauer freut das, er weiß aber um die Konsequenz. Die Kriminalitätsstatistik nämlich ist Grundlage für die Personalverteilung des Landes. Seit 2003 wurden im Kreis 56 Stellen abgebaut; während in Regionen mit mehr Straftaten aufgestockt wurde. Sven-Georg Adenauer hält das für den falschen Weg und hofft, dass auch der Kreis Gütersloh von Neueinstellungen des Landes profitiert. Personal vor Ort habe schließlich immer präventive Wirkung.

Über Mangel an Arbeit können sich die Beamten jedenfalls nicht beklagen. Gleiches gilt für die Kräfte im Rettungsdienst. Die Zahl der Einsätze ist im laufenden Jahr erneut gestiegen. Versmold liegt mit einem Plus von gut neun Prozent über dem Kreisschnitt (6,6 Prozent). Im Wesentlichen ist die Zunahme mit Notfalleinsätzen zu begründen, weniger mit Krankentransporten. Dr. Wolfgang Schwentker, Leiter Fachbereich Ordnung beim Kreis, führt diese Entwicklung auf den demografischen Wandel und Strukturveränderungen im kassenärztlichen Notdienst zurück.

Dazu kommt die Tatsache, dass immer häufiger die Hilfe des Rettungsdienstes auch in nicht lebensbedrohlichen Situationen angefordert werde. Diesen Missbrauch der Notrufnummer kritisiert Bürgermeister Michael Meyer-Hermann: „Der Rettungswagen ist kein Krankentaxi."

Die gestiegene Zahl der Einsätze bedeutet für die 14 Kräfte in der neuen Rettungswache am Stadtring jede Menge Arbeit. Zudem dauern viele Einsätze länger als noch vor einigen Jahren. Mit den Krankenhausschließungen in Versmold und Dissen sind die Wege deutlich weiter geworden. Die Auslastung ist erreicht. Im Zuge der Bedarfsüberprüfung im kommenden Jahr wird der Kreis schauen, ob er darauf reagieren muss.

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