VersmoldFlüchtlingsheim mit Eiern beworfen

Drei Versmolder gefasst - weitere Gebäude betroffen

Jan Herrmann

Durchs offene Fenster: Die Flüchtlingsunterkunft am Brüggenkamp ist mit Eiern beworfen worden. - © Foto: Jan Herrmann
Durchs offene Fenster: Die Flüchtlingsunterkunft am Brüggenkamp ist mit Eiern beworfen worden. © Foto: Jan Herrmann

Versmold. In Versmold sind am Samstagabend mehrere Gebäude mit Eiern beworfen worden. Nach Angaben der Polizei wurde unter anderem die Asylbewerberunterkunft am Brüggenkamp getroffen. Nach Informationen des Haller Kreisblatts ist es dabei aber nicht geblieben. Ebenfalls beworfen wurden das Check In, die Gaststätte Tenne im Altstadthotel sowie der Biergarten »Oase«. Ihre unappetitliche Spur führte die Täter einmal quer durch die Innenstadt.

Wie die Polizei mitteilte, hatten sich Bewohner des Asylbewerberheims Samstagnacht um 23.25 Uhr bei den Ordnungskräften gemeldet. Der Anrufer erklärte, dass aus einem Auto heraus, welches zuvor mehrfach vor der Unterkunft auf und ab gefahren ist, Eier durch die geöffneten Fenster in die Unterkunft geworfen worden sind.

Im Zimmer waren die Spuren dieser Attacke noch deutlich zu erkennen. Ein Kind wurde von einem Ei am Bein getroffen, ist aber nicht verletzt worden.

Da Zeugen sofort Hinweise zum Auto geben konnten, waren die polizeilichen Bemühungen umgehend erfolgreich: Die Beamten konnten den Wagen noch in der Nähe des Tatortes stoppen und kontrollieren. Gegen die Fahrzeuginsassen – drei Versmolder im Alter von 18, 20 und 27 Jahren – wurden nun Ermittlungsverfahren eingeleitet. Da indes niemand verletzt worden ist, ist die Aktion aber wohl nicht als Körperverletzung zu bewerten. Lassen sich die Eierreste rückstandslos entfernen, ist auch eine Sachbeschädigung nicht gegeben. Am ehesten ist offenbar der Straftatbestand der Nötigung erfüllt.

Auf Anfrage des Haller Kreisblatts wollte die Pressestelle der Gütersloher Kreispolizei am Montagnachmittag nicht von einem fremdenfeindlichen Vorfall sprechen. Auch der Umstand, dass andere Gebäude betroffen sind, spreche für diese These. „Eierwerfer sind leider nicht so selten“, sagt ein Polizeisprecher.

Als Betreiber vom Check In war Sascha Hinnendahl am Montag trotzdem bedient. „So ein Verhalten geht gar nicht“, ärgert er sich. Für ihn ist damit eine Grenze überschritten worden.