Hagemeier investiert zwei Millionen

Traditionsbetrieb bekommt moderne Front

Tasja Klusmeyer

Fordschrittlich: Die Frontansicht zeigt, wie das Autohaus ab Frühjahr 2017 an der Münsterstraße in Höhe des Kreisels aussehen soll. Zur Tankstelle hin entsteht dann Freifläche. - © Grafik: Ford Hagemeier
Fordschrittlich: Die Frontansicht zeigt, wie das Autohaus ab Frühjahr 2017 an der Münsterstraße in Höhe des Kreisels aussehen soll. Zur Tankstelle hin entsteht dann Freifläche. (© Grafik: Ford Hagemeier)

Versmold. Der Umbau hat begonnen: Das Ford-Autohaus Hagemeier investiert gut zwei Millionen Euro in seinen Standort in Versmold. An der Münsterstraße entsteht ein innovativer Gebäudekomplex – ein wegweisender Schritt, der mit Wachstum verbunden sein soll.

Bald sieht es hier anders aus: Geschäftsführer Oliver Quakernack mit seinen Eltern Bärbel und Uwe Quakernack, die nach wie vor beratend tätig sind, freuen sich auf den Neustart. - © Foto: Tasja Klusmeyer
Bald sieht es hier anders aus: Geschäftsführer Oliver Quakernack mit seinen Eltern Bärbel und Uwe Quakernack, die nach wie vor beratend tätig sind, freuen sich auf den Neustart. (© Foto: Tasja Klusmeyer)

Die Unternehmerfamilie Quakernack spricht von einem „Meilenstein in der jüngeren Unternehmensgeschichte". Der auf dem Tisch ausgebreitete Plan soll das dokumentieren. An Versmolds Hauptdurchgangsstraße entsteht in den kommenden Monaten ein moderner Neubau mit einer 40 Meter langen Glasfront zur Straßenseite hin – architektonisch ein Hingucker und künftig räumlich getrennt vom Tankstellenkomplex.

Auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern sind alle wichtigen Bereiche des Autohauses von der Ausstellungshalle über die Werkstatt bis zum Ersatzteillager unter einem Dach vereint und zentral erreichbar über einen gemeinsamen Eingangsbereich. In erster Linie werden dadurch Abläufe optimiert, für die Kunden wie für die Mitarbeiter.

„Wir bauen nicht, weil wir unbedingt bauen müssen, sondern weil wir es wollen", sagt Geschäftsführer Oliver Quakernack. Nicht etwa der Hersteller Ford fordere den Schritt, betont der Versmolder. Vielmehr sei es eine unternehmerische Entscheidung der Inhaberfamilie – zugleich ein Bekenntnis zum Hauptsitz in Versmold und ein wegweisender Schritt. „Ein mehr als 80 Jahre altes und gewachsenes Betriebsgebäude ist einfach nicht mehr zu 100 Prozent effizient und zeitgemäß", sagt der Kfz-Betriebswirt. Viele Aufgabenbereiche im Automobilhandel hätten sich verändert und auch die Anforderungen der Kunden seien andere als noch vor 20 Jahren. „Um unseren eigenen Anforderungen gerecht zu werden, ist ein Neubau die einzig richtige Entscheidung."

Die Pläne stehen seit einiger Zeit (wir berichteten im April), seit dieser Woche nun laufen die Arbeiten. Der Altbetrieb wird schrittweise zurückgebaut, was einige organisatorische und logistische Herausforderungen bedeutet.

Normaler Betrieb während der Bauphase

Denn während der gesamten Bauphase läuft der Betrieb bei Hagemeier wie gewohnt weiter. Die große Ausstellungshalle, die 1962 errichtet wurde, und die Werkstatt werden zurzeit ausgeräumt. Der Autoverkauf findet in den kommenden Monaten auf dem gegenüberliegenden Gelände im Gebrauchtwagenbereich statt. Die Werkstatt wurde mit einer Holzwand abgetrennt. Auf kleinerer Fläche wird der Service weitergeführt. „Alle Funktionen bleiben, nur eben auf etwas beengterem Raum", sagt Seniorchefin Bärbel Quakernack.

Dafür wird es künftig umso großzügiger auf dem Hagemeier-Gelände. Nach dem Abriss der Ausstellungshalle und der Werkstatt entsteht der Neubau nach den Fordstore-Richtlinien. Im Frühjahr soll er, je nach Bauverlauf versteht sich, fertig sein. Im Sommer will sich der Traditionsbetrieb dann in komplett neuer Optik präsentieren. Zwischen dem Tankstellengebäude, in dem einst Alfred Hagemeier den Grundstein für sein Unternehmen legte und in dem die Familie jahrzehntelang lebte, und dem neuen Autohaus entsteht eine Ruhezone. Der Gebäudekomplex ist komplett umfahrbar. Über den seitlichen Eingang – auch das ist neu – geht es ins Gebäude, hinein in einen gemeinsamen Kundenservicebereich sowohl für Verkauf als auch Werkstatt.

Die Ausstellungsfläche wächst. Der Werkstattbereich wird kleiner, aber das Arbeiten dort effizienter. Durch die Freifläche, die zwischen Tankstelle und Autohaus entsteht, wird darüber hinaus die Zufahrts- und Parksituation an dem ohnehin knifflichen Verkehrsknotenpunkt am Kreisel der B 476 entzerrt.

Die Millioneninvestition im Sinne von mehr Kundenfreundlichkeit und optimaleren Arbeitsabläufen soll sich auch rechnen. Zum einen durch sinkende Energiekosten, zum anderen durch steigende Auftragslage. Und wer Wachstum anstrebt, der braucht meist auch mehr Personal. „Da werden wir aufstocken, sowohl im Verkauf als auch im Werkstattbereich", kündigen die Quakernacks an.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.