Pläne für Polizeiwache auf Hotelgelände

Umzug auf das Gelände des Hotels Froböse wird geprüft

87ÿSilke Derkum

In die Jahre gekommen: Die Polizeiwache an der Bachstraße ist optisch schon lange kein Schmuckstück mehr. - © Foto: Silke Derkum
In die Jahre gekommen: Die Polizeiwache an der Bachstraße ist optisch schon lange kein Schmuckstück mehr. (© Foto: Silke Derkum)

Versmold. Möglicherweise werden Einsätze der Versmolder Polizeibeamten in der Zukunft nicht mehr von dem Flachbau an der Bachstraße aus gefahren, sondern die Polizisten könnten von der Gestermannstraße aus starten. Denn nach Informationen des Haller Kreisblatts gibt es Pläne für einen Neubau der Polizeiwache auf dem Grundstück des früheren Hotels Froböse.

Als Standort im Gespräch: Zumindest der ältere Teil des Hotels Froböse könnte möglicherweise einem Neubau der Wache weichen. - © Foto: Silke Derkum
Als Standort im Gespräch: Zumindest der ältere Teil des Hotels Froböse könnte möglicherweise einem Neubau der Wache weichen. (© Foto: Silke Derkum)

Bürgermeister Michael Meyer-Hermann möchte sich auf HK-Anfrage zwar nicht zu dem möglichen Standort äußern, bestätigt aber, dass es Gespräche mit einem potenziellen Investor über einen neuen Standort der Wache gibt. „Wir sind, gemeinsam mit dem Landrat, darum bemüht, dauerhaft eine Wache in Versmold zu erhalten", sagt er. Man habe sich mit einem möglichen Investor unterhalten. Nun werde erst mal gerechnet und überlegt. Fest stehe noch nichts, betont Meyer-Hermann.

Dass die Zukunft der Polizei in Versmold nicht am bisherigen Standort liegt, hat zum einen mit der in die Jahre gekommenen Bausubstanz der alten Wache zu tun, die auch energetisch nicht mehr den Anforderungen entspricht. Zum anderen sind die Räumlichkeiten für die insgesamt XX Beamte, die in Versmold noch ihren Dienst versehen, schlichtweg zu groß.

Da würde sich ein kleinerer und den Anforderungen entsprechender Neubau sehr anbieten – zumal ein solches Investment auch die Zukunft der Polizei vor Ort sichern würde.

Das Gelände des früheren Gasthauses Froböse böte sich als möglicher Standort an. Denn es kursierten schon länger Gerüchte, dass der neue Eigentümer, der öffentlich nicht in Erscheinung treten möchte, auf der Suche nach einer geeigneten Investitionsmöglichkeit an dieser Stelle sei. Auch dass dies nicht mit den vorhandenen Gebäuden möglich und ein (Teil-)Abriss unumgänglich sei, wurde kolportiert. Denn auch in dem alten Gasthaus gebe es einen großen Investitionsstau, hieß es. Momentan sind in dem früheren Hotel an der Gestermannstraße Werkvertragsarbeitnehmer untergebracht.

Polizeigebäude wird nicht ewig an dieser Stelle stehen

Dass das Polizeigebäude nicht ewig an dieser Stelle stehen oder als solches dort genutzt werden würde, klang schon im vergangenen Jahr an. Als die Stadt im März 2015 erstmals die Pläne für eine Flüchtlingsunterkunft am Brüggenkamp öffentlich macht, wurde auch über die Polizeiwache gesprochen. Und zwar im Rahmen einer sinnvollen Folgenutzung des Brüggenkampgeländes – wenn die Flüchtlingszahlen irgendwann deutlich zurückgegangen sind. Damals hieß es, dass das rot geklinkerte Hauptgebäude des Flüchtlingsheims langfristig als Wohnraum für kinderreiche Familien oder generationenübergreifendes Wohnen dienen solle. Auf dem fast 4000 Quadratmeter großen Areal könnten zudem zwei weitere Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Zudem wäre es auch eine Option, den Bereich der heutigen Polizeiwache ins Konzept einzubinden.

Das Gebäude an der Bachstraße, Ecke Brüggenkamp steht im Besitz des Landes beziehungsweise des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB) und hat schon eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Ursprünglich errichtet wurde sie etwa in den 1960er-/70er-Jahren für das Fleischbeschauamt des Kreises Gütersloh. Dort wurde importiertes Fleisch mikroskopisch untersucht, bevor es in den Betrieben verarbeitet wurde. Als diese Nutzung dank neuer Technik nicht mehr nötig war, wurden für einige Jahre Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion dort untergebracht. Seit September 1980 ist nun die Polizei dort untergebracht – inzwischen nur noch mit Schutzpolizei und Streifendienst.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.