Neuer Termin für Sünne Peider

Wegen Karneval soll Kirmes in den März verscoben werden

87ÿSilke Derkum

Sünne Peider 2016, Sankt-Petri-Markt 2016, Kirmes Versmold - © Foto: Jan Herrmann
Sünne Peider 2016, Sankt-Petri-Markt 2016, Kirmes Versmold (© Foto: Jan Herrmann)

Versmold. Nach dem Wunsch des Bielefelder Schaustellervereins soll der Jahrmarkt 2017 vom 3. bis 5. März stattfinden. Denn der traditionelle Termin – das Wochenende nach dem 22. Februar – würde mit dem Karnevalswochenende zusammenfallen.

„Die Besucher von Karnevalsveranstaltungen in unserer näheren Umgebung, wie zum Beispiel Harsewinkel, Rietberg, Stukenbrock, würden dann auf dem St.-Petri-Markt fehlen und es würde zu erheblichen Umsatzeinbußen bei den Schaustellern kommen", heißt es in einem Schreiben des Vereins an die Stadt. Zudem sei zu befürchten, dass attraktive Fahrgeschäfte an diesem Termin für die großen Karnevalskirmessen im Ruhrgebiet gebucht würden und somit in Versmold nicht zur Verfügung stünden.

Die Stadt Versmold steht dem Ansinnen der Schausteller positiv gegenüber und möchte den Stadtratsmitgliedern auf der nächsten Ratssitzung am 17. März die Verschiebung des Termins zur Abstimmung vorschlagen.

2018 soll dann wieder der Termin Ende Februar gelten. Allerdings nur für zwei Jahre. Denn auch 2020 und 2022 werden Karneval und der traditionelle Sünne-Peider-Termin zusammenfallen. Um allen künftigen Terminkollisionen vorzubeugen, soll grundsätzlich festgelegt werden, dass der St.-Petri-Markt um eine Woche verschoben wird, wenn er auf das Karnevalswochenende fällt.

Dass das Volksfest in diesen Ausnahmefällen dann in die Fastenzeit fällt, dürfte heutzutage wahrscheinlich nur wenige stören. Der Ursprung der Kirmes als Kirchweihfest für die dem Apostel Petrus geweihte Petri-Kirche reicht allerdings in eine Zeit zurück, in der die kirchlich verordnete Fastenzeit vor Ostern streng eingehalten wurde.

Der Versmolder Historiker Richard Sautmann vermutet, dass mindestens bereits im Jahr 1096, dem Jahr, in dem die Pe-tri-Kirche erstmals urkundlich erwähnt wurde, am 22. Februar Kirmes gefeiert wurde. Denn der Tag ist das Patronatsfest des heiligen Petrus. Für die Katholiken – die Petri-Kirche war die ersten Jahrhunderte ihres Bestehens katholisch – sei es sehr wichtig gewesen, die sechswöchige Fastenzeit einzuhalten, sagt der evangelische Pfarrer Sven Keppler. Für die Protestanten sei die Passionszeit zwar auch eine sehr ruhige Zeit, so richtig streng gelte das aber in erster Linie für die Karwoche.

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