»Das Lächeln der Frauen« punktet in der Hauptschulaula

Gelungene Premiere einer Beziehungskomödie

Marion Bulla

Liebe auf Umwegen: Aurélie Bredin (Julia Stinshoff) freut sich auf das Treffen mit mit dem Autor. Sie weiß nicht, dass stattdessen nur sein angeblicher Lektor André Chabanais (Hubertus Grimm) kommt. - © Foto: Marion Bulla
Liebe auf Umwegen: Aurélie Bredin (Julia Stinshoff) freut sich auf das Treffen mit mit dem Autor. Sie weiß nicht, dass stattdessen nur sein angeblicher Lektor André Chabanais (Hubertus Grimm) kommt. (© Foto: Marion Bulla)

Versmold. Das Theaterstück »Das Lächeln der Frauen« punktete in der Hauptschulaula als romantische Beziehungskomödie. Die guten Schauspieler hauchten der Handlung Leben ein.

Versmold. Die Adaption des gleichnamigen Romans von Nicolas Barreau kommt mit nur zwei Schauspielern aus: Der charmanten Julia Stinshoff, die vielen als Kommissarin in der Vorabendserie »Alarm für Cobra 11 – Einsatz für Team zwei« bekannt sein dürfte, und dem sympathischen Hubertus Grimm, der bei der »Soko Leipzig« und »Der letzte Bulle« mitwirkte.

Julia Stinshoff spielt Aurélie, eine Restaurantbesitzerin aus Paris, die gerade die unglücklichste Zeit ihres Lebens überstehen muss. Das ändert sich schlagartig, als ihr durch Zufall ein Roman des britischen Autors Robert Miller in die Hände fällt. Völlig erstaunt stellt Aurelie fest, dass sie selbst es ist, die in der Handlung die Hauptperson Sophie zu sein scheint. Sogar ihr geblümtes Seidenkleid wird exakt beschrieben. Liebeskummer hin oder her – sie muss nun wissen, wieso der Autor sie kennt.

Doch bedauerlicherweise kommt Aurelie nur bis zum Lektor André Chabanais (Hubertus Grimm), und dieser »Verlagsheini« blockt völlig ab, wenn es um ein Treffen mit Miller geht. Aus gutem Grund: Den Schriftsteller gibt es nämlich gar nicht, und der Roman stammt von André selbst. Er hatte die schöne Französin einst durch das Fenster ihres Restaurants erblickt und sich in ihr Lächeln verliebt.

Der Plot des Stückes ist einfach und durchaus vorhersehbar: Für kaum jemanden dürfte es überraschend sein, dass in der von Karin Boyd inszenierten Liebeskomödien der nicht ganz ehrliche Lektor und die hübsche Köchin ein Paar werden. Dem Unterhaltungswert schadet das aber nicht.

Die Charaktere auf der Bühne wechseln mit Hilfe von Lichtakzenten entweder in Aurelies Restaurant, in ihre Wohnung oder in das Büro des Lektors. Darsteller Hubertus Grimm zeigt in der zweistündigen Inszenierung immer wieder, wie vielfältig seine Schauspielkunst ist. Er überzeugt nicht nur als gestresster Lektor, auch dessen überaus grantigen Verlagschef verkörpert Grimm bravourös und zeigt dabei sein komödiantisches Talent. Ebenso selbstsicher schlüpft er in die Rolle des Freundes Adam und dessen Bruder, der als Robert Miller auftritt.

Wie gesagt, am Ende klärt sich alles auf – und die Liebenden fallen sich im Tangoschritt in die Arme. Dass es eine gelungene Premiere war, darin waren sich die Zuschauer einig. Nur hier und da gingen die Meinungen etwas auseinander: Während viele die schöne Geschichte und die tollen Schauspieler lobten, war anderen der Handlungsverlauf mitunter zu langatmig. Die Tatsache, dass sie sich bei etlichen Szenen aber köstlich amüsierten, wog diesen Umstand schnell wieder auf.

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