VersmoldDas Ende der Ära Fledi

Mit neuem Namen und ohne den Firmengründer

Tasja Klusmeyer

Einheitliche Außendarstellung: Aus Fledi ist inzwischen die Raps Fresh GmbH geworden – ein Schritt, der zur Neuausrichtung des Konzerns gehört. - © Foto: Jan Herrmann
Einheitliche Außendarstellung: Aus Fledi ist inzwischen die Raps Fresh GmbH geworden – ein Schritt, der zur Neuausrichtung des Konzerns gehört. © Foto: Jan Herrmann

Versmold. Fünf Jahre nach der Übernahme durch die fränkische Unternehmensgruppe ist der Name Fledi endgültig Geschichte. In Versmold sitzt nun die »Raps Fresh GmbH« – ohne Fledi-Gründer Jörg Flethe. Der Schriftzug Raps prangt erst seit einiger Zeit auffallend am Gebäude an der Rothenfelder Straße. Eine äußerliche Veränderung, die sich im Innern des Kulmbacher Gewürzkonzerns bereits seit längerem vollzieht und zu einer großangelegten Repositionierung gehört.

Allerdings geschieht die Neuausrichtung der Raps-Gruppe ohne den bisherigen Versmolder Geschäftsführer und Fledi-Gründer Jörg Flethe. Der Versmolder ist bereits im April ausgeschieden. Zu den Gründen möchte sich Raps nicht äußern; Jörg Flethe selbst war gestern für uns telefonisch nicht zu erreichen.

„Die dynamischen Veränderungen des Marktgeschehens machen es für Unternehmen erforderlich, sich von Zeit zu Zeit neu auszurichten“, heißt es allgemein formuliert von Unternehmenssprecher Sascha Thaens in einer Presseinformationen vom Stammsitz des Unternehmens aus Franken. Mit neuem Logo und Außenauftritt als „repräsentatives Aushängeschild“ forciert die Raps-Gruppe nach eigenen Angaben eine deutliche Wettbewerbsabgrenzung und eine Schärfung des Unternehmensprofils, um auf die veränderten Anforderungen des Marktes zu reagieren. Die Fledi GmbH heißt nun Raps Fresh – unter diesem Namen soll die „vollständige Marktintegration“ von Fledi erfolgen und die Position als einer der Marktführer im Ingredientbereich ausgebaut werden.

„Versmold ist ein strategisch wichtiger Standort für uns“

Die Anfänge von Fledi liegen im Jahr 1989, als Flethe und Geschäftspartner Uwe Dierker in einer Garage den Grundstein für ihren Feinkostbetrieb legten. Aus den Anfangsbuchstaben der Firmeninhaber bildet sich der Name Fledi. 2002 stieg der große Raps-Konzern als Mehrheitsgesellschafter ein. Eine Partnerschaft, die 2010 in die Komplettübernahme überging und die Fledi in Zeiten enormen Preisdrucks in der Lebensmittelbranche stärken sollte.

Jörg Flethes Kompagnon Uwe Dierker schied zu diesem Zeitpunkt als Geschäftsführer aus; auf ihn folgte Oliver Petzold aus dem Raps-Konzern. Inzwischen liegt die Geschäftsführung in Händen der Raps-Gesamtgeschäftsführerin Maria Schaecher. Petzold (2013) und Flethe (April 2015) sind beide nicht mehr an der Rothenfelder Straße tätig. Für die 55 Mitarbeiter in Versmold soll die Neuausrichtung keine wesentlichen Veränderungen ergeben. „Der Standort ist strategisch sehr wichtig für uns“, sagt Sascha Thaens dem HK.

Verbunden mit der Repositionierung sei ein dreijähriges Investitionsprojekt mit einem Volumen von etwa 18 Millionen Euro, heißt es von Raps. Es umfasst „eine umfassende Modernisierung der Maschinenanlagen und -prozesse“. Entscheidende Maßnahmen sind in Versmold allerdings nicht geplant. „Versmold ist einer unserer neuesten Standorte“, sagt Thaens. Erst 2008 hatte das Unternehmen einen modernen Anbau an der Rothenfelder Straße in Betrieb genommen.

Die Produkte, die dort hergestellt werden, würden in keinem anderen Raps-Werk produziert. Zur Fresh-Linie gehören unter anderem Pasten, Pestos, Soßen, Toppings und Chutneys – mit dem Fokus auf der weiterverarbeitenden Nahrungsmittel-, Feinkost- und Fleischwarenindustrie. Wachstumspotenzial sieht Raps auch im vegetarischen wie veganen Markt. Verstärkt soll zudem das internationale Geschäft ausgebaut werden – künftig unter dem einheitlichen Markendach Raps. Für Fledi bedeutet dies das Ende einer langjährigen Versmolder Unternehmenstradition.

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