Mehr Lernanfänger als erwartet

Flüchtlingszahlen sind gut für Versmolds Schulstandorte

Tasja Klusmeyer

Wie viele Kinder lernen ab Sommer Schreiben und Lesen?: Bisher liegen an den städtischen Grundschulen 191 Anmeldungen vor. Vermutlich werden sich bis zum Sommer weitere Kinder Federmappe und Schulhefte zulegen. - © Foto: Tasja Klusmeyer
Wie viele Kinder lernen ab Sommer Schreiben und Lesen?: Bisher liegen an den städtischen Grundschulen 191 Anmeldungen vor. Vermutlich werden sich bis zum Sommer weitere Kinder Federmappe und Schulhefte zulegen. (© Foto: Tasja Klusmeyer)

Versmold. Die Anmeldephase an den Grundschulen ist vorbei. 191 neue Erstklässler gibt es demnach im August 2016 – wahrscheinlich steigt die Zahl bis dahin. Für alle fünf Standorte ist das eine gute Entwicklung.

Es handelt sich um eine erste, vorläufige Zahl, betont die Stadtverwaltung gegenüber dem Haller Kreisblatt. Erfahrungsgemäß wird es bis zum Schulstart im Sommer noch die ein oder andere Verschiebung geben. Kinder, die nach der Stichtagsgrenze Geburtstag haben, aber auf Antrag bereits eingeschult werden, Weg- oder Zuzüge und insbesondere die Zahl der Kinder aus Flüchtlingsfamilien werden im kommenden Dreivierteljahr noch Einfluss nehmen.

Weniger i-Männchen aber werden es wohl kaum werden. Und das kann der Stadt nur gefallen. Musste man im Rathaus und in der Politik vor wenigen Jahren noch aufgrund des demografischen Wandels um den Fortbestand der kleinen Schulstandorte fürchten, dürfte dies erst mal kein großes Thema mehr sein. Ein Schülerrückgang um 25 Prozent bis zum Jahr 2019 wurde Versmold noch im Januar 2014 prognostiziert – davon ist zurzeit nichts zu spüren.

Mit aktuell 191 Erstklässlern werden im nächsten Sommer mehr Kinder eingeschult als dieses Jahr (183) und mehr als erwartet (184). In dieser Zahl noch nicht vollständig enthalten sind Schüler des Gemeinsamen Lernens (Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf), eingangs erwähnte jüngere Kinder sowie Flüchtlingskinder.

Gerade in diesem Punkt ist es schwer für die Verwaltung, eine genaue Aussage zu treffen. Von monatlich 20 neu zugewiesenen Asylsuchenden geht die Stadt für kommendes Haushaltsjahr aus. Bis zum Fachausschuss am Donnerstag, wo die Anmeldezahlen der Politik vorgestellt werden sollen, werde man versuchen, die Entwicklung der Flüchtlingssituation „so realistisch wie möglich zu berücksichtigen“, so Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Matthies.

Prognosen sind nur Schätzungen

Dass Prognosen manchmal nicht mehr als Schätzungen sein können, das zeigt der Vergleich der tatsächlichen Anmeldungen mit den voraussichtlichen Zahlen des vergangenen Jahres. In Bockhorst, so hieß es vor genau einem Jahr, könne es im Sommer 2016 mit einer eigenen Eingangsklasse knapp werden. Zehn i-Männchen sollte es nach damaligem Stand nur an Versmolds kleinster Grundschule geben. 17 Mädchen und Jungen – und damit zwei mehr als für eine erste Klasse zwingend erforderlich – sind es nach Stand heute.

Möglicherweise ergeben sich an dieser Stelle noch Verschiebungen. Denn am Partnerstandort des Schulverbundes in Loxten sind 29 Kinder (Prognose: 28) angemeldet. Was wiederum sehr viele für eine Klasse wären. In der Vergangenheit hatte man in solchen Situationen in Absprache mit Eltern und Schulleitung erreicht, dass innerhalb des Schulverbundes ähnlich starke Klassen gebildet werden konnten. Beruhigend für die Stadt als Schulträger sowie Lehrer- und Elternschaft in Loxten-Bockhorst. In Martin Bauer wurde erst kürzlich ein neuer Schulleiter ins Amt eingeführt – lange Zeit war dieser Posten unbesetzt.

Im zweiten Verbund sind bis dato etwas weniger Schüler angemeldet worden als die Prognose es besagt. In Oesterweg werden 30 Erstklässler (Prognose 33) ab Sommer neu beschult; in Peckeloh sind es 20 (24). Mit 95 i-Männchen (89) bleibt die Sonnenschule ähnlich stark wie in den vergangenen Jahren.

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