Nölke reaktiviert das Werk Menzefricke

Historisches Gebäude soll als Lager dienen

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Reaktiviert: Teile des Menzefricke-Gebäudes sollen als Lager dienen. - © Foto: Jens Keßler
Reaktiviert: Teile des Menzefricke-Gebäudes sollen als Lager dienen. (© Foto: Jens Keßler)

Versmold. Am 31. Juli schloss das historische Werk Menzefricke der Firma Nölke für immer seine Pforten – dachte man. Nun sollen die 117 Jahre alten Räumlichkeiten wieder genutzt werden. Markus Eicher, Pressesprecher der Zur-Mühlen-Gruppe, zu der Nölke seit Beginn des Jahres gehört, bestätigte gestern auf Anfrage des Haller Kreisblatts, dass man Teile des Gebäudes wieder in Betrieb nehmen wolle.

„Wir wollten sowohl für das Werk in Waren an der Müritz als auch Menzefricke sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten finden“, sagte Eicher. In Waren wird die Werkshalle nun voraussichtlich für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Für das Werk Menzefricke war dies aus baulichen Gründen nicht möglich. Deshalb soll es nun zunächst als Warenlager dienen. Dazu wird die Räuche wieder aktiviert. Um die richtige Lagerung der Lebensmittel darin zu gewährleisten, müsse sie natürlich ständig kontrolliert werden, erklärt Eicher. Neue Arbeitsplätze würden dafür nicht geschaffen, aber natürlich würden der Transport und die Kontrolle für ein wenig Bewegung im stillgelegten Werk sorgen. Gerüchte, die das Haller Kreisblatt aus gewöhnlich gut informierten Kreisen vernommen hatte, dementierte Eicher ausdrücklich. Es sei nicht wahr, dass auch Teile der Rohwurstproduktion, genauer: die Befüllung der Därme, wieder bei Menzefricke durchgeführt würden. Auch die Aussagen, dass man aufgrund von Qualitätsproblemen und Beschwerden der Kunden die Salami wieder an alter Stelle von bewährten Mitarbeitern produzieren lassen wolle, wies Eicher zurück.

Wie es langfristig mit dem Gebäude weitergehen soll, sei nach wie vor noch nicht entschieden. Abreißen oder verkaufen sei momentan keine Option. „Aber es ist auch nichts auszuschließen – wir sind im Überlegungsprozess“, so Eicher.

Positives gab es aus dem Werk Nölke. Die Wiedereinstellung von etwa 60 gekündigten Mitarbeitern sei so gut wie abgeschlossen. Nölke-Insider berichten derweil von entspannter Stimmung in der Belegschaft. Über die zurückliegende Krise werde kaum noch gesprochen. Die Mitarbeiter – unter ihnen auch viele Leiharbeiter – seien mit Arbeit gut ausgelastet. „Man spürt, dass das Produkt am Markt ankommt“, sagte auch Eicher noch vorsichtig über die Marke Gutfried.

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