SteinhagenVom Bus ins geliehene E-Auto: Hier erlebt man die Zukunft der Mobilität

Am Freitagmorgen eröffnete Bürgermeisterin Sarah Süß die neue Mobilstation. Der frühere Busbahnhof bietet nun auch Car-Sharing, Ladestationen für Elektrofahrräder und vieles mehr.

Jonas Damme

Andreas Puls (von links/Rathaus), Sam Seyfzadeh (Planungsbüro Röver), Sascha Drewel (Gemeindewerke), Alexander Kowalski und Philipp Unverfehrt (Bauunternehmen Unverfehrt, Andreas Schwan (Cambio Carsharing), Sarah Süß, Carsten Heidemann (Aufsichtsrat Gemeindewerke) und Stefan Lütgemeier (Gemeindewerke) eröffnen die neue Mobilstation auf dem ehemaligen Busbahnhof. Die Bürgermeisterin durchschnitt symbolisch das Band. - © Jonas Damme
Andreas Puls (von links/Rathaus), Sam Seyfzadeh (Planungsbüro Röver), Sascha Drewel (Gemeindewerke), Alexander Kowalski und Philipp Unverfehrt (Bauunternehmen Unverfehrt, Andreas Schwan (Cambio Carsharing), Sarah Süß, Carsten Heidemann (Aufsichtsrat Gemeindewerke) und Stefan Lütgemeier (Gemeindewerke) eröffnen die neue Mobilstation auf dem ehemaligen Busbahnhof. Die Bürgermeisterin durchschnitt symbolisch das Band. © Jonas Damme

Steinhagen. Einen „Netzwerkpunkt" nennt Sam Seyfzadeh vom Planungsbüro Röver die Mobilstation, die ab Montag den in die Jahre gekommenen Steinhagener Busbahnhof ersetzt. Der Gedanke dahinter: Statt Bus und Bahn getrennt von allen anderen Verkehrsmitteln zu sehen, sollten alle Fortbewegungsmittel, die mittlerweile zur Verfügung stehen, als ein Netz gesehen werden.

Ein Beispiel: Wer künftig mit dem Bus nach Bielefeld will, kann sein Elektrofahrrad unterdessen in einer Code-gesicherten Box abstellen und es dabei aufladen – und zwar umsonst! Bis zu drei Tage kann das Rad dort auf den Besitzer warten.

„Wollen das Car-Sharing-Angebot ausweiten"

Umgekehrt können Gäste aus Nah und Fern, die mit dem Bus anreisen, direkt an der Mobilstation am Rathaus aufs Auto umsteigen. Eine Kooperation von Gemeindewerken und Rathaus macht es möglich. „Wir wollen das Car-Sharing-Angebot ausweiten", erläutert Gemeindewerke-Geschäftsführer Stefan Lütgemeier. Mit der Idee stieß der Energieversorger in der benachbarten Großstadt auf offene Ohren. „Wir sind ja schon seit fast 25 Jahren in Bielefeld aktiv", ergänzt Andreas Schwan vom Autoverleiher Cambio. „Jetzt freuen wir uns, weiter in die Region zu kommen."

Ab sofort kann jeder Steinhagener das kleine weiße Elektroauto rund um die Uhr spontan oder per Reservierung nutzen. Lediglich eine einmalige Anmeldung ist nötig. In Bezug auf die Kosten, die je nach Kilometernutzung und Zeit abgerechnet werden, sei Cambio deutlich günstiger als ein eigenes Auto, versichert Schwan. Für Steinhagener gilt das insbesondere, da die Gemeindewerke als Begrüßungsaktion die einmaligen Anmeldungskosten von 30 Euro komplett übernehmen.

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Mehr Informationen finden Interessierte auf der Homepage der Gemeindewerke aber auch telefonisch unter Telefon (0 52 04) 99 74 44. „Wir beraten und schließen Verträge ab", erläutert Stefan Lütgemeier. Sollte das neue Car-Sharing-Angebot große Nachfrage finden, könnte die Steinhagener Flotte nach Bedarf weiter aufgestockt werden.

Auch für alle anderen E-Auto-Fahrer bietet die Mobilstation Ladeplätze. Insgesamt stehen in Steinhagen mittlerweile zehn öffentliche Ladesäulen. Dazu kommen private Angebote.

Spezialzone für Elterntaxis

Auch für die Eltern und Schüler der benachbarten Grundschule Steinhagen ist die neue Station eine deutliche Verbesserung. Oft hatte es dort in der Vergangenheit Klagen wegen der unübersichtlichen Verkehrssituation zu Schulbeginn und -schluss gegeben. Spezielle Elterntaxi-Zonen mit zwei eigenen Wendeschleifen sollen die Autos jetzt deutlich schneller, vor allem aber sicherer abfließen lassen. „Man kann seine Kinder fast im Klassenzimmer rauslassen", freut sich auch Bürgermeisterin Sarah Süß, dass die Idee der Planer so gut funktioniert.

Ab Montagmorgen sollen die Busse wieder die Station anfahren. Im Laufe der Woche werden auch die digitale Fahrplan-Anzeige scharfgeschaltet, die E-Bike-Boxen freigegeben und die letzten Markierungen aufgetragen.

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Insgesamt 980.000 Euro hat das Umbauprojekt gekostet, davon musste die Gemeinde Steinhagen aber nur 150.000 Euro tragen. Der Rest stammt aus einer sehr großzügigen Förderung des Landes NRW, das derzeit in vielen Kommunen in den Ausbau des ÖPNV investiert.

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