SteinhagenFahrer versucht bei Polizeikontrolle über den Beifahrersitz zu entkommen

Der Halter eines Fiat Puntos steht wegen Alkohol am Steuer vor Gericht. Er will selbst nicht gefahren sein. Der Richterin erscheint das sehr fraglich.

Herbert Gontek

Der Fahrer eines Punto versuchte über den Beifahrersitz einer Polizeikontrolle zu entgehen. So beschreibt es jedenfalls der geladene Polizist vor Gericht. - © CC0 Pixabay
Der Fahrer eines Punto versuchte über den Beifahrersitz einer Polizeikontrolle zu entgehen. So beschreibt es jedenfalls der geladene Polizist vor Gericht. © CC0 Pixabay

Steinhagen. Saßen vier oder fünf Personen im Juli des vergangenen Jahres in einem Fiat Punto, als eine Funkstreife den Wagen in Steinhagen vor einer Shisha-Bar stoppte? „Können wir nicht genau sagen, aber wir wissen, wer der Fahrer war", erklärte ein Polizist im Zeugenstand des Amtsgerichts. Bei dem Fahrer soll es sich um den 29-jährigen Halter des Wagens gehandelt haben, der sich wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss vor Gericht verantworten musste. Der erste Verhandlungstag brachte noch kein Urteil.

Der Angeklagte bestritt vor Gericht energisch, das Auto gefahren zu haben. Die Richterin ließ sich davon nicht beeindrucken. Sie lud weitere Zeugen für eine Folgeverhandlung vor und ist sich sicher, dass der Angeklagte gefahren ist.

Links zum Thema


65-jähriger Versmolder steht vor Gericht: Warum war die Hose unten?| HK+

Zeuge hatte kurzfristig eine Magenverstimmung

Der aussagende Polizist war an besagtem Tag mit einer Kollegin und einem Praktikanten aus der Fachhochschule für Verwaltung im Streifenwagen unterwegs. Der Polizist schilderte die Situation an der Shisha-Bar. „Der Praktikant und ich haben uns nach vorheriger Absprache nur darauf konzentriert, wer am Steuer sitzt", sagte der Zeuge. Der Angeklagte habe nach der Flucht des Beifahrers versucht, über dessen Sitz zu entkommen.

Die Kollegin des Polizisten und des Praktikanten habe einen jungen Mann dingfest machen können, der in der hinteren Sitzreihe des Puntos gesessen habe. Dieser Mann war zur Gerichtsverhandlung geladen, hatte sich aber kurzfristig wegen einer Magenverstimmung abgemeldet. Damit standen am Verhandlungstag keine weiteren Zeugen mehr zur Verfügung.

Fahrzeugschlüssel in der Tasche

Der angeklagte Mann hatte 1,61 Promille Alkohol im Blut und den Fahrzeugschlüssel in der Tasche. Wegen einer ähnlichen Tat war er schon einmal zu einem einjährigen Fahrverbot und 45 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt worden. Für die jetzt verhandelte Tat hatte er bereits einen Strafbefehl über 80 Tagessätze à 30 Euro erhalten und soll 18 Monate auf seinen Führerschein verzichten. Mit diesem – wie bei Strafbefehlen üblich – schriftlichen Urteil ist der Angeklagte nicht einverstanden. Da er gegen das Urteil angeht, kommt es jetzt vor dem Amtsgericht zu der mündlichen Verhandlung.

„Sagen Sie mir, wer gefahren ist", empfahl ihm die Richterin, „dann kann ich Ihnen vielleicht helfen. Ihm Augenblick spricht die schlüssige Aussage aber gegen Sie", stellte die Juristin mit Blick auf die Zeugenaussage des Polizisten fest. Der Praktikant der Fachhochschule für Verwaltung, die zweite Polizistin und der erkrankte Mitfahrer sollen in der Fortsetzungsverhandlung mehr Licht in die Zusammensetzung der Fahrgemeinschaft bringen.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.