SteinhagenAnlieger des Bordell-Grundstücks vertrauen Investor nicht

Nach Aussage des Leserbriefschreibers erzeugte der Investor mit seinen "geschönten Angaben" lediglich "lautstarke Empörung".

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Das Steinhagener Landhaus wird abgerissen. Doch was passiert nun mit dem Grundstück? - © Birgit Nolte
Das Steinhagener Landhaus wird abgerissen. Doch was passiert nun mit dem Grundstück? © Birgit Nolte

Zu unserer Berichterstattung und zum Kommentar über das geplante Wohnprojekt auf dem Areal des ehemaligen Steinhagener Landhauses erreichte die Redaktion der folgenden Leserbrief eines Anwohners.

Herr Jasper hat Recht, Mietwohnraum oder besser Wohnraum allgemein ist in Steinhagen knapp, und das ungeliebte „Haus der Begegnung" möchte auch jeder in Steinhagen loswerden. Aber ungenutzte Baugrundstücke, für deren Bebauung keine Änderung des Bebauungsplanes notwendig ist und ohne so schönen alten Baumbestand und unberührte Natur, gibt es sehr viele in Steinhagen.

(...). Damit könnte man schneller Wohnraum schaffen. Außerdem haben die Anlieger nichts gegen eine Bebauung des Grundstückes. Nur möchten wir die Bäume erhalten. Zumindest bei den Anwohnern hat der Investor während der Bauausschusssitzung durch seine geschönten Angaben lautstarke Empörung erzeugt und nicht gerade Vertrauen aufgebaut.

Nicht die Katze im Sack gekauft

So darf es nicht verwundern, dass wir ihm seine Aussage, nach der er schöne Bäume nach Möglichkeit erhalten möchte, nicht glauben. Bei der vorgesehenen dichten Bebauung ist davon auszugehen, dass die Wurzeln der großen Bäume geschädigt werden, oder das versehentlich ein Bagger daran kommt, so dass dann doch gefällt werden muss.

Vielleicht sollte auch noch erwähnt werden, dass zumindest bei einigen Ausschussmitgliedern die Haltung des Investors, dass er die aufgetretenen Fragen erst nach einer Änderung des Bebauungsplanes klären will, nicht gut ankam. (...) Wir Anwohner sind jedenfalls froh, dass die Rechnung des Bauamtes, wonach der Rat sofort grünes Licht gibt, nicht aufgegangen ist und der Bauausschuss sich nicht die Katze im Sack verkaufen lässt.

Kanalisation ist ein weiteres Problem

Außerdem gibt es da noch einen Punkt, (...). Die Kanalisation in der Schweriner Straße. Dort gibt es nur einen Mischwasserkanal, der bereits jetzt überlastet ist und den Anwohnern bei Regen bereits jetzt eine braune, übelriechende Flüssigkeit in den Kellern beschert. Mit diesen Ereignissen müssen die Anwohner dann wohl noch öfters rechnen, wenn die Fläche auf dem Gelände des jetzigen Freudenhauses auch noch so extrem versiegelt wird und die Abwässer der dort geplanten, sehr dichten Bebauung (immerhin 40 Wohneinheiten) zusätzlich in den Kanal fließen. Aber wie gesagt, wir sind nicht gegen eine umweltverträgliche Bebauung, wenn die Verkehrsanbindung und auch die Ableitung des Abwassers und des Regenwassers über die ehemalige B 68 erfolgt.

Stefan Frischat

33803 Steinhagen

Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Wir behalten uns vor, eingesandte Zuschriften zu kürzen.

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