SteinhagenHagedorn-Pläne: CDU und Grüne wussten von nichts und sind sauer

Eine Anfrage ans Rathaus soll klären, warum die Fraktionen erst aus der Zeitung von den Plänen erfuhren.

Jonas Damme

- © Frank Jasper
(© Frank Jasper)

Steinhagen. „Obwohl im Bauausschuss mehrmals nach den Plänen der Firma Hagedorn auf dem ehemaligen Firmengelände Gronemeyer & Banck nachgefragt wurde, hat es bislang keine Vorstellung der Ideen zum geplanten Gewerbepark gegeben", klagen CDU und Grüne in einer gemeinsamen Anfrage. „Eine Einladung des Unternehmens in den Fachausschuss wurde von der Verwaltung abgelehnt, mit der Begründung, dass es rechtlich keiner Vorstellung bedürfe. Stattdessen wurde nun ausführlich in der Presse dazu berichtet."

Ein Vorgehen, dass den Fraktionsvorsitzenden Dr. Mechthild Frentrup und Detlef Gohr sauer aufstößt. Gleich in dreierlei Hinsicht würde diese mangelnde Kommunikation Schaden anrichten. Mit Blick auf das Ziel einer nachhaltigen Gewerbeentwicklung sei es immer sinnvoll, frühzeitig mit den Unternehmen in den Dialog zu treten. „Wir als Politiker und Politikerinnen müssen auf genauere Bürger-Nachfragen reagieren können", schreiben die Fraktionen. „Deshalb wäre die abgelehnte Einladung des Unternehmens in den Bauausschuss als Informationsgrundlage sinnvoll gewesen." Es habe sich bereits bei anderen Bauprojekten gezeigt, dass Bürger empfindlich reagieren, wenn sie zuerst aus der Zeitung von den Veränderungen in der näheren Umgebung erführen.

„Wir sehen dort keinen städtebaulichen Konflikt"

Zumindest jetzt, im Nachhinein, wollen die Kommunalpolitiker ausführlich informiert werden. Eine ganze Reihe von Fragen sollen im Ausschuss geklärt werden: Wie kam es zur Entscheidung, keinen B-Plan zu entwickeln? Welche Gespräche und schriftlichen Informationen sind zwischen der Verwaltung, der Hagedorn-Gruppe und anderen Beteiligten geführt und ausgetauscht worden? Welche Planungsunterlagen zur Art der Unternehmen, Anordnung und Größe der Hallen und den Erschließungsmöglichkeiten liegen der Verwaltung vor? „Die Fragen sollen am Donnerstag im Bauausschuss ausführlich beantwortet werden", erklärt Bürgermeisterin Sarah Süß auf HK-Anfrage. Den jüngsten Sachstandsbericht habe es aber im Januar gegeben.

Bedarf für einen Bebauungsplan habe man im vergangenen Jahr verwaltungsseitig nicht gesehen, weil das Areal bereits Gewerbefläche ist. „Das hätte zeitlich eine deutliche Verzögerung bedeutet", so Süß. „Aber wir sehen dort keinen städtebaulichen Konflikt." Auch auf die Forderung, das Unternehmen Hagedorn in einen Ausschuss einzuladen, wolle man eingehen. Vor wenigen Tagen hatte der Kreis die Anwohner des Geländes an der Waldbadstraße per Schreiben über die positive Bauvoranfrage von Hagedorn unterrichtet. Die könnten nun gegen die Pläne klagen, falls sie sich entschieden schlechter gestellt sehen. Auf dem 22.000-Quadratmeter-Gelände sollen etwa 15 kleine Unternehmen angesiedelt werden.

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