Mehr als 90 Prozent machen mit: Hohe Impfquote bei der Diakonie

193 Bewohner, Tagesgäste und Mitarbeiter der Wohngruppen und Tagespflegeeinrichtungen der Diakonie Halle wurden am Dienstag und Mittwoch geimpft. 95 Prozent der Senioren und 90 Prozent der Mitarbeiter haben sich die Corona-Impfung geben lassen.

Anke Schneider

Das Team der Hausarztpraxis Borgholzhausen Stadt kümmert sich um den Papierkram. - © privat
Das Team der Hausarztpraxis Borgholzhausen Stadt kümmert sich um den Papierkram. (© privat)

Borgholzhausen/Steinhagen/Versmold. Olaf Lingnau, Leiter für den Pflegebereich der Diakonie Halle, ist erleichtert. „Wir sind super froh, dass wir mit der Corona-Impfung jetzt schon dran sind. Und wir sind total glücklich, dass sich so viele haben impfen lassen", sagt er. Damit verringere sich das Risiko eines Corona-Ausbruchs in den Einrichtungen massiv. „Wie man hört, ist die Bereitschaft der Pflegekräfte bundesweit ja nicht so hoch", sagt der Bereichsleiter. Seiner Meinung nach liegt das vor allem daran, dass die Menschen sich nicht an den richtigen Stellen informieren. „Soziale Netzwerke, in denen jede Menge Falschinformationen bezüglich der Impfung gestreut werden, sind da ganz sicher kontraproduktiv."

Durchführung der Aktion fordert die Einrichtungen

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Seit vergangenen Donnerstag, als die Meldung vom Impfzentrum in Gütersloh kam, dass der Impfstoff bereitgestellt werden könne, herrschte Hektik in den Reihen der Diakonie. „Man muss ja nicht glaube, dass das Impfzentrum alles organisiert", so Olaf Lingnau. Die Organisation und Durchführung der Impfung liegt bei den Einrichtungen. Und das sind im Einzugsbereich der Diakonie Halle immerhin acht Stück. Zunächst musste eine Abfrage gestartet werden, wer sich impfen lassen möchte. Und das sowohl bei den Bewohnern und Tagesgästen als auch bei den Mitarbeitern. Als die Zahl der Impfungen feststand, wurde die entsprechende Menge an Impfdosen bestellt.

Anschließend mussten Ärzte und Ärztinnen sowie Helfer*innen gefunden und der Papierkram bewältigt werden. „Alle, die sich impfen lassen möchten, müssen einen Aufklärungsbogen und eine Einverständniserklärung unterschreiben", so Olaf Lingnau. Dann müssen die Daten der zu Impfenden in einen Excel-Tabelle der Kassenärztlichen Vereinigung eingetragen werden, die an das Robert-Koch-Institut weitergeleitet wird.

Dr. Peter-J. und Dr. Ursula Bronsert und Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Diakoniestation Versmold, Dr. Eckart Happich, Mitarbeiterinnen des Gesundheitszentrums Versmold sowie Dr. Corinne Schirmeisen und Mitarbeiterinnen nach getaner Arbeit. - © privat
Dr. Peter-J. und Dr. Ursula Bronsert und Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Diakoniestation Versmold, Dr. Eckart Happich, Mitarbeiterinnen des Gesundheitszentrums Versmold sowie Dr. Corinne Schirmeisen und Mitarbeiterinnen nach getaner Arbeit. (© privat)

In weniger als einer Woche hat das Team der Diakonie diese Mammutaufgabe gestemmt. Am Dienstag erhielten die Wohngemeinschaft Oberes Feld und die Tagespflege in Steinhagen die ersten 50 Ampullen mit dem begehrten Impfstoff. „In der Wohngemeinschaft haben sich alle acht Bewohner impfen lassen, in der Tagespflege waren es 31", so Lingnau. Unter den Mitarbeitern habe es zwei bis drei gegeben, die sich nicht impfen lassen wollten. Durchgeführt wurde die Impfung von dem Allgemeinmediziner Clemens Schumacher aus Steinhagen.

Am Mittwochmorgen erhielt die Tagespflege in Borgholzhausen ihren Impfstoff. Hier wurden 32 Dosen verimpft. „Alle 20 Tagesgäste haben sich impfen lassen und von den zwölf Mitarbeiterinnen waren es zehn", sagt der Bereichsleiter. Durchgeführt wurde die Impfung hier von Dr. Michael Gödeke aus der Hausarztpraxis Borgholzhausen Stadt mit seinem Team.

Am Nachmittag waren schließlich die Einrichtungen aus Versmold dran. „Hier haben wir vier Wohngruppen und die Tagespflege Haus Dieckmann", so Olaf Lingnau. Die Wohngruppen Caldenhof, Ravensberger Straße und Wissmannshof liegen in Versmold, die Wohngruppe Eichenhof in Harsewinkel.

Termin für die zweite Impfung steht noch nicht fest

In den vier Wohngruppen leben insgesamt 35 Menschen und auch sie haben sich nach Auskunft des Bereichsleiters allesamt impfen lassen. In der Tagespflege werden 29 Menschen betreut und auch sie wurden alle geimpft. „Bei den über 50 Mitarbeitern in den Einrichtungen gab es ein paar, die sich nicht impfen lassen wollten", so Lingnau weiter. Insgesamt liege die Anzahl der nicht Geimpften nun aber unter zehn Prozent.

In Versmold übernahmen Dr. Eckart Happich, Dr. Peter-J. Bronsert und Dr. Ursula Bronsert sowie Dr. Hubert Ohlmeyer das Impfen, in Harsewinkel übernahm diese Aufgabe Dr. Corinne Schirmeisen. Nach ersten Rückmeldung habe alles gut geklappt und es habe bisher keine Komplikationen gegeben, so Olaf Lingnau.

Wann der zweite Impftermin stattfinden soll, das weiß Lingnau bisher noch nicht. „Erst hieß es ja, dass die zweite Impfung nach dei Wochen verabreicht werden soll, nun ist der Zeitraum aber etwas länger", hat er in Erfahrung gebracht. Informiert werden wird die Diakonie in Halle wieder vom Impfzentrum, von dem die Reihenfolge und die Impftermine festgelegt werden. Olaf Lingnau hofft, die zweite Impfung genauso problemlos über die Bühne zu bekommen wie die erste.

Dr. Michael Gödeke impft eine Besucherin der Tagesstätte in Borgholzhausen. - © privat
Dr. Michael Gödeke impft eine Besucherin der Tagesstätte in Borgholzhausen. (© privat)

„Anfangs hat es ja geheißen, dass mobile Teams in Tagespflegeeinrichtungen und Wohngruppen impfen werden", so Lingnau. Dass die gesamte Organisation am Träger hängen bleibt, hatte er so nicht erwartet. Alle Mitarbeiter und auch die Ärzte hätten jedoch ins Rad gegriffen, so dass die Premiere der Impfaktion bei der Diakonie vor allem in Sachen Beteiligung als großer Erfolg verbucht werden kann.

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