SteinhagenWarten auf den Impfstoff: Steinhagens Einrichtungen müssen sich gedulden

Am Sonntag haben in Deutschland die Impfungen gegen das Coronvirus begonnen.

Frank Jasper

Die Alten-WG Oberes Feld war im April besonders hart von Corona getroffen. - © Frank Jasper
Die Alten-WG Oberes Feld war im April besonders hart von Corona getroffen. © Frank Jasper

Steinhagen. Laut Impfplan werden zunächst Menschen in Alten- und Pflegeheimen sowie das Gesundheitspersonal geimpft. Den Steinhagener Pflege- und Senioreneinrichtungen liegen allerdings noch keine Termine für einen Impfstart vor. „Nein, wir wissen noch nicht, wann wir an der Reihe sind", teilte gestern Ann Christin Voss von der Diakoniestation Steinhagen mit. Die Diakonie betreibt in Steinhagen eine Alten-WG, die im April besonders heftig von der Pandemie betroffen war. Von den damals sieben Bewohnern starben vier an beziehungsweise mit Covid-19. Das Pflegepersonal musste komplett in Quarantäne geschickt werden, da sich auch Mitarbeiter angesteckt hatten.

Heute leben acht Seniorinnen und Senioren in der Wohngemeinschaft am Oberen Feld. Laut der stellvertretenden Pflegedienstleiterin Ann Christin Voss blieb die Einrichtung nach dem massivem Ausbruch im April von weiteren Corona-Fällen verschont. Zur Sicherheit innerhalb der Wohngruppe tragen inzwischen auch die dichten Intervalle bei, in denen Corona-Tests durchgeführt werden. „Alle drei Tage werden die Mitarbeiter durchgetestet", teilt Ann Christin Voss mit.

Pflegeteams hoffen auf Entlastung

Die WG-Bewohner müssen von einem mobilen Impfteam aufgesucht werden, das Aufsuchen des Impfzentrums in Gütersloh sei für sie wenn überhaupt nur mit einem Krankentransporter möglich. „Das wäre aber viel zu aufwendig", so die stellvertretende Pflegedienstleiterin. Das gelte auch für einen Teil der Personen, die das Steinhagener Diakonie-Team in der ambulanten Pflege betreut. „Jemand, der Pflegestufe 5 hat, kann nicht mal eben zum Impfen nach Gütersloh fahren."

Die stellvertretende Pflegedienstleitung Ann Christin Voß von der Diakonie. - © Jonas Damme
Die stellvertretende Pflegedienstleitung Ann Christin Voß von der Diakonie. (© Jonas Damme)

Die Diakoniestation bereitet sich auf den Tag X vor, indem die Impfbereitschaft unter den Patienten beziehungsweise unter den Mitarbeitern abgefragt wird. Bei einigen Patienten, beispielsweise Demenzkranken, muss über die Vorsorgevollmacht geklärt werden, ob sie geimpft werden sollen. Das Interesse an einer Impfung beschreibt Ann Christin Voß als „noch verhalten". Etwa die Hälfte der Patienten beziehungsweise Mitarbeiter wolle sich zum jetzigen Zeitpunkt impfen lassen. „Manche können es gar nicht abwarten und haben schon danach gefragt, andere sind noch skeptisch und wollen erst mal abwarten", berichtet Ann Christin Voss. „Ich hoffe, dass wir mit der Impfung in den nächsten Monaten ruhiger durch unseren Arbeitsalltag kommen und auch irgendwann wieder auf die Masken verzichten können."

Dem Matthias-Claudius-Haus, das sich in Trägerschaft des evangelischen Johanneswerks befindet, liegt ebenfalls noch kein Termin für den Besuch eines mobilen Impfteams vor. Weitere Angaben zur Impfbereitschaft und den Vorbereitungen innerhalb des Altenzentrums wollten die Verantwortlichen des Johanneswerks nicht machen.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.