SteinhagenTrinkwasserknappheit vorbeugen: Steinhagen steigert Zahl der Brunnen

Die Gemeindewerke haben investiert, um einen neuen, 20 Meter tiefen Brunnen in der Patthorst zu bauen. Damit soll die Belastung der Grundwasserreserven in einzelnen Bereichen sogar sinken. Außerdem kommunizieren die Brunnen jetzt per Glasfaser.

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Im Spätsommer wurde das Brunnenhaus aufgestellt, jetzt ist der Trinkwasserbrunnen 8a in den Regelbetrieb gegangen. - © Gemeindewerke
Im Spätsommer wurde das Brunnenhaus aufgestellt, jetzt ist der Trinkwasserbrunnen 8a in den Regelbetrieb gegangen. (© Gemeindewerke)

Steinhagen (HK/joda). Die Gemeindewerke haben in diesem Jahr zwei große Projekte abgewickelt: Sie haben einen neuen Trinkwasserersatzbrunnen in Betrieb genommen und das Datennetz modernisiert.

„Wir sind zwar bereits gut aufgestellt, doch wir bauen die Förderung weiter aus, damit sich die Bürger in der Gemeinde auch in Zukunft auf ihre Wasserversorgung verlassen können", sagt Geschäftsführer Stefan Lütgemeier.

Ein Baustein ist die kontinuierliche Modernisierung der Trinkwasserbrunnen im Gewinnungsgebiet Patthorst. Gerade wurde der Trinkwasserbrunnen 8a in Betrieb genommen, der das natürliche Grundwasser aus bis zu 20 Metern Tiefe fördert, bevor es in die Haushalte fließt. Der alte Brunnen Nummer 8 litt nach mehr als 40 Jahren unter Leistungseinbußen. „Das ist ein ganz natürlicher Alterungsprozess, weil die Poren durch natürliche Stoffe im Erdreich über die Jahre verstopfen, so dass nicht mehr ausreichend Wasser zuströmen kann", erklärt Lars Friedrichs, Leiter Bereich Gas/Wasser. „Dank regelmäßiger Wartung und Überwachung können wir diesen Prozess hinauszögern und die Lebensdauer eines Trinkwasserbrunnens deutlich erhöhen."

Der nächste Brunnen wird schon in Angriff genommen

Im Sommer wurde der neue Brunnen in der Patthorst gegraben. Um die nötigen 20 Meter Tiefe zu erreichen, wurde schweres Gerät eingesetzt. - © Gemeindewerke
Im Sommer wurde der neue Brunnen in der Patthorst gegraben. Um die nötigen 20 Meter Tiefe zu erreichen, wurde schweres Gerät eingesetzt. (© Gemeindewerke)

Und es geht direkt weiter. Die Gemeindewerke werden in Kürze damit beginnen, einen weiteren Brunnen zu modernisieren. „Wir wollen die Zeit über den Winter nutzen, in der weniger Wasser gebraucht wird, um passend zum Sommer fertig zu sein", erklärt Lars Friedrichs. Im November wurden daher Probebohrungen durchgeführt und Filter bestellt. Wenn die Witterung mitspielt, werden diese schon im Februar eingesetzt, damit im Mai 2021 der Brunnen in Betrieb gehen kann.

Den Gemeindewerken stehen jetzt neun anstelle von bisher sieben Trinkwasserbrunnen zur Verfügung. Doch auch wenn zwei zusätzliche Brunnen zur Wassergewinnung in Betrieb sind, soll die Fördermenge nicht steigen. Vielmehr soll in Zukunft die Trinkwasserförderung auf noch mehr Brunnen verteilt werden. Somit sinkt die Fördermenge jeder einzelnen Anlage und gleichzeitig auch die Belastung der Technik. Dies erhöht ebenfalls die Lebensdauer der Brunnen und lässt das Ausfallrisiko sinken.

Rückvergütung an Kunden steht in Aussicht

Um die Ausfallsicherheit und den Datenschutz zu erhöhen, wurde über den Sommer auch die Steuerung der technischen Anlagen modernisiert. So wurde das eigene Datennetz mit Lichtwellenleitungen aufgewertet. Alle Brunnen und das Wasserwerk sind dort aufgeschaltet. So ist die Kommunikation zwischen den Anlagen nicht nur schneller, sondern auch noch sicherer.

Des Weiteren stellt die Gemeindewerke Steinhagen auch für das Jahr 2021 eine Rückvergütungszahlung an seine Strom- und Erdgaskunden in Aussicht, die abhängig vom wirtschaftlichen Ergebnis des Geschäftsjahres 2020 gezahlt werden könnte. Nach Aufstellung des Jahresabschlusses 2020 entscheidet der Aufsichtsrat über die Rückvergütung und deren Höhe.

Die „Gemeindewerke Steinhagen GmbH" versorgt im Gebiet in und um Steinhagen mehr als 20.000 Menschen mit Erdgas, Strom, Trinkwasser und Nahwärme. Betrieben werden auch das Hallenbad und das Waldbad. Das Unternehmen hat 50 Mitarbeiter und erzielt bei einer Bilanzsumme von rund 42 Millionen Euro einen Jahresumsatz von etwa 28 Millionen Euro. Die Gemeindewerke Steinhagen sind eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde Steinhagen und sind zu 25,1 Prozent an der Stadtwerk Verl GmbH beteiligt. Geschäftsführer ist Stefan Lütgemeier.

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