Nach Übergriffen im Rathaus: Gewalttätiger Asylbewerber abgeschoben

Zwei Jahre nachdem der 28-Jährige in Steinhagen unangenehm auffiel, ist er diese Woche in sein Heimatland gebracht worden.

Frank Jasper

Über mehrere Wochen bewachte ein privater Sicherheitsdienst das Rathaus. - © Frank Jasper
Über mehrere Wochen bewachte ein privater Sicherheitsdienst das Rathaus. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Der Mann, der in Steinhagen mehrfach Passanten und Rathausangestellte bedroht und angegriffen hatte, ist diese Woche aus der Haft heraus in sein Heimatland Guinea abgeschoben worden. Das teilte am Freitag Jan Focken, Pressesprecher des Kreises Gütersloh, mit. Zu Details der Abschiebung machen die Behörden keine Angaben.

Der Asylbewerber, der in Deutschland lediglich geduldet war, hatte über mehrere Monate für Angst und Schrecken im Ort gesorgt. Er war Rathausmitarbeitern gegenüber aggressiv geworden und hatte sie mehrmals bedroht. Der damalige Bürgermeister Klaus Besser sah sich dazu gezwungen, einen privaten Sicherheitsdienst für das Rathaus zu bestellen, der den Haupteingang bewachte. Alle anderen Zugänge mussten abgeschlossen werden.

Im Bürgerpark soll er zwei Frauen angegriffen haben

Darüber hinaus war es in einem Geldinstitut und in einem Supermarkt zu Zwischenfällen gekommen, weil der Mann dort randaliert hatte. Im Bürgerpark soll er zwei Frauen angegriffen haben, nachdem sie ihn wegen wilden Urinierens angesprochen hatten. Mit der Polizei war es wegen seines Verhaltens mehrmals zu handfesten Auseinandersetzungen gekommen. Zehn Anzeigen lagen am Ende gegen den Mann vor. Steinhagen weigerte sich in der Folge, weitere abgelehnte Asylbewerber mit Duldungsstatus aufzunehmen.

Noch im selben Jahr setzte sich der Mann in die Schweiz ab, fiel dort im Januar 2019 durch Schwarzfahren auf. Es wurde Haftbefehl erlassen, und er wurde von den Schweizer Behörden nach Deutschland überstellt. Im April verurteilte das Haller Amtsgericht den abgelehnten Asylbewerber, der zuvor bereits unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Diebstahl einsaß, zu 22 Monaten Haft.

Die Behörden arbeiteten weiterhin an der Abschiebung des 28-Jährigen, die sich jedoch schwierig gestaltete, weil der Mann über keine Ausweispapiere verfügte und sich weigerte, Angaben zu seiner Identität zu machen. Erst nachdem seine Herkunft geklärt werden konnte, fertigten die Behörden in Guinea die notwendigen Passersatzpapiere an.

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