In diesen Bereichen will Steinhagen 2021 am meisten investieren

Kämmerer Jens Hahn und Bürgermeisterin Sarah Süß stellen den Haushaltsplan fürs kommende Jahr vor. Die Pandemie hat darin deutliche Spuren hinterlassen. Trotzdem stehen große Investitionen an.

Frank Jasper

Kämmerer Jens Hahn und Bürgermeisterin Sarah Süß stellen den Haushaltsplan für das kommende Jahr vor. Er umfasst ein Haushaltsvolumen in Höhe von 55,8 Millionen Euro. Die politischen Beratungen werden bis in den Februar dauern. - © Frank Jasper
Kämmerer Jens Hahn und Bürgermeisterin Sarah Süß stellen den Haushaltsplan für das kommende Jahr vor. Er umfasst ein Haushaltsvolumen in Höhe von 55,8 Millionen Euro. Die politischen Beratungen werden bis in den Februar dauern. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Die Mindererträge in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie beziffert Bürgermeisterin Sarah Süß auf 3,2 Millionen Euro. Geld, das vor allem bei den Gewerbesteuereinnahmen und der Einkommenssteuer fehlt. Dabei hätte es womöglich noch schlimmer kommen können. „Einige Unternehmen haben ihre Angaben zur Gewerbesteuer im Laufe des Jahres wieder etwas nach oben angepasst", berichtet Kämmerer Jens Hahn. Gleichwohl liege man in Steinhagen aktuell zwei Millionen unter den ursprünglich für dieses Jahr veranschlagten 21,7 Millionen Euro. Für kommendes Jahr rechnet Hahn mit 20,4 Millionen Euro. Bei der Einkommensteuer sind es knapp 900.000 Euro Mindereinnahmen, was vor allem auf die Kurzarbeit zurückzuführen ist.

Auch die Ausgaben, die aufgrund der Pandemie nötig waren, wirken sich auf den Haushalt aus. Allein 226.000 Euro hat die Gemeinde Steinhagen für Plexiglaswände, Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel und zusätzliches Personal, etwa in der Schulmensa, ausgegeben.

Für einen Ausgleich soll das Land sorgen, das zumindest einen Teil der weggebrochenen Gewerbesteuereinnahmen kompensieren will. „Wie viel das sein wird, können wir noch nicht sagen. Das Land wird sich an einem Durchschnittswert aus den vergangenen Jahren orientieren", erläutert Jens Hahn.<1

Haushalt Steinhagen 2021 - © HK
Haushalt Steinhagen 2021 (© HK)

Die für nächstes Jahr vorgesehene Investitionssumme steigt Corona zum Trotz gegenüber dem Vorjahr von 9,3 auf 10,9 Millionen Euro. Vor allem in den Bereichen Bauen und Bildung stehen große Projekte an, die zu Buche schlagen. So ist fürs nächste Jahr ein weiterer Investitionszuschuss in Höhe von 1,9 Millionen Euro für den Bau des Hörmann-Sportzentrums am Cronsbach vorgesehen. 1,1 Millionen Euro standen bereits im Haushalt für dieses Jahr zur Verfügung. Für die Erschließung des neuen Baugebiets „Nördlich Amshausener Straße" stehen 930.000 Euro im Haushaltsplan. Zur Erneuerung von Brückenbauwerken sind 580.000 Euro eingeplant.

„Allein für die Digitalisierung an unseren Schulen veranschlagen wir 1,3 Millionen Euro", nennt Sarah Süß einen weiteren Investitionsschwerpunkt, für den der Medienentwicklungsplan die Grundlage bildet. In diesem Posten enthalten sind nicht nur Kosten für die Anschaffung von Tablets, sondern auch für weitere interaktive Touch Boards für die Klassenzimmer, Lehrerfortbildungen, WLAN-Ausstattung und Lizenzen für Lern-Apps.

Im Februar soll der Haushaltsplan verabschiedet werden

Ebenfalls zum Bildungsbereich zählen Schülerbeförderungskosten in Höhe von 700.000 Euro. Für die Planung des Neubaus der Grundschule Brockhagen sind schon mal 80.000 Euro bereitgestellt worden. Für die Umgestaltung von Spielplätzen wird mit 174.000 Euro geplant.

Neben diesen Kostenfaktoren sind für das kommende Jahr aber auch weitere Instandsetzungsmaßnahmen geplant. Allein die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED kostet 296.000 Euro. Für die Straßeninstandhaltung sind 345.000 eingeplant. 300.000 Euro kostet das neue Tanklöschfahrzeug für den Feuerwehrlöschzug Amshausen.

Um die geplanten Investitionen zu stemmen, greift Steinhagen wie in den Vorjahren auf Kredite zurück. Sieben Millionen Euro im kommenden Jahr. Der Schuldenstand steigt von 24,5 Millionen Euro in diesem Jahr auf 29,5 Millionen Euro im Jahr 2021.

In der nächsten Ratssitzung am Mittwoch, 25. November, wird der Haushaltsplanentwurf eingebracht und dann im neuen Jahr in den Fachausschüssen beraten. Beginn der Sitzung ist um 17.30 Uhr in der Schulzentrumsaula. In der Ratssitzung am 10. Februar soll das Zahlenwerk dann verabschiedet werden. „Dass wir so spät dran sind, ist vor allem dem Termin der Kommunalwahl geschuldet", erklärt Kämmerer Jens Hahn.

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