Wer fährt da noch Auto? Steinhagen investiert eine Million in E-Mobilität

Über 900.000 Euro kostet der Umbau des Busbahnhofes zur „Mobilitätstation“. Dafür gibt es ein Park-and-Ride-System, Fahrradladeboxen und viele andere klimafreundliche Neuerungen.

Jonas Damme

Während der gesamten Umbaumaßnahme soll der Busbahnhof befahrbar bleiben. Deswegen wird in zwei Bereichen separat gebaut.  - © Jonas Damme
Während der gesamten Umbaumaßnahme soll der Busbahnhof befahrbar bleiben. Deswegen wird in zwei Bereichen separat gebaut.  (© Jonas Damme)

Steinhagen. Förderungen für Energiesparhäuser, ein klimafreundliches Gewerbegebiet, ein zunehmend elektrischer Fuhrpark – das Rathaus bemüht sich seit Jahren mit den verschiedensten Maßnahmen, Steinhagen umweltfreundlicher zu machen.

Mit dem neuen Busbahnhof geht die Gemeinde nun den konsequenten nächsten Schritt. Dort soll alles, „was wir an Mobilität haben" – wie es der Planer formulierte – kombiniert werden.

Eine Wende- und Ausstiegsschleife direkt an der Grundschule Steinhagen soll den morgendliche Verkehr entspannen. - © Jonas Damme
Eine Wende- und Ausstiegsschleife direkt an der Grundschule Steinhagen soll den morgendliche Verkehr entspannen. (© Jonas Damme)

Sogenannte Park-and-Ride-Plätze sollen die Steinhagener Autofahrer motivieren, schon nach der Kurzstrecke in den Ortskern auf den Bus nach Bielefeld oder Gütersloh umzusteigen. Für Elektroautofahrer ist das besonders attraktiv, denn sie können ihre Fahrzeuge dort auch gleich laden lassen. Ladeplätze gibt es auch für E-Bikes. Die teuren Räder können in sicheren Fahrradboxen abgestellt werden. Damit das Warten auf den Bus keine Unwägbarkeiten mit sich bringt, bekommen die vier Haltepunkte elektronische Displays, die auch Verspätungen ankündigen sollen. 

Zonen für Abschiedsküsse sind gleich an zwei Stellen geplant

Gleich zwei Kiss-and-Ride- Zonen sind außerdem geplant. Einmal soll eine Ausbuchtung am ZOB dazu dienen, Freunde oder Verwandte an der Station abzusetzen, ohne einen Parkplatz suchen zu müssen. Nur hundert Meter weiter hat das Planungsbüro Röver eine zweite Wendeschleife vorgesehen, an der Eltern morgens ihre Kinder absetzen können. Damit reagiert das Rathaus auch auf Hinweise von Eltern und Lehrern, die über allmorgendliche Probleme am Parkplatz vor der benachbarten Grundschule geklagt hatten. Die ganze Bauzeit über soll ein Teil des Busbahnhofes befahrbar bleiben, um zu gewährleisten, dass Eltern ihre Kinder zu Schule bringen, aber auch, damit die Anwohner die Siedlung am Schulweg erreichen können.

An den Bordsteinen lassen sich bereits der zentrale Bussteig und die Park-and-Ride-Parkplätze mit Ladestation erahnen. - © Jonas Damme
An den Bordsteinen lassen sich bereits der zentrale Bussteig und die Park-and-Ride-Parkplätze mit Ladestation erahnen. (© Jonas Damme)

Parallel zur Modernisierung wird der ZOB – oder die Mobilitätstation, wie ihn die Planer gerne nennen – behinderten- , beziehungsweise seniorengerecht. Alle Bussteige und Unterstände werden barrierefrei gestaltet.

Arbeiten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein

Die Kosten für die Umgestaltung des Busbahnhofs belaufen sich auf rund 920.000 Euro. Den Großteil der Kosten übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Für die Stadt verbleibt ein Eigenanteil von 150.000 Euro, der nach aktuellem Stand nicht überschritten werden soll. Noch bis Ende des Jahres soll das Bauunternehmen Unverfehrt aus Bad Laer die Baustelle abgeschlossen haben.

Im kommenden Jahr kehrt dann erst einmal wieder Ruhe ein rund ums Rathaus. Erst 2022 beginnen die Arbeiten an der Straße „Am Pulverbach", dort soll unter anderem eine Querungsinsel entstehen, damit das Rathaus vom Ortskern aus sicherer zu erreichen ist. Pläne, auf den Ampelkreuzungen zur Bielefelder Straße und/oder zur Bahnhofstraße Kreisverkehre einzurichten, wurden ad acta gelegt.

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