Polizei zieht Handy-Sünder aus dem Verkehr

Wer sich im Straßenverkehr von seinem Smartphone ablenken lässt, riskiert nicht nur ein Bußgeld. Oft resultieren Verkehrsunfälle aus dem unachtsamen Verhalten. Längst nicht alle Autofahrer zeigen sich einsichtig.

Frank Jasper

Polizeibeamter Thomas Gronemeier während der Verkehrskontrolle gestern an der Woerdener Straße. - © Frank Jasper
Polizeibeamter Thomas Gronemeier während der Verkehrskontrolle gestern an der Woerdener Straße. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Im Rahmen einer europaweiten Aktion hat die Polizei gestern Verkehrsteilnehmer auf die Gefahren durch Ablenkung im Straßenverkehr hingewiesen und dabei vor allem das Handy im Fokus gehabt. In Steinhagen an der Woerdener Straße befand sich eine von 15 Kontrollstellen im Kreis Gütersloh, an der Verkehrsteilnehmer mit Smartphone am Steuer aus dem Verkehr gezogen wurden. „Darüber hinaus haben wir drei Infostände aufgebaut, an denen wir auf die Gefahren hinweisen", berichtete Hauptkommissar Markus Althoff, Leiter der Führungsstelle Verkehr.

„Bei der Bevölkerung muss endlich ankommen, wie Gefährlich das Handy am Steuer ist", begründete Polizeisprecherin Katharina Felsch die Aktion. „Und das gilt nicht nur fürs Auto, sondern auch fürs Rad", fügte sie hinzu. Mit Besorgnis habe die Polizei eine Umfrage zur Kenntnis genommen, in der jeder zwei Befragte eingeräumt hatte, hin und wieder sein Handy während der Autofahrt zu nutzen. „Wir hatten 2019 landesweit 156.000 Verstöße die auf Ablenkung zurückzuführen sind", berichtet Katharina Felsch. Ihr Kollege, der Leiter der Haller Polizeiwache Uwe Ahlemeyer erklärt: „Wer bei Tempo 50 eine Sekunde abgelenkt ist, ist 15 Meter im Blindflug unterwegs, bei zwei Sekunden sind es also schon 30 Meter."

Punkte und Bußgeld

Inzwischen wird während der Fahrt aufgrund der technischen Weiterentwicklung mit dem Handy aber nicht nur telefoniert. „Die Leute schreiben WhatsApp-Nachrichten oder checken ihr Instagram-Profil. Es gibt Lkw-Fahrer, die schauen nebenbei ganze Videos auf ihren Geräten", weiß Heiko Patzelt. Gehör und Sicht seien dann deutlich eingeschränkt. Die Folgen können dramatisch sein. „Etwa wenn Sie einem Angehörigen erklären müssen, dass ein Gespräch während der Fahrt plötzlich abgebrochen ist, weil die Person am anderen Ende der Leitung abgelenkt war und einen Unfall hatte", so Katharina Felsch.

Wer von der Polizei mit Handy am Steuer ertappt wird, muss 100 Euro zahlen und bekommt einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg. Ging vom Handy-Sünder eine konkrete Gefahr aus, sind es 150 Euro und zwei Punkte. Bei einem Unfall mit Handy werden es 200 Euro und zwei Punkte. Fahrradfahrer mit Smartphone am Ohr zahlen mindestens 55 Euro.

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