Johanneswerk investiert 10 Millionen: Altenheim wird zum Quartierszentrum

Jetzt werden zehn Millionen Euro statt, wie anfangs geplant, vier bis fünf Millionen in die Sanierung des Matthias-Claudius-Hauses gesteckt. Von kommenden Dienstag an müssen für die Dauer von sechs Monaten alle Wege rund um den Gebäudekomplex gesperrt werden.

Frank Jasper

Hausleiterin Sabine Weitzel und Bauleiter Jörg Neliepovitz machen darauf aufmerksam, dass die Wege rund ums Matthias-Claudius-Haus von kommenden Dienstag an nicht mehr betreten werden können. - © Frank Jasper
Hausleiterin Sabine Weitzel und Bauleiter Jörg Neliepovitz machen darauf aufmerksam, dass die Wege rund ums Matthias-Claudius-Haus von kommenden Dienstag an nicht mehr betreten werden können. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Gleich zwei positive Nachrichten verkündete Freitag die Leiterin des Altenzentrums Matthias-Claudius-Haus, Sabine Weitzel: Zum einen kann die Bautätigkeit an der Einrichtung um vier Monate verkürzt werden, so dass die Arbeiten im Dezember 2022 abgeschlossen sein sollen. Zum anderen hat der Träger des Matthis-Claudius-Hauses, das evangelische Johanneswerk, die ursprünglich beschlossenen Maßnahmen deutlich erweitert und dafür die Investitionssumme mehr als verdoppelt. Von zunächst vorgesehenen vier bis fünf Millionen Euro auf zehn Millionen.

„Ende 2019 wurde deutlich, dass dieses Projekt ganz andere Dimensionen annimmt", berichtet Sabine Weitzel. Während der bereits begonnenen Umbauarbeiten an dem Gebäude seien nach und nach weitere Veränderungen und Ausbesserungen beschlossen worden. Irgendwann sei man an einem Punkt gewesen, keine halben Sachen machen zu wollen, sondern das Matthias-Claudius-Haus für die nächsten 25 Jahre zukunftsfähig zu machen.

Das Ergebnis kommt einem Neubau gleich

Zwischen Wohnbereich (hinten) und Begegnungsstätte entsteht eine neue Terrasse. - © Frank Jasper
Zwischen Wohnbereich (hinten) und Begegnungsstätte entsteht eine neue Terrasse. (© Frank Jasper)

„Das Gebäude wird entkernt, die Zimmer werden in ihrer Struktur verändert", berichtet Bauleiter Jörg Neliepovitz vom Gütersloher Büro GJL Architekten. Das Ergebnis komme einem Neubau gleich. Manchmal sei es sinniger, komplett alles neu zu machen, als am Bestand herumzuwerkeln, so der Architekt. Auch die im Keller befindliche Heizungsanlage wird erneuert. Alleine diese Maßnahme schlägt mit einer zusätzlichen Million zu Buche. Außerdem geplant: neue sanitäre Anlagen im Eingangsbereich, eine neue Brandmeldeanlage, überall WLAN und die Erneuerung von vier Aufzügen.

„Das ist ein deutliches Bekenntnis zum Standort Steinhagen", freut sich Sabine Weitzel. Sie sieht das Matthias-Claudius-Haus auf einem guten Weg vom Altenheim zum Quartierszentrum, zu dem unter anderem die Begegnungsstätte Treffpunkt, Altenwohnungen und die Tagespflege gehören.

Ab Dienstag ist das Außengelände für Fußgänger gesperrt

Obwohl die Baumaßnahmen viel umfangreicher geworden sind, kann die Bauzeit um vier Monate verkürzt werden. „Möglich wird das, weil wir Bauabschnitte zusammengelegt haben. Dadurch fallen mehrere zeitaufwendige Zäsuren weg", erklärt Architekt Jörg Neliepovitz. Fertig gestellt sind bereits die Tagespflege und die Begegnungsstätte inklusive neuer Terrassen, außerdem der Wohnbereich 4, in den in der kommenden Woche 27 Bewohner einziehen können. Fertiggestellt wurden ferner die Besuchertoiletten im Foyer und der Friseurraum. Es folgt die Sanierung der weiteren Wohnbereiche. Der Einbau der neuen Regeltechnik laufe parallel, berichtet Jörg Neliepovitz.

Die weiteren Bauarbeiten machen eine Sperrung des gesamten Außengeländes nötig. Die Wege über das Grundstück, die viele Anwohner des Viertels zu Fuß oder mit dem Fahrrad nutzen, können deshalb von kommenden Dienstag an nicht mehr betreten werden.

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