SteinhagenDiese Corona-Hygienestation kommt aus Steinhagen

Jung Pumpen hat eine Corona-Hygienestation entwickelt, die sich für weit weniger als 1.000 Euro selbst bauen lässt. Die Sanitärprofis wollen einen Mangel ausgleichen, den solche Stationen oft haben.

Jonas Damme

Der technische Trainer Jens Höwener und Marketing-Direktor Andreas Kämpf haben für Jung Pumpen die mobile Waschstation entwickelt, die sie „Eurowash" getauft haben. Foto: Jonas Damme - © Jonas Damme
Der technische Trainer Jens Höwener und Marketing-Direktor Andreas Kämpf haben für Jung Pumpen die mobile Waschstation entwickelt, die sie „Eurowash" getauft haben. Foto: Jonas Damme (© Jonas Damme)

Steinhagen. „Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen, heißt es derzeit“, sagt Andreas Kämpf, Marketing-Chef bei Jung Pumpen. „Aber im öffentlichen Bereich ist es oft ja gar nicht möglich, sich mal schnell die Hände zu waschen. Da gibt es deutlich zu wenig Infrastruktur.“

Sein Kollege Jens Höwener nennt ein sehr aktuelles Beispiel. „Meine Tochter arbeitet an einer Grundschule“, sagt der technische Trainer. „In den Klassen müssen sich rund 20 Kinder vier bis fünf Mal am Morgen die Hände waschen.“ Mit nur einem Waschbecken pro Klasse entstünden jeden Tag etliche Minuten Wartezeit. „Da werden noch viele Schulen schnell merken, dass sie nicht klarkommen.“

„Einsatzmöglichkeiten gibt es derzeit unzählige“

Um schnell mehr Waschmöglichkeiten zu schaffen, bieten derzeit mehrere Unternehmen sogenannte „Mobile Waschplätze“ an. Die sollen schnell auf- und abgebaut sein und den Kommunen, Schulen oder anderen Einrichtungen ermöglichen, die Hygienevorschriften zur Eindämmung der Epidemie einzuhalten. „Supermärkte, Markt- oder Spielplätze, private Parties – Einsatzmöglichkeiten gibt es derzeit unzählige“, so Andreas Kämpf.

Allerdings haben viele dieser neuen Waschstationen eine gemeinsame Schwäche: das Abwasser. Frischwasser und Strom müssen üblicherweise angeschlossen werden, das Abwasser wird aber vernachlässigt. Entweder die Stationen nutzten einen eigenen Wassertank – der schnell voll ist und dann die Station lahmlegt – oder sie müssten direkt an einem öffentlichen Abfluss aufgestellt werden, hat der Ingenieur beobachtet.

Hier wollen nun die Steinhagener Pumpen-Hersteller einspringen. Sie haben in den vergangenen Wochen eine eigene Waschstation entwickelt, die jeder Hobbyhandwerker ohne größere Probleme nachbauen können soll. Und als Ergänzung zu den marktüblichen Geräten beinhaltet ihr Selbst-Bau-Kit eine kleine Abwasserpumpe. So kann das Abwasser auch über kleinere Entfernungen, Höhenunterschiede oder an einer Wand entlang entsorgt werden.

Und das Beste am Selbstbauset: es soll so günstig sein, dass es sich fast jeder und jedes Unternehmen aufstellen kann. „Wir wollten etwas bauen, dass für einen dreistelligen Betrag umsetzbar ist“, erläutert Erfinder Jens Höwener. Die Waschstation besteht aus einer einfachen Holzkonstruktion, bei der die Steinhagener Tischlerei Hermbecker geholfen hat, einem günstigen Waschbecken, und einfachsten Sanitärutensilien. Alles, was verwendet wurde, lässt sich leicht per Einzelhandel oder Internetkauf selbst beschaffen. „Ein Hausmeister muss es alleine bauen und aufstellen können“, nennt Höwener einen weiteren Vorsatz bei der Entwicklung.

Zwei Prototypen für Steinhagener Grundschulen

Eine Anleitung für die kleine Waschstation findet sich auf der Homepage des Unternehmens (Produkte/Gebäudeentwässerung/Mobile Hebeanlagen), darüber hinaus soll in den kommenden Tagen eine bewegte Anleitung auf dem Videoportal YouTube eingestellt werden. „Außerdem wollen wir jetzt mit den professionellen Produzenten solcher Anlagen ins Gespräch kommen und unsere Pumpenlösung anbieten“, erklärt Andreas Kämpf.

Die beiden Prototypen stehen derzeit übrigens noch im Untergeschoss des Jung-Pumpen-Forums an der Industriestraße. Die beiden Entwickler wollen sie an Steinhagener Schulen verschenken. Anfragen an Andreas Kämpf unter jung.communication@pen tair.com. Falls nötig werden die beiden Anlagen unter den Schulen verlost.

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