Briefe, Hass-Posts und jetzt Eier: Bürgermeisterkandidat wird zur Zielscheibe

Mit Eiern hat ein wütender Unbekannter seine Meinung zu Kai Funkes Bürgermeisterkandidatur klar gemacht. Auch wenn der 28-Jährige umstritten ist: So etwas geht gar nicht, das bestätigt sogar ein Gegner.

Jonas Damme

Diesen Brief fand Kai Funke in seiner Post. - © Kai Funke
Diesen Brief fand Kai Funke in seiner Post. (© Kai Funke)

Steinhagen. UWG-Kandidat Kai Funke ist es gewohnt, sich Feinde zu machen. Ob mit seinen kritischen, zu Teil polemischen Beiträgen im Ratssaal oder bissigen Kommentaren bei Facebook, der 29-Jährige hält mit seiner Meinung selten hinter dem Berg. Regelmäßig bekommt er dafür auch Kontra. Das muss er aushalten.

Die Grenze ist für ihn aber am Freitagabend erreicht. Als er um 21.30 Uhr von der Arbeit als Schwimmmeister nach Hause kommt, findet er ein anonymes Schreiben im Briefkasten. „Herr Funke, unterlassen Sie ihre lügen, sonst lernen Sie mich persönlich kennen und das nicht gerade auf eine Charmante Art und Weise (falsche Rechtschreibung beibehalten)." Um seine Vorwürfe noch zu erhärten, greift der anonyme Autor zu rabiaten Mitteln. Mit Eiern, die er dem Kommunalpolitiker an die Fensterscheibe wirft, will er offenbar untermalen, dass er seine Drohung, des persönlichen Kennenlernens durchaus ernst meint.

Post an Bürgermeisterkandidat Kai Funke - © Kai Funke
Post an Bürgermeisterkandidat Kai Funke (© Kai Funke)

 „Wie schmecken die Eier?"

Als Kai Funke um kurz vor 24 Uhr, nachdem er noch einmal außer Haus war, erneut zurückkehrt, findet er einen zweiten Brief. Dieses Mal „duzt" ihn der anonyme Verfasser. Der Unbekannte schreibt, dass er derselbe sei, der ihn per falschem Profil „Pietro Heger" bei Facebook provoziere. Das PS schließt mit den Worten „Wie schmecken die Eier?"

Da reicht es dem jungen Mann. „Ich hatte dann Freitagnacht noch die Polizei im Hause", berichtet Kai Funke. Die Beamten nehmen den Fall auf. Da aber keine Sachbeschädigung vorliegt, stellt der Angegriffene keine Anzeige. Die Beamten kündigen aber an, die Situation im Auge behalten zu wollen.

Obwohl er durchaus schon etwas aushalten musste, sei ihm so etwas noch nie passiert, erklärt Kai Funke im Gespräch mit dem HK. Es käme zwar vor, dass Leute ein Gespräch schnell „abblockten", ein solcher persönlicher Angriff sei aber „Neuland". Natürlich werde er sich von solchen persönlichen Angriffen aber nicht von seinem Wahlkampf abbringen lassen.

Kai Funke - © Jonas Damme
Kai Funke (© Jonas Damme)

Unterstützung dafür bekommt er auch von Meik Tischler. Der Lehrer tritt selbst als parteiloser Kandidat zur Bürgermeisterwahl im September an. In einem der Briefe wird er wörtlich genannt. „überlass das Rennen doch lieber Meik", heißt es da. Eine Forderung, die der Gelobte nicht mitträgt. „Kai soll seine Kandidatur so durchziehen, wie er das für richtig hält", sagt Meik Tischler selbst.

Natürlich könne man, was die Positionen von Kai Funke angehe, geteilter Meinung sein, Respekt habe er aber verdient. „Das bringe ich schon meinen Schülern bei", so Tischler. „Ein solches Engagement muss man respektieren."

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