350 Hörmann-Mitarbeiter in Steinhagen werden auf Corona getestet

Am Mittwoch rückten zwei mobile Teams des Kreises Gütersloh zum Hersteller von Toren, Türen, Zargen und Antrieben aus. Das sei eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, heißt es vom Kreis. Einen Anlass für die Reihentests gibt es allerdings schon.

Marc Uthmann

Beim Steinhagener Großunternehmen Hörmann werden in einem Antriebswerk Reihentests auf das Corona-Virus durchgeführt. - © Hörmann
Beim Steinhagener Großunternehmen Hörmann werden in einem Antriebswerk Reihentests auf das Corona-Virus durchgeführt. (© Hörmann)

Steinhagen. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen auf Anfrage des Haller Kreisblattes bestätigt, dass zwei Mitarbeiter aus dem Kreis Gütersloh mit dem Corona-Virus infiziert seien. Neben den beiden Betroffenen, deren Infektionen bis dahin symptomfrei verliefen, befanden sich vorsorglich 21 weitere Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne.

Nun sehen das Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh und das Robert-Koch-Institut offenbar doch die Notwendigkeit für Tests im größeren Umfang beim Unternehmen. Zwei mobile Teams des Kreises, die ansonsten Abstriche bei den unter Quarantäne stehenden Personen im Zusammenhang mit dem Tönnies-Ausbruch nehmen, rückten am Mittwoch zu Hörmann aus. „Wir stimmen die Teststrategie fortlaufend mit dem Robert-Koch-Institut ab – und zwei Fälle und mehr als 20 Personen in Quarantäne können schon ein Anlass sein, genauer hinzuschauen", sagte Jan Focken, Pressesprecher des Kreises Gütersloh, auf HK-Anfrage.

Vier Fälle mit Bezug zu einem Antriebswerk

Mittlerweile seien vier Fälle von Infektionen bekannt, die „in Verbindung zu einem Unternehmensbereich" stünden, erklärte Focken. Grundsätzlich bleibe es natürlich bei der Strategie, zunächst bei Betrieben aus dem Lebensmittelbereich großflächiger zu testen. „Weil dort ja auch in gekühlten Bereichen gearbeitet wird", so der Sprecher, und sich Lüftungsanlagen als förderlich bei der Verbreitung des Virus erwiesen hätten. Das trifft auf Hörmann zwar nicht zu, doch arbeiten bei einem der erfolgreichsten heimischen Unternehmen schlicht sehr viele Menschen. Der Unternehmensbereich, von dem Jan Focken gegenüber dem HK sprach, ist ein Werk für Antriebstechnik, wie eine Hörmann-Sprecherin am Mittwoch bestätigte. Etwas mehr als 350 Menschen arbeiten dort, sie alle wurden gestern getestet. Nach HK-Informationen wurden dem Gesundheitsamt die entsprechenden Personallisten zur Verfügung gestellt. „Dabei handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, um einem möglichen Ausbruch vorzubeugen", betonte Jan Focken.

"Wir begrüßen die Maßnahme"

„Wir begrüßen die Maßnahme", sagte die Hörmann-Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage. Darüber hinaus setze man weiterhin auf das eigens als Reaktion auf die Pandemie entwickelte Hygienekonzept zur Eindämmung des Virus und zum Schutz der Mitarbeiter. Wesentliche Bestandteile der Strategie seien dabei der Mund- und Nasenschutz, mehr Desinfektionsmittel und die deutlich ausgebauten Möglichkeiten für Hörmann-Mitarbeiter, aus dem Homeoffice zu arbeiten. „Das Gesundheitsamt Gütersloh konnte sich bei einem Werks- und Bürorundgang davon überzeugen, dass alle Hygienebestimmungen eingehalten werden", so die Sprecherin.

Die Belegschaft wurde am Dienstagabend in einer internen E-Mail über die am nächsten Tag anstehenden Tests informiert, die nicht freiwillig sind. Mitarbeiter, die bereits seit mehr als 14 Tagen im Homeoffice tätig sind, wurden allerdings von der Verfügung ausgenommen, bestätigte Hörmann dem HK.

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