Mountainbiker bangen nach Waldbränden um ihr Image

Weil in der Berichterstattung über die Waldbrände im Teutoburger Wald der Tatort in Verbindung mit einer Mountainbike-Strecke genannt wurde, fürchtet die Szene um ihren Ruf. Und wehrt sich.

Frank Jasper

Mountainbiker lieben die Strecken durch den Forst. Dass sie in Zusammenhang mit der Berichterstattung über Waldbrände Erwähnung fanden, sorgt für Unruhe unter den Bikern. Bereits vorhandene Vorurteile könnten sich verschärfen, so ihre Befürchtung. - © CC0 Pixabay
Mountainbiker lieben die Strecken durch den Forst. Dass sie in Zusammenhang mit der Berichterstattung über Waldbrände Erwähnung fanden, sorgt für Unruhe unter den Bikern. Bereits vorhandene Vorurteile könnten sich verschärfen, so ihre Befürchtung. (© CC0 Pixabay)

Steinhagen/Bielefeld. In einer im Internet veröffentlichen Stellungnahme distanziert sich die Downhill- und Mountainbike-Initiative Bielefeld stellvertretend für die Mountainbike-Sportler in Ostwestfalen-Lippe von möglichen Brandstiftern in den umliegenden Wäldern. „Der Tathergang lässt keine Verbindung zum Mountainbike-Sport herstellen, bis die Untersuchungen der zuständigen Behörden abgeschlossen sind, auch wenn sich einige Brandstellen in der Nähe von so genannten Mountainbike-Strecken befinden", schreiben Johannes Blomeyer und Stephan Zöllner in der Stellungnahme.

Damit nehmen sie Bezug auf die beiden Waldbrände, die zu zwei Feuerwehreinsätzen am 18. Mai geführt hatten. Im Abstand von rund zehn Minuten wurde am frühen Abend zunächst auf Queller Gebiet abseits der Hünenburgstraße ein Brand gemeldet und wenig später auf Steinhagener Gebiet unterhalb des Kammwegs ein weiterer. Um einen Eindruck von der Umgebung zu vermitteln, wird in verschiedenen Medien – auch in der Printversion im Haller Kreisblatt – auf die Mountainbiker verwiesen, die hier gerne fahren.

Polizei geht Zeugenhinweisen nach

In ihrer Stellungnahme weisen die Mountainbiker darauf hin, dass die Wege ebenso von Wanderern genutzt werden, die in der Berichterstattung jedoch keine Erwähnung finden. „Aus unserer Sicht wurde eine Beschreibungsform gewählt, die die Gefahr birgt, Vorurteile zu verstärken oder entstehen zu lassen", kritisieren Johannes Blomeyer und Stephan Zöllner.

Einsatzkräfte der Steinhagener Feuerwehr erreichten über den Kammweg die Brandstelle. - © Frank Jasper
Einsatzkräfte der Steinhagener Feuerwehr erreichten über den Kammweg die Brandstelle. (© Frank Jasper)

Wie das Haller Kreisblatt gestern erfuhr, gibt es keine neuen Erkenntnisse zu den Waldbränden. Laut Polizeisprecherin Katharina Felsch gehe man nach wie vor von Brandstiftung aus. „Den Ermittlern liegen Zeugenhinweise vor, die jetzt abgearbeitet werden", teilte sie mit. Eine Verbindung zu Mountainbikern gebe es nicht. Aus Ermittlerkreisen ist dieser Zeitung aber auch bekannt, dass es bei den Bränden vom 18. Mai nicht möglich gewesen sein kann, beide Brandherde innerhalb so kurzer Zeit zu Fuß zu erreichen. Zumindest im jüngsten Fall ist es wahrscheinlich, dass sich ein möglicher Brandstifter auf einem Gefährt von einem zum anderen Tatort bewegt hat.

"Mountainbike-Sport wird oft negativ dargestellt"

Gleichwohl warnt die Downhill- und Mountainbike-Initiative vor vorschnellen Vorverurteilungen. „Unsere Befürchtung ist, dass der Mountainbike-Sport – wie schon so oft – erneut negativ dargestellt wird und hier ein Zusammenhang konstruiert wird, der mit einer sachlichen Ursachenanalyse nichts gemein hat", heißt es in der Stellungnahme. Mountainbiken sei eine Natursportart, und der Schutz und die Pflege des Naturraums sowie die Heranführung von Interessierten vor allem im Bereich der Jugendarbeit sei ein wesentlicher Bestandteil dieses Sports.

Neben den beiden Bränden am 18. Mai hatte es zuvor bereits am 13. Mai und am 25. April im Teutoburger Wald gebrannt.

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